Mit dem Hund sicher im Auto unterwegs

Hundesicherungen im Auto wie Abtrenngitter, Anschnallgurte, Transportboxen oder Hundeanhänger sind für die Sicherheit eines Hundes beim Autofahren unverzichtbar.

Hund im Kofferraum eines Autos © istockphoto, Boarding1Now

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, Hunde im Auto zu transportieren. Sei es die Fahrt zum Tierarzt, der Urlaub mit dem Hund oder die Fahrt zur Lieblingshundewiese – möchte man mit dem Hund Auto fahren, muss man gewisse Aspekte beachten. Ist die Fahrt auch noch so kurz – den Hund mal eben auf dem Autositz oder frei im Fußraum mitzunehmen, sollte man unterlassen. Zum einen birgt es Gefahren für Hund und Fahrer, zum anderen kann es sehr teuer für den Hundebesitzer werden, wenn es zum Unfall oder zu einer Kontrolle kommt.

Gesetzliche Grundlagen für den Transport von Hunden

Grundsätzlich gibt es keine klaren Gesetze oder Vorschriften für den Hundetransport im Auto. Zwar gibt es eine Tierschutztransportverordnung und die Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates zum Schutz von Tieren beim Transport. Jedoch beziehen sich diese Verordnungen und der Transportabschnitt im Tierschutzgesetz nur auf den gewerblichen und insbesondere den Transport von Nutztieren.

Anhaltspunkte für den richtigen Hundetransport findet man daher nur in der Straßenverkehrsordnung: 

  • § 22 StVO zum Thema Ladung
  • § 23 der StVO zum Thema sonstige Pflichten des Fahrzeugführers

Ein Hund im Auto zählt als Ladung

Der aufschlussreichste Paragraf der StVO in Bezug auf das Autofahren mit Hund ist § 23. Darin wird beschrieben, dass sich der Fahrzeugführer nicht von Besetzung, Tieren oder Ladung in Sicht und Gehör einschränken lassen darf. Auch die Verkehrssicherheit darf dadurch nicht gefährdet werden.

Die Anschnallpflicht gilt nur für Personen, daher werden Tiere oft mit Ladung gleichgesetzt. Im § 22 StVO wird beschrieben, dass Ladung sicher zu verstauen ist, sodass sie bei Vollbremsung oder Ausweichmanövern nicht verrutscht oder anderweitig zur Gefahr wird.

Der Hund fährt im Auto mit – was gilt es zu beachten?

Was im Gesetz keine Beachtung findet, steht meist für den Hundebesitzer an erster Stelle: Sollte es zu unerwarteten Situationen kommen, darf dem Hund nichts passieren. Ist der Hund nicht entsprechend gesichert, kann er bei einer Vollbremsung durchs Auto geschleudert werden und sich oder andere Insassen verletzen.

Jedoch sollte man auch beachten, dass man als Fahrer nicht durch den Hund gestört wird. Sei es, dass der Hund vom Beifahrersitz auf den Schoß springt oder seinem Besitzer von der Rückbank durchs Gesicht leckt – wird der Fahrer abgelenkt, kann es leicht zu Unfällen kommen.

Neben der Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Tier erwarten den Fahrer Bußgeld und möglicherweise Punkte in Flensburg.

Unsichere Methoden und deren Risiken

So manch eine Methode, den Hund im Auto zu transportieren, ist zwar gängig, aber keineswegs sicher. Dazu gehören:

  • Hund im Fußraum – er könnte durchs Auto springen oder Sie ablenken
  • Hund auf dem Beifahrersitz – bei einem Unfall könnte der Hund durch die Scheibe fliegen, außerdem besteht großes Ablenkungspotenzial
  • Hund ungesichert auf der Rückbank – bei Manövern kann der Hund durchs Auto geschleudert werden, es besteht hohes Verletzungsrisiko für Hund und Fahrzeuginsassen
  • Hund ungesichert im Kofferraum – Hund kann durch den Kofferraum oder nach vorne geschleudert werden und sich verletzen 

Wie kann man den Hund im Auto sichern?

Damit der Hund sicher und entspannt im Auto mitfährt, gibt es verschiedene Systeme:

  • Schutzdecke
  • Hundesicherheitsgurt
  • Hundesitz
  • Hundegitter
  • Hundetransportbox

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme vor.

Schutzdecke – mehr Polsterschutz als Hundesicherung

Die Hundedecke für die Rückbank bietet sich an, wenn man es leid ist, die Hundehaare vom Polster zu entfernen. Für die Hundesicherheit ist sie jedoch weniger geeignet. Sie wird wie eine Hängematte zwischen Fahrersitz und Rückwand eingehängt oder kleidet den Kofferraum aus. Dafür bietet die Schondecke bietet diverse Befestigungsmöglichkeiten.

