Was für Pferde giftig ist

Verschiedene Giftpflanzen können für Pferde zur Gefahr werden. Die Liste der giftigen Bäume, Blumen und Sträucher sollte jedem Pferdebesitzer bekannt sein.

Pferd frisst giftigen Ahorn © istockphoto, taiskulish

Auch wenn Vergiftungen bei Pferden nicht häufig vorkommen – es gibt eine Vielzahl von Pflanzen, die für Pferde giftig sind. Gefahren lauern jedoch nicht nur auf der Weide oder dem Ausritt, auch andere giftige Stoffe können Pferden im Alltag begegnen. Deshalb erklären wir Ihnen hier, worauf Sie in puncto Giftpflanzen & Co. achten sollten. Im Folgenden werden die für Pferde wichtigsten Giftpflanzen vorgestellt. Diese Liste ist jedoch keineswegs vollständig. Die Pflanzen unterscheiden sich zudem in ihrer Toxizität (Giftigkeit) und Verbreitung, sodass je nach Gebiet besondere Vorsicht gilt.

Einige Giftpflanzen finden aber auch Anwendung in der Homöopathie, so zum Beispiel Eibe, Thuja, Efeu, Tollkirsche, Hahnenfuß und Herbstzeitlose. Hier ist die richtige Dosierung besonders wichtig, um eine unbedenkliche Anwendung zu gewährleisten. Man sollte also auf gar keinen Fall damit herumexperimentieren, sondern auf fertige Präparate (zum Beispiel Globuli) zurückgreifen.

Bäume, die giftig für Pferde sind

Oft wird vergessen, dass auch viele Bäume, die in Deutschland wachsen, eine giftige Wirkung für Pferde haben können. Gerade bei schattenspendenden Bäumen auf Weiden gilt es, dies zu bedenken. Die herabgefallenen Blätter und Samen werden im hohen Gras leicht unbeabsichtigt mitgefressen.

Ahorn: schon in geringen Mengen giftig

Ahorn verursacht bei Pferden die sogenannte Weidemyopathie. Über die genaue Ursache ist man sich bisher noch nicht einig. Eine Theorie vermutet, dass ein Pilz, der den Ahorn befällt, die toxische Wirkung mit sich bringt. Aber auch das in Berg- und Eschenahorn enthaltene Hypoglycin A wird als Gift angesehen.

Symptome einer Vergiftung mit Ahorn sind:

  • Schwitzen
  • Krämpfe und Muskelzittern
  • Kolik 
  • dunkler Urin
  • In circa 75 Prozent der Fälle tritt spätestens nach drei Tagen der Tod ein.

Schon eine geringe Menge der Samen, aber auch der Blätter von Ahorn führt bei Pferden zu Vergiftungserscheinungen. Fälle einer Ahornvergiftung treten vor allem im Frühjahr und im Herbst (Oktober bis Dezember) auf. Daher spricht man auch von "saisonaler Weidemyopathie".

Eiche: giftige Tannine nicht nur in Eicheln

Die Empfindlichkeit von Pferden gegen die vor allem in den Eicheln, aber auch in Laub und Rinde enthaltenen Tannine kann sehr unterschiedlich ausfallen. 

Symptome einer Eichelvergiftung beim Pferd sind:

  • Appetitlosigkeit (Anorexie)
  • Apathie
  • blutiger Urin und Durchfall
  • Es können auch schwere Koliken auftreten. 
  • Mögliche Folgeschäden sind Leber- und Nierenversagen.

In geringen Mengen findet die Eiche bei Pferden aber auch medizinische Anwendung. Den Gerbstoffen werden eine entzündungshemmende Wirkung und eine Kräftigung des Darms nachgesagt. Eichenbestandteile sind daher in manchen Zusatzfuttern enthalten.

Kastanie: gefährliche Schalen

Die vor allem in der Fruchtschale der Rosskastanie enthaltenen Saponine und Glykoside sind giftig und können für Pferde in seltenen Fällen sogar tödlich sein. 

Vergiftungssymptome infolge von Kastanie sind beim Pferd:

  • weite Pupillen
  • Durst
  • Kolik
  • Durchfall
  • Benommenheit
  • Muskelzucken, in sehr hoher Dosierung Krämpfe bis hin zum Tod

Die Esskastanie ist im Gegensatz zur Rosskastanie für Pferde ungiftig.

Tanne und Fichte: in großen Mengen gefährlich

Die in Nadelbäumen enthaltenen Tannine sind in einem geringen Grad toxisch für Pferde. Die Aufnahme von Nadeln, Sprossen und Rinde der Edeltanne (auch: Weißtanne) kann beispielsweise zu Magenschleimhautentzündungen führen. 

Symptome einer Vergiftung mit Tanne (bei sehr großen Mengen) äußern sich wie folgt:

  • Appetitverlust
  • Magenschleimhautentzündung
  • Leber- und Nierenschäden
  • zentrale Lähmung und Atemlähmung
  • führt letztendlich zum Tod

Die für solche schwerwiegenden Folgen erforderlichen Mengen werden aber nur in seltensten Fällen, wenn etwa kein anderes Futter zur Verfügung steht, von den Pferden gefressen.

Auch die Fichte ist giftig für Pferde. Das enthaltene Terpentinöl kann gerötete Schleimhäute, vermehrten Speichelfluss und Koordinationsprobleme verursachen.

Daher ist Vorsicht geboten bei alten Weihnachtsbäumen, die von manchen Pferdebesitzern als Beschäftigungsmaterial auf den Paddock oder die Pferdeweide gelegt werden.

Aktualisiert: 19.05.2017 – Autor: Malin Held

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