6 häufige Probleme mit der Hundepfote und was dagegen hilft

Neben einem Stich in die Pfote gehören verletzte, verbrannte, vertauchte oder wundgeleckten Hundepfote zu den häufigsten Pfotenproblemen beim Hund.

Hundepfote © MAKY.OREL

Gesunde Pfoten sind wichtig für die Fortbewegung und ein beschwerdefreies Leben des Hundes. Doch wie jedes andere Körperteil können auch Hundepfoten Probleme bereiten. Das Spektrum ist groß: juckende, wundgeleckte oder verletzte Pfoten bis hin zu gebrochenen Zehenknochen. Im folgenden Artikel geben wir einen Überblick über verschiedene Probleme mit der Hundepfote und erklären, wie man als Hundehalter schnell und richtig reagiert.

1. Pfoten lecken und knabbern

Gelegentliches Lecken der Pfoten ist beim Hund bis zu einem gewissen Grad normal. Beleckt der Hund seine Pfoten allerdings intensiv, eventuell auch nachts, oder knabbert der Hund konsequent an seiner Pfote, dann ist eine genaue Untersuchung ratsam.

Neben Fremdkörpern wie beispielsweise Grannen ist oftmals Juckreiz der Auslöser für das Belecken oder Beknabbern der Pfote. Verschiedenste Ursachen können diesen Juckreiz auslösen, wie beispielsweise:

  • Demodexmilben
  • Hefepilze (Malassezien)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen/chronischer Juckreiz (Atopie)
  • Futtermittelallergie

Um herauszufinden, warum die Pfoten jucken, muss der Hund von einem Tierarzt genau untersucht und dann entsprechend behandelt werden.

Pfoten lecken: Langeweile oder Stress als Ursache

Leckt sich der Hund auffallend viel an den Pfoten und die zuvor genannten Ursachen können ausgeschlossen werden, so sollte man sich als Hundehalter auch die Frage stellen, ob der eigene Hund genug ausgelastet ist und ausreichend Bewegung bekommt. Denn das Pfotenlecken kann ebenso Ausdruck von Langeweile sein, wenn der Hund beispielsweise längere Zeit alleine ist und auch sonst nur wenig beschäftigt wird.

Wenn ein neuer Hund im Haushalt einzieht oder ein Baby in die Familie kommt, kann dies für den Hund unter Umständen Stress bedeuten und ebenfalls ein Auslöser für das Pfotenlecken des Hundes sein.

2. Pfote wundgeleckt und entzündet

Bei exzessivem Lecken der Pfoten kann es zu einer Entzündung kommen: Die entzündete Pfote ist rot, feucht, eventuell eitrig und außerdem schmerzhaft.

Auch hier muss der Hund zu einem Tierarzt gebracht werden, der beispielsweise entzündungshemmende Medikamente verordnet und womöglich eine antibiotische Behandlung anrät.

3. Wenn der Hund sich die Pfote verletzt

Da der Hund praktisch immer "barfuß" unterwegs ist, kann es dazu kommen, dass er sich am Pfotenballen verletzt. Dornen im Garten, Grannen auf dem Feldweg oder Glassplitter auf der Straße bergen ein gewisses Verletzungsrisiko. Aber auch spitze Steine können zu einer Verletzung der Pfote führen.

Wenn der Hund humpelt, eine Pfote plötzlich nicht mehr belastet oder an dieser leckt, sollte man an eine Verletzung denken. Findet man bei der Untersuchung der Pfote eine Wunde, dann kann man diese selbst erstversorgen.

SOS-Tipps bei verletzten Hundepfoten

Steckt ein Fremdkörper, beispielsweise ein Dorn, im Pfotenballen, dann kann dieser mit einer Pinzette entfernt werden. Die Pinzette sollte steril sein, weshalb man sie zuvor in ein Desinfektionsmittel taucht oder die Enden kurz in eine Flamme hält. Nach der Entfernung des Fremdkörpers tupft man noch etwas Antiseptikum, zum Beispiel Jod, auf die Wunde.