Vorteile:

  • hält Hundehaare und Schmutz vom Innenraum fern
  • Hund kann nicht in den Fußraum vor der Rückbank fallen, zum Beispiel bei leichten Bremsmanövern

Nachteile:

  • Hund kann sich weiterhin frei im Auto bewegen und somit Fahrer ablenken
  • kein Schutz für Hund und Insassen bei Unfall 
  • kein Platz für weitere Personen auf der Rückbank (je nach Modell)

Fazit: Gut geeignet fürs Polster, aber nicht für die Hundesicherheit. Die Schutzdecke kann aber mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden, beispielsweise mit einem Anschnallgurt für Hunde.

Hundegurt – Sicherheit zu Lasten der Bewegungsfreiheit

Es gibt verschiedene Gurtsysteme für Hunde im Auto. Wichtig ist, dass sie nie am Halsband des Hundes, sondern immer an einem Brustgeschirr festgemacht werden sollten. Sie sind nicht für den Beifahrersitz geeignet. Man sollte darauf achten, dass die Hundegurte crashtestgeprüft sind, denn es gibt verschiedene Systeme zur Befestigung, zum Beispiel durch Isofix-Haken oder mithilfe der im Auto vorhandenen Gurtschnallen. 

Vorteile:

  • einfache Handhabung zur Fixierung des Autogurtes – man kann den Hund schnell anschnallen
  • bei kurzer Gurtlänge kann der Hund bei einem Unfall nur begrenzt nach vorne fliegen 
  • Hund kann sich nicht frei im Auto bewegen
  • breite und gepolsterte Gurte bieten Schutz und halten die Belastung für den Brustkorb bei einem Unfall gering
  • Hund und Kind finden beide Platz auf der Rückbank

Nachteile:

  • bei zu langer Gurtlänge kein ausreichender Schutz vor Herumschleudern und Ablenkung des Fahrers
  • besonders bei großen Hunden sehr starke Bewegungseinschränkung durch zu kurze Gurte
  • bei zu dünnen Riemen Gefahr des Reißens
  • bei dünnen Riemen des Hundegeschirrs Gefahr durch zu starke Belastung für den Brustkorb des Hundes bei einem Unfall

Fazit: Auf gute Qualität achten und besser geeignet für kleine Hunderassen als für große Hunde.

Der Hundesitz fürs Auto – große Sicherheit, aber nur für kleine Hunde

Ähnlich wie ein Kindersitz, gibt es mittlerweile verschiedene Modelle des Hundesitzes für das Auto. Der ADAC empfiehlt das Modell von DoggySafe®. Es ist crashtestgeprüft und kann sowohl mit Isofix-Haken als auch dem Gurtsystem befestigt werden. Der Hund sitzt in einer Kunststoffschale, in der er mit einem Hundegeschirr zusätzlich beidseitig gesichert ist.

Vorteile:

  • einfache Handhabung bei Einbau mit Isofix-Haken (beim Gurtsystem möglicherweise etwas aufwändiger)
  • gute Sicherheit für Tier und Insassen, da sich der Hund nicht frei im Auto bewegen kann
  • bei Fahrmanövern kann sich Hund in der Kunststoffhalbschale abstützen
  • je nach Modell kann der Hundesitz auch als Hundebett, beispielsweise im Hotel, genutzt werden

Nachteile:

  • mit 150 bis 200 Euro ist der DoggySafe® Hundesitz teurer als andere Modelle (dafür aber crashtestgeprüft)
  • im Falle des DoggySafe® nur für Hunde bis 9 kg
  • Hund muss sich an geringen Bewegungsfreiraum gewöhnen

Fazit: Für kleine Hunde sehr gut geeignet, man sollte auf Qualität achten.

Hundegitter – Abtrennung von Fahrer und Hund

Trennnetze oder Trenngitter für das Auto gibt es in verschiedensten Ausführungen und Sicherheitsstufen. Alle haben gemeinsam, dass sie den Hund daran hindern, nach vorn zum Fahrer zu gelangen. Es gibt die Möglichkeit, die Abtrenngitter direkt hinter den Fahrersitzen oder aber hinter der Rückbank einzubauen. 

Die Abtrennungen können aus unterschiedlichen Materialien (Metall, Netze, zu einem Netz verwobene Sicherheitsgurte) und, je nach Preislage, unterschiedlich stabil sein. Wichtig ist, dass man genau darauf achtet, welches Modell für das eigene Auto geeignet ist.

Vorteile:

  • der Fahrer wird durch den Hund nicht abgelenkt
  • Hund kann nicht durch das Auto geschleudert werden
  • kann auch zur Ladungssicherung genutzt werden

Nachteile: 

  • Hund ist nicht gesichert und kann bei Aufprall gegen das Gitter geschleudert werden
  • Verletzungsgefahr für den Hund je nach Material gering bis hoch
  • von Netzen sollten man absehen, da diese reißen oder den Hund verletzen können
  • bei nicht fachgerechtem Einbau Durchschlagen des Hundes bei Aufprall möglich
  • bei Innenraumgittern können keine weiteren Personen auf der Rückbank Platz nehmen
  • meist aufwendige Montage
  • Preisspanne bis 350 Euro, Preis bietet keine Garantie für Sicherheit

Fazit: Hundegitter bieten dem Fahrer mehr Sicherheit als dem Hund – sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass auch der Hund gesichert ist.

Die Hundetransportbox – hohe Sicherheit und Bewegungsfreiraum

Die wahrscheinlich geeignetste und vielseitigste Variante für den Hundetransport im Auto ist die Hundebox. Es gibt sie in verschiedensten Größen und Materialien und sie bietet dem Hund, sofern er daran gewöhnt ist, einen gemütlichen (Schlaf-)Platz bei der Autofahrt.

Man sollte darauf achten, dass die Transportbox der Größe des Hundes angepasst ist. Das bedeutet, dass der Hund bequem sitzen, liegen und sich drehen kann. Ist die Box deutlich größer, bietet sie zu viel Raum zum Freiflug, was möglichst verhindert werden soll. Je nach Größe der Box kann man sie direkt hinter den Vordersitzen im Fußraum oder aber im Kofferraum platzieren. 

Vorteile:

  • der Hund kann den Fahrer nicht ablenken
  • der Hund kann ohne Einengung liegen und sich jederzeit eine bequeme Liegeposition suchen
  • die meisten Hunde sind sehr ruhig, da die Box einer Schlafhöhle ähnelt und sie von äußeren Einflüssen abschirmt
  • für alle Hundegrößen erhältlich

Nachteile:

  • Box muss gut verankert sein, da sie sonst durch das Auto fliegen kann
  • große Boxen nehmen viel Platz im Kofferraum weg

Fazit: Wenn der Hund an die Box gewöhnt ist, bietet sie bei richtiger Größe und ordentlichem Einbau den besten Schutz für Hund und Fahrer.

Hundeanhänger – der Wohnwagen für den Hund

Neben Transportsystemen für den Hund im Auto, gibt es auch die Möglichkeit, den Hund außerhalb des eigenen Wagens mitzunehmen. Hundeanhänger gibt es in den verschiedensten Qualitätsstufen, je nach Preis und Beschaffenheit. Meistens werden sie im Hundesport und von Züchtern genutzt, besonders wenn mehrere Hunde auf einmal transportiert werden müssen. Je nach Ausstattung gibt es gedämmte und klimatisierte Anhänger mit einzelnen Abteilen.

Vorteile: 

  • Hund kann Fahrer nicht ablenken
  • Auto wird nicht schmutzig und der Hund kann nichts kaputt machen
  • man verliert keinen Stauraum
  • wenn Hunde an den Anhänger gewöhnt sind, ist es nicht stressiger als "normales" Autofahren

Nachteile:

  • der Halter hat den Hund nicht im Blick 
  • man braucht ein Auto mit Anhängerkupplung
  • deutliche Preis- und Qualitätsunterschiede – mitunter hohe Anschaffungskosten

Fazit: Ein Anhänger kann sehr praktisch sein, aber lohnt sich erst, wenn man mehrere Hunde zu transportieren hat.

Welche Methode ist am besten für mich?

Welche Variante für Sie am besten geeignet ist, sollte Sie anhand der Größe und Anzahl Ihrer Hunde sowie nach dem Typ Ihres Autos entscheiden. Auch der Einsatzzweck ist entscheidend: Ist der lange Familienurlaub geplant oder nur die kurze Fahrt zur Hundewiese?

All diese Faktoren haben Einfluss auf die beste Variante für Sie. Achten Sie darauf, dass bestimmte Systeme, wie Abtrenngitter, dem Automodell entsprechen und die Systeme entweder sicherheits- oder crashtestgeprüft sind.

Mit dem passenden System und einem entspannten Hund sollte der gemütlichen und sicheren Fahrt im Auto nichts im Wege stehen.

Aktualisiert: 10.08.2017 – Autor: Susanne Prochnau

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