So wird Ihr Hund stubenrein

Damit ein Hund stubenrein wird, sollte man ihn schon als Welpe frühzeitig zur Stubenreinheit erziehen. Dies erfordert viel Geduld – es gibt jedoch hilfreiche Tricks.
So wird Ihr Hund stubenrein
© istockphoto, markcarper

In der Welpenerziehung ist unter anderem die Stubenreinheit des Hundes von grosser Bedeutung. Hierbei macht man sich den natürlichen Instinkt des Hundes zunutze, da Hunde sich stets abseits von Schlafplatz und Futterplatz erleichtern. Doch in welchem Alter des Hundes sollte man mit dem Training beginnen, wie lange dauert es, bis der Welpe stubenrein ist und welche Tipps und Tricks erleichtern den Weg zur Stubenreinheit? Diese und andere Fragen beantworten wir Ihnen im Folgenden. 

Ab wann sollte man Stubenreinheit trainieren?

Um einen Welpen stubenrein zu bekommen, ist der frühzeitige Beginn des Trainings sehr wichtig. Auf die Frage, mit wie vielen Wochen das Training begonnen werden kann, gibt es eine klare Antwort. Es gilt: so früh wie möglich. Beginnen Sie mit der Hundeerziehung in Hinblick auf die Stubenreinheit an dem Tag, an dem der Welpe zu Ihnen nach Hause kommt.

Die Dauer bis zur zuverlässigen Stubenreinheit lässt sich nicht pauschalisieren. Jeder Welpe ist ein Individuum – die einen lernen schneller, die anderen langsamer. Bis der Hund komplett stubenrein ist, vergeht sicher einige Zeit, wobei dies bei manchen Hunden in zwei Wochen erledigt sein kann und in anderen Fällen länger dauert.

Stubenreinheit üben

Konsequenz, Geduld, Ruhe und Lob sind wichtige Faktoren, um einen Hund zu erziehen. Will man einen Welpen stubenrein machen, darf nicht mit Strafen gearbeitet werden, da dies sich sogar schädlich auf den Lernerfolg auswirken kann. 

Hat der Welpe in das Zimmer gemacht und man hat ihn nicht dabei erwischt, dann darf er nachträglich nicht geschimpft werden, da er die Rüge nicht mehr mit seinem Missgeschick in Verbindung bringen kann. 

Anders ist die Situation, wenn man den Welpen sozusagen auf frischer Tat ertappt: Dann darf man mit tiefer Stimme („Nein!“ oder „Pfui!“) zum Ausdruck bringen, dass sein Verhalten nicht richtig ist. Man hebt den Welpen ruhig hoch und setzt ihn an den Ort, an dem er sein Geschäft eigentlich erledigen soll. Dabei sollte man nicht schreiend oder geduckt auf den Welpen zulaufen, da dies auf den jungen Hund bedrohlich wirken kann und er in Zukunft versuchen wird, sein Geschäft immer heimlich, zum Beispiel versteckt hinter dem Sofa, zu verrichten.

Hat man den Welpen auf dem gewünschten Toilettenplatz abgesetzt, dann wird er dort gelobt, auch wenn er sein Geschäft schon erledigt hat.

Garten, Rinnstein oder Katzenklo?

Lebt der Welpe in einem Haushalt mit Garten, dann ist eine bestimmte Stelle im Garten in der Regel auch der gewünschte Toilettenplatz. Etwas komplizierter gestaltet sich das Training, wenn der Hund in einem Haushalt ohne Garten lebt. Dann muss entweder die nächstgelegene Rasenfläche aufgesucht werden oder aber, wenn diese zu weit entfernt ist, der nächste Rinnstein. Selbstverständlich wird der Kot des Hundes immer mittels Plastiktüte entfernt.

Bei sehr kleinen Hunden, wie beispielsweise beim Chihuahua, Yorkshire Terrier oder Havaneser, kann in der Wohnung als Toilettenplatz auch ein Katzenklo verwendet werden. Für etwas grössere Hunde (zum Beispiel Mops oder Französische Bulldogge) funktioniert dies im Welpenalter noch sehr gut. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, wie gross der Hund einmal werden wird und ob ein Katzenklo für den ausgewachsenen Hund noch gross genug ist beziehungsweise ob dieses Training dann überhaupt Sinn ergibt.

Wann muss ein Welpe aufs Klo?

Für ein erfolgreiches Training der Stubenreinheit ist es wichtig, den Welpen vor allem tagsüber genau zu beobachten, was insbesondere zu Beginn sehr zeitaufwendig sein kann. Ziel dieser Beobachtung ist es, ihn rechtzeitig auf den richtigen Toilettenplatz nach draussen zu bringen, bevor er sich im Zimmer erleichtert. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Welpe sein Geschäft erledigen muss, ist vor allem sehr gross nach: 

  • dem Fressen
  • dem Trinken
  • dem Schlafen beziehungsweise dem Aufwachen
  • dem Spielen

Beobachten Sie Ihren Welpen also zu diesen Zeiten sehr genau und bringen Sie ihn, wenn er eines der im Folgenden aufgeführten Anzeichen zeigt, schnell an den gewünschten Toilettenplatz. 

Wie oft muss ein Welpe aufs Klo?

Wie oft sich ein Hundewelpe erleichtern muss, ist abhängig vom Alter. Je älter der Hund wird, desto seltener muss er sein Geschäft verrichten. Im Folgenden sind ungefähre Angaben in Bezug auf das jeweilige Alter genannt:

  • Welpen unter drei Monaten: circa alle zwei Stunden
  • Welpen zwischen drei und vier Monaten: circa alle drei Stunden
  • Welpen zwischen fünf und sechs Monaten: circa alle vier Stunden 

Tipps und Tricks zum rechtzeitigen Handeln

Anhand der folgenden Anzeichen kann man erkennen, dass der Welpe kurz davor ist, sich zu erleichtern:

  • unruhig werden
  • umherlaufen
  • intensives Schnüffeln am Boden
  • langsames im Kreis drehen

Nun heisst es schnell sein und ihn auf den gewünschten Toilettenplatz nach draussen (oder auf das Katzenklo) bringen. Hat der Hund sein Geschäft im Freien (oder im Katzenklo) erledigt, sollte er ausgiebig gelobt werden. 

Wird der Welpe auf dem Arm nach draussen (oder zum Katzenklo) gebracht, dann passiert in der Regel sehr selten ein Missgeschick. Falls doch, sollten Sie dieses ignorieren, den Welpen auf den gewünschten Platz setzen und dort loben. 

Harndrang nachts kontrollieren

Damit Welpen nachts möglichst durchschlafen, muss man vor dem zu Bett gehen nochmals mit ihnen hinausgehen. Bewährt hat sich als Lager für die Nacht ein grosser Karton, in den man das Hundebettchen oder Kissen legen kann und aus dem der Hund nicht herausklettern kann. Auch eine Hundebox erfüllt ihren Zweck. An eine solche Box lässt sich der Welpe sehr bald mit Leckerlis gewöhnen.

Da der Welpe sich nicht in seinem Lager erleichtern möchte, wird er beim Einsetzen des Harndrangs zu winseln beginnen, woraufhin er wieder auf den gewünschten Toilettenplatz gesetzt wird. Erleichtert sich der Welpe dort, wird er wieder ordentlich gelobt. 

Idealerweise steht man zu Beginn des Trainings nachts einmal oder zweimal auf und bringt den Welpen nach draussen, bevor dieser zu winseln beginnt. Ansonsten verbindet er sein Winseln bald damit, dass der Hundehalter aufsteht und sich ihm zuwendet. In der Folge wird er winseln, um Aufmerksamkeit zu bekommen, selbst wenn er sich nicht erleichtern muss – und dann sind ruhige Nächte für den Hundebesitzer die Ausnahme. 

Erleichtern auf Kommando

Genau wie das Kommando „Sitz!“ oder „Platz!“ kann dem Hund auch das Erleichtern auf Kommando beigebracht werden. Jedes Mal, wenn der Welpe sein Geschäft erledigt, bestätigt man dies währenddessen mit einem eindeutigen Wort. Dabei ist es wichtig, stets das gleiche Wort (zum Beispiel „Pipi!“ oder „Mach Häufchen!“) zu verwenden. 

Bald verbindet der Welpe seine Aktion mit dem entsprechenden Wort und erleichtert sich schliesslich auf Kommando an jenen Orten, die der Hundehalter für passend erachtet.

Manche Hunde, gerade wenn sie älter werden, eignen sich ganz eigene Verhaltensweisen an, um dem Besitzer zu zeigen, dass sie ihr Geschäft verrichten müssen. So setzen sich manche vor die Tür oder laufen vor dieser auf und ab. Andere warten bellend vor der Tür oder schnappen sich, wenn möglich, ihre Leine.

Verlust der Stubenreinheit bei Welpen

Wenn ein stubenreiner Hund plötzlich wieder in die Wohnung macht, dann kann dies verschiedenste Gründe haben. Eine häufige Ursache ist das zu frühe Beenden des Trainings zur Stubenreinheit. 

Wenn der Welpe sein Geschäft zum ersten Mal von alleine am richtigen Ort erledigt, dann ist dies zwar Anlass zur Freude, aber noch lange kein Grund, mit dem Training aufzuhören. Das Gelernte muss schliesslich vertieft werden und auch dann kommt es in der Anfangsphase hin und wieder zu Missgeschicken.

Wenn Hunde plötzlich wieder in die Wohnung pinkeln

Handelt es sich allerdings um einen erwachsenen Hund, der bereits zuverlässig stubenrein ist, dann kann einer der folgenden Gründe dafür verantwortlich sein, dass Rüden oder Hündinnen wieder kurz- oder längerfristig stubenunrein werden:

  • mangelhafte oder falsche Fütterung (oft mit Durchfall als Folge)
  • Streitereien in der Familie (Schreien, knallende Türen)
  • Änderungen in der Familie (Trennung, Baby, neues Haustier)
  • Umzug oder Umbau
  • Unterwürfigkeit
  • Angst (Gewitter, Feuerwerk)
  • Krankheit (Inkontinenz)

Die Ursache muss in diesen Fällen unter anderem auch durch einen Besuch beim Tierarzt abgeklärt werden, damit entsprechend gegengewirkt werden kann.

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Missgeschicke effektiv beseitigen

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Auch im Tierfachhandel gibt es eine Vielzahl an Desinfektionsmitteln (zum Beispiel Sprays), die den unangenehmen Geruch vertreiben und mit denen alle Tropfen Urin entfernt werden können.