Bei größeren Wunden an der Hundepfote, wenn beispielsweise der Ballen aufgerissen oder aufgeschnitten ist, wird wie folgt vorgegangen:

  • Abdecken der Wunde mit einem sauberen Tuch, um weitere Verschmutzungen zu vermeiden
  • Fell um die Wunde herum abschneiden
  • Tuch wieder von der Wunde entfernen
  • Reinigung der Wunde mit viel lauwarmem Wasser
  • Anlegen eines Pfotenverbandes

Bei stärkeren Blutungen versucht man, diese durch Druck auf die Wunde zu stillen. Dazu verwendet man eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch und drückt dieses für einige Minuten auf die Wunde. Nach etwa fünf bis zehn Minuten sollte die Blutung gestillt sein. Ist dies nicht der Fall, dann muss ein Tierarzt aufgesucht werden.

Pfote verbinden – so geht's!

Wird ein Verband angelegt, so sorgt dieser Pfotenschutz dafür, dass die Wunde vorerst sauber bleibt. Der Verband darf nicht zu locker sein, da er sonst rutscht, aber auch nicht zu fest, da es sonst zu einer Unterbrechung der Blutzufuhr kommt.

Wie Sie beim Verbinden der Hundepfote vorgehen sollten, erklärt die folgende Anleitung für einen Pfotenverband:

  1. Decken Sie die Wunde mit einer, wenn möglich sterilen, Kompresse ab.
  2. Legen Sie Watte zwischen die einzelnen Zehen.
  3. Polstern Sie die Pfotenoberseite und -unterseite mit Watte.
  4. Wickeln Sie eine elastische Mullbinde um die Pfote und fixieren Sie somit die Watte.
  5. Fixieren Sie den fertigen Verband mit Klebeband.

Ist der Verband angelegt, dann sollte der Hund trotzdem noch bei einem Tierarzt vorgestellt werden, damit dieser die Wunde begutachten und nochmals professionell versorgen kann.

4. Pfote verbrannt – Vorsicht auf heißen Böden

Auch Verbrennungen an den Pfoten des Hundes können vorkommen, beispielsweise durch Feuer, heiße Flüssigkeiten oder heiße Oberflächen.

Im Sommer kann sich Asphaltboden so sehr aufheizen, dass sich der Hund die Pfoten verbrennt. Hier kann man sich an den eigenen Füßen orientieren: Ist der Boden zu heiß, um darauf barfuß zu laufen, dann besteht auch für den Hund Gefahr, dass er sich die Pfoten verbrennt.

Deshalb sollten an heißen Sommertagen die Spaziergänge in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden und, wenn möglich, vor allem auf Gras oder erdigem Boden stattfinden.

SOS-Tipps bei verbrannten Pfoten

Hat sich der Hund die Pfoten doch einmal verbrannt, sollte schnellstmöglich Erste Hilfe geleistet werden:

  • Pfote unter fließendem Wasser kühlen
  • Kältepad aus dem Gefrierfach in ein Tuch wickeln und auf die Pfote halten
  • bei mehreren betroffenen Pfoten: Umschläge aus feuchten Handtüchern um die Pfoten wickeln

Das Eincremen der verbrannten Pfoten mit einer Salbe führt weder zu einer Besserung noch zu einer Schmerzlinderung, weshalb darauf verzichtet werden sollte.

Nach der Erstversorgung sollte möglichst bald ein Tierarzt aufgesucht werden, der den Schweregrad der Verbrennung beurteilt und eine entsprechende Behandlung einleitet.

5. Insektenstich an der Pfote des Hundes

Ist die Pfote geschwollen, dann ist möglicherweise ein Bienenstich oder Wespenstich die Ursache. In solchen Fällen sollte man zunächst versuchen, den eventuell noch steckenden Stachel zu entfernen. Zur Schmerzlinderung kühlt man anschließend die Pfote des Hundes mit fließendem kalten Wasser oder einem Kühlpad, das in ein Tuch gewickelt ist.

Eine einmalige Gabe des Homöopathikums Apis D200 kann ebenfalls zur Schmerzlinderung und schnelleren Abschwellung beitragen.

6. Pfote verstaucht oder Zehenknochen gebrochen

Entlastet der Hund plötzlich ein Bein, möchte nicht mehr spielen oder Treppen steigen und hat keinen Appetit mehr, dann muss man auch an eine verstauchte Pfote oder gebrochene Zehenknochen denken.

Ob die Pfote gebrochen oder verstaucht ist, kann der Tierarzt nach einer Untersuchung und einer Röntgenbildaufnahme sagen.

Aktualisiert: 26.10.2018 – Autor: Theresa Heimerl

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