Was für Katzen giftig ist – giftige Pflanzen

Vergiftungen kommen bei Katzen immer wieder vor. Giftig sind nicht nur Pflanzen, sondern auch Lebensmittel, Medikamente oder andere Stoffe im Haushalt.

Katze liegt in giftigem Efeu © istockphoto, Carolina_07

Die häufigste Ursache für Vergiftungen bei Katzen ist der Verzehr giftiger Pflanzen in Haus und Garten. Aber auch einige Lebensmittel, Haushaltsgegenstände und Medikamente können giftig für Katzen sein. Da Katzen sehr neugierig und verspielt sind und gerne an Pflanzen herum knabbern, sollten sich ihre Besitzer unbedingt darüber informieren, was ihren Lieblingen gefährlich werden kann.

Vergiftungen durch Pflanzen

Katzen fressen Gras, um ihre Verdauung anzuregen und – vermutlich – um Haarballen besser ausscheiden zu können. Leider knabbern viele Stubentiger nicht nur an dem für sie vorgesehenen Katzengras, sondern auch an jeder anderen Pflanze in der Wohnung. Draußen haben die Katzenbesitzer zudem kaum Kontrolle darüber, was ihr Liebling zu sich nimmt.

Vergiftungen durch Pflanzen kommen daher bei Katzen immer wieder vor. Besteht der Verdacht, dass die Katze eine giftige Pflanze gefressen haben könnte, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Dabei sollte man ein paar Blätter, Blüten und/oder Samen der potenziellen Giftpflanze gleich mitbringen. 

Doch welche Pflanzen sind für Katzen giftig? Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die häufigsten Giftpflanzen für Katzen. Beachten Sie bitte, dass diese Liste nicht vollständig ist.

Giftige Zimmerpflanzen und Balkonpflanzen

Vor allem unter den Zierpflanzen in der Wohnung lauern eine ganze Menge Giftpflanzen für Katzen: 

  • Der Drachenbaum (Dracaena marginata) ist noch relativ unbedenklich. Bei Aufnahme über einen längeren Zeitraum kommt es jedoch zur Anreicherung des Gifts im Körper und die giftige Wirkung nimmt zu. Der Drachenbaum kann insbesondere für kranke oder sehr alte, beziehungsweise sehr junge Tiere gefährlich werden.
  • Auch die sogenannte Glücksfeder, Zamioculcas, ist für Katzen nur leicht giftig. 
  • Bei der Schefflera (Strahlenaralie) kann es nach Aufnahme hoher Dosen zu Schleimhautirritationen und Brechdurchfall kommen. Sehr selten können in der Folge auch Nierensteine bei der Katze auftreten.
  • Das Einblatt oder Spathiphyllum enthält Kalziumoxalat und Oxalsäure. Diese Inhaltsstoffe wirken reizend und sind für Katzen sehr stark giftig. 
  • Ebenfalls hochgradig toxisch sind der Weihnachtsstern und Orchideen. In Katzenhaushalten sollte auf diese schmucken Zimmerpflanzen daher besser verzichtet werden.

Weitere giftige Zimmer- und Balkonpflanzen sind Amaryllis, Gladiolen, Efeutute und diverse Ficusarten, wie der Gummibaum und der Benjamini.

Für Katzen giftige Palmen

Verschiedene Palmenarten sind als Wohnungs- und Balkonpflanzen sehr beliebt. Gerade die weit verbreitete Yucca-Palme ist jedoch giftig für Katzen. Die in der Pflanze enthaltenen Saponine können Schleimhautreizungen und typische Vergiftungssymptome hervorrufen.

In schwerwiegenden Fällen kommt es sogar zur Zersetzung der roten Blutzellen. Dadurch kommt es zur Blutarmut (Anämie) und langfristig zu Sauerstoffmangel im Gewebe. Unbehandelt kann dies zum Tod der Katze führen.

Gleiches gilt für die Wasserpalme, auch bekannt unter dem Namen Elefantenfuß. Beide Pflanzen gehören zu den Agavengewächsen. Da die herunterhängenden Palmwedel für Katzen besonders einladend zum Spielen sind, sollten sie am besten gar keinen Zugang zu diesen Pflanzen haben. 

Giftige Blumen im Garten

Osterglocken oder Narzissen sind für Katzen sehr giftig. Die enthaltenen Alkaloide können bei Katzen neben den typischen Anzeichen einer Vergiftung auch Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Im Frühjahr, wenn die Triebe dieser Pflanzen aus der Erde sprießen, ist bei neugierigen Katzen besondere Vorsicht geboten. 

Besonders hoch konzentriert ist das Gift in den Blumenzwiebeln. Diese sollten nicht offen herumliegen. Dies gilt auch für Tulpenzwiebeln, da Tulpen ebenfalls giftig für Katzen sind.

Giftige Kräuter

Katzen lieben duftende Kräuterbeete. Viele Kräuter, wie Lavendel, Thymian, Rosmarin und Minze (nicht zu verwechseln mit der Katzenminze) sind ungefährlich. Da sie jedoch alle ätherische Öle enthalten, kann es nach dem Fressen von sehr hohen Dosen dennoch zu Reizungen und leichten Vergiftungserscheinungen kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Katze Kräuter in so großen Mengen frisst, ist jedoch sehr gering. Bei sehr empfindlichen Katzen, die zu Allergien und Hautproblemen neigen, kann es auch beim Hautkontakt mit ätherischen Ölen zu Juckreiz und entzündlichen Reaktionen (Dermatitis) kommen.

Mit Petersilie sollte man schon vorsichtiger sein. Das in Petersilie enthaltene Oxalat ist für Katzen geringfügig giftig. Der Wirkstoff Apiol hat eine harntreibende Wirkung. Im Petersiliensamen ist die Konzentration an Apiol aber so hoch, dass es bei Aufnahme ebenfalls zu Vergiftungserscheinungen kommt.

Auch Schnittlauch und Bärlauch sind nicht ungefährlich für Katzen. Das in den Pflanzen enthaltene S-methylcystein-Sulfoxid kann zu einer Reizung der Magenschleimhaut führen. Propyl-Disulfid bewirkt außerdem in höheren Dosen eine Destabilisierung der Zellmembran von roten Blutzellen. In der Folge kann es zu einer Anämie (Blutarmut) und dadurch zu einer mangelhaften Sauerstoffversorgung im Gewebe kommen. Die für Katzen tödliche Dosis liegt bei diesen giftigen Kräutern etwa bei 15 bis 30 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht der Katze.

Weitere Giftpflanzen für Katzen 

Weidenkätzchen, die besonders in der Osterzeit gerne ins Haus geholt werden und bei Katzen als Spielobjekt meist sehr begehrt sind, sind in der Regel ungefährlich. Weidenrinde jedoch enthält Salicylsäure, denselben Wirkstoff, der auch in Aspirin® enthalten ist. Da Katzen sehr empfindlich darauf reagieren, sollten sie nicht auf Weidenzweigen herumkauen dürfen, da es sonst zu Vergiftungserscheinungen kommen kann.

Auch Weihnachtsbäume sind nicht ungefährlich. Tannen und Fichten enthalten Tannine und ätherische Öle. Diese können in hohen Dosen reizend wirken und sind somit ebenfalls als giftig für Katzen einzustufen. Auch im Harz sind diese Stoffe enthalten. Katzen sollten daher nicht im Christbaum herumklettern oder daran nagen dürfen. 

Efeu enthält reizende Saponine und ist für Katzen ebenfalls giftig.

Eine Liste harmloser Pflanzen für Katzen

Es gibt aber auch eine Reihe harmloser Pflanzen, die Katzenbesitzer unbesorgt in der Wohnung aufstellen oder im Garten pflanzen können. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Beispiele dieser für Katzen ungiftigen Pflanzen vor:

  • Die Goldfruchtpalme, die ursprünglich aus Madagaskar stammt, ist eine ungiftige Palmenart. In einem großen Topf auf dem Balkon kann sie sogar recht hoch werden. 
  • Auch die Bergpalme und die Phoenixpalme sind für Katzen nicht giftig und werden gerne als Zimmerpflanze gekauft.
  • Hibiskus ist normalerweise ungefährlich für Katzen. Allerdings gibt es einige seltene Wildarten, die eine Ausnahme bilden, da sie unter anderem Ascorbinsäure enthalten.
  • Farne, Heidekraut, Grünlilien und die Calathea (Korbmarante) sind ebenfalls harmlos für Katzen. 

Generell und im Besonderen bei Pflanzen gilt der altbewährte Spruch: "Die Dosis macht das Gift". Pflanzen, die für Katzen in geringen Mengen völlig harmlos sind, können in großen Mengen oder bei Aufnahme über einen langen Zeitraum plötzlich Vergiftungssymptome hervorrufen. 

Aktualisiert: 19.05.2017 – Autor: Malin Held

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