12 Tipps für das Clickertraining mit Katzen

Katze beim Clickertraining erhält Leckerli © istockphoto, Denis Valakhanovich

Genau wie Menschen, lernen auch Katzen unterschiedlich gern und gut. Trotzdem können auch Anfänger ihren Katzen mithilfe von Clickertraining viele Übungen beibringen. Allerdings muss dabei behutsam vorgegangen werden, damit die Übungen eine spielerische Beschäftigung bleiben – die Katze soll sich keine Unarten aneignen oder durch falsche Belohnung oder zweideutige Signale unerwünschtes Verhalten entwickeln. Für das richtige und erfolgreiche Training geben wir Ihnen im Folgenden einige hilfreiche Tipps und Tricks.

Verlernen und ständige Übung

Regelmäßige Trainingseinheiten sind wichtig, wenn die Katze einen Trick lernen soll – aber auch danach sollte regelmäßig geübt werden, damit die Katze den Trick nicht wieder verlernt (zum Beispiel einmal pro Tag "Komm").

Denken Sie daran, die Katze immer zu belohnen, wenn sie die Übung beziehungsweise den Befehl ausgeführt hat. Man sollte daher auch nur nach ihr rufen, wenn man ein Leckerli griffbereit hat – eventuell gibt sie sich auch mit ein paar Streicheleinheiten zufrieden, das ist aber individuell unterschiedlich. Zumindest ab und zu, besser im überwiegenden Fall, sollten tatsächlich Leckerlis angeboten werden, alternativ auch normales Futter, das dann von der normalen Tagesportion abgezogen wird, damit die Katze nicht dick wird.

Sie sollten die Katze niemals rufen, wenn dann irgendetwas Unangenehmes passiert (Bestrafung etc.). Wenn man ihr Medikamente eingeben muss, sollte man die Katze lieber selbst holen, statt sie zu rufen – ansonsten wird sie bald gar nicht mehr kommen. Es muss also immer etwas Positives auf die Handlung folgen, auch nach dem Leckerli.

Wie viel und wie lange trainieren?

Man sollte maximal dreimal täglich eine Trainingseinheit mit fünf bis zehn Übungen am Stück durchführen. Auch sollte man niemals länger als einige Minuten am Stück trainieren – viele kurze Einheiten sind sinnvoller. Generell darf man es beim Clickertraining nicht übertreiben. Die Motivation und Konzentration der Katze müssen immer aufrecht gehalten werden und das Training soll beiden Parteien Spaß machen.

Das gilt für das Kennenlernen des Clickers genauso wie für die Wiederholung und Auffrischung von einfachen Kunststücken oder Tricks, die die Katze schon gelernt hat und sicher beherrscht.

Neue Tricks und Übungen für kompliziertere Kunststücke sollten nicht zu oft am Stück wiederholt werden, vor allem am Anfang.

5 Fehlerquellen beim Clickertraining mit Katzen

Beim Clickertraining mit Katzen gibt es verschiedene Fehlerquellen, die nicht nur Anfänger unbedingt vermeiden sollten:

  1. Vermeiden Sie Ablenkung.
  2. Beugen Sie Gewöhnung vor.
  3. Vermeiden Sie Über- oder Unterforderung der Katze.
  4. Timing von Click und Belohnung müssen stimmen.
  5. Erzwingen Sie nichts.

Ablenkung beim Training vermeiden

Man muss darauf achten, jede Ablenkung zu vermeiden. Am besten trainiert man in einem ruhigen, geschlossenen Zimmer im Haus, mit dem die Katze vertraut ist und in dem sie sich wohl fühlt. Dort setzt man sich allein mit seiner Katze zusammen – sie soll sich auf ihren Besitzer konzentrieren. Am besten eignen sich beispielsweise Küche oder Wohnzimmer. 

Man sollte auch darauf achten, dass kein Radio, Fernseher, Telefon oder Ähnliches einen der beiden ablenken können. Eine Reizüberflutung führt zu Ermüdung und die Katze kann sich nicht mehr konzentrieren – es wird ihr zu anstrengend und sie verliert den Spaß an dem Spiel.

Clicker muss etwas Besonderes bleiben

Außerdem muss man Gewöhnung vermeiden. Alle Gegenstände, die Teil eines Kunststückes sind, wie Bälle, Reifen, der Clicker und der Targetstab, müssen außerhalb des Zugriffs der Katze aufbewahrt werden, solange nicht trainiert wird – etwa in Schränken oder Schubladen.

Der Gegenstand und das Kunststück müssen etwas Besonderes bleiben, Katze darf sich nicht an den Gegenstand oder den Clicker gewöhnen – sie wird dann nicht mehr darauf reagieren.

Clickertraining als Herausforderung

Man darf die Katze nicht zu sehr ermüden. Das gilt sowohl für körperliche (etwa bei einem anstrengenden Parcourslauf), als auch für geistige Ermüdung (wenn ein schwieriges Kunststück ständig wiederholt werden soll, obwohl die Anforderungen noch zu hoch für die Katze sind).

Andererseits darf die Katze sich auch nicht langweilen. Aufgabe des Besitzers ist es, seine Katze genau zu beobachten und zu erkennen, wann sie bereit für den nächsten Schritt ist.

Zusammenspiel von Click und Belohnung

Das Timing ist essenziell für jede Übung. Clickern und Belohnung müssen immer direkt hintereinander erfolgen – die Katze darf das Leckerli vorher nicht sehen und muss die Verbindung zum Geräusch herstellen können. Daher dürfen maximal ein bis drei Sekunden zwischen beiden Signalen liegen.

Nach jedem Click muss belohnt werden – andererseits gibt es während einer Trainingseinheit keine Belohnung ohne Click. Es darf auch nicht belohnt werden, wenn der Click versehentlich zum falschen Zeitpunkt erfolgt. Einmal den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, ist nicht schlimm und lässt sich gut mit dem nächsten richtig gesetzten Click übergehen. Allerdings darf das nicht zu oft passieren. Als Konsequenz muss man seine Katze besser beobachten und den richtigen Zeitpunkt abwarten.

Der Click kündigt nur die Belohnung an und markiert das Verhalten, für das die Katze belohnt wird. Es ersetzt die Belohnung nicht.

Die Katze muss immer etwas angeboten bekommen, das sie gerne hat und auch als echte Belohnung ansieht – also ein Leckerli oder das Lieblingsfutter.

Der Besitzer bestimmt, wann die Katze das Leckerli bekommt – er darf niemals auf Betteln reagieren. Wenn die Katze zu aufdringlich wird, sollte man die Trainingseinheit abbrechen, um der Katze zu signalisieren, dass dieses Verhalten nicht zielführend und unerwünscht ist.

Die Katze gibt das Tempo vor

Konzentration ist essenziell für jeden Lernprozess, aber man kann sie ebenso wenig erzwingen wie die Lust am Lernen und den Spaß am Spiel. Gerade bei jungen oder sehr eigenwilligen Katzen kann das Training schwierig sein. 

Die Katze muss nicht regungslos vor ihrem Besitzer sitzen und ihn gebannt anschauen. Auch wenn sie beim Herumspringen zufällig das gewünschte Verhalten zeigt, kann man clickern und ihr Leckerli hinwerfen. Irgendwann wird die Katze aus reiner Neugierde herankommen und sich ruhiger und aufmerksamer auf das neue Spiel einlassen.

Als Trainer braucht man vor allem Geduld. Die Katze gibt die Geschwindigkeit vor, mit der sie lernen möchte und kann. Der Besitzer darf sie niemals überfordern.

5 Tipps für ein erfolgreiches Clickertraining

Damit das Clickertraining mit Ihrer Katze gelingt, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  1. Senden Sie eindeutige Signale.
  2. Steigern Sie das Tempo langsam.
  3. Trainieren Sie schrittweise.
  4. Ein Trainerwechsel kann die Katze verwirren.
  5. Beginnen und beenden Sie jede Trainingseinheit mit einem Erfolgserlebnis.

Eindeutige Signale senden

Es darf immer nur ein Signal geben. Die Katze muss den Clicker eindeutig von anderen, normalen und vertrauten Geräuschen ihrer Umwelt unterscheiden können. Das Geräusch muss einzigartig sein und darf nicht bereits mit einer Bedeutung für die Katze belegt sein – es wird sie sonst verwirren. 

Deshalb sollte man auch nie mit zwei Katzen gleichzeitig trainieren – sie lenken sich gegenseitig ab und können nicht zuordnen, ob das Clickern nun ihnen gilt oder ihrem Partnertier.

Langsam vorgehen und Rückschritte in Kauf nehmen

Bei jedem Training darf man den Schwierigkeitsgrad nur langsam steigern. Schließlich will man seine Katze nicht frustrieren oder verunsichern. Eine Übung sollte immer erst richtig sitzen, bevor man den Schwierigkeitsgrad erhöht, sonst ist die Katze schnell überfordert – sie muss immer in der Lage sein, die Anforderungen zu erfüllen. 

Bei neuen Elementen muss man die Anforderungen herunterschrauben und die alten Kriterien zunächst etwas lockern – bei einem High Five wird beispielsweise zunächst belohnt, wenn die Katze auch nur kurz hochsteigt. Am Feinschliff kann später immer noch gearbeitet werden.

Clickertraining mit Katzen – alles zu seiner Zeit

Man sollte nur nacheinander trainieren. Das gilt sowohl für einzelne Katzen, als auch für einzelne Kunststücke – will man mehrere Katzen trainieren, sollte das immer einzeln geschehen, um das Partnertier nicht zu verwirren.

Es empfiehlt sich, einen genauen Plan für jedes einzelne Kunststück aufzustellen. Der Besitzer muss sich darüber im Klaren sein, was genau er von seiner Katze möchte – nur dann kann auch gezielt darauf hintrainiert werden. 

Einzelne Zwischenschritte, Steigerungen oder ungefähre Zeitpunkte für eine Steigerung des Schwierigkeitsgrades können festgelegt werden – allerdings können immer unvorhergesehene Verhaltensweisen auftreten, auf die der Besitzer dann spontan reagieren muss. Das ist besonders dann hilfreich, wenn die Katze nicht versteht, was sie tun soll – möglicherweise kann für diesen Fall auf ein alternatives Kunststück trainiert werden.

Trainerwechsel beim Clickertraining

Ein Trick sollte immer nur von einem Trainer beigebracht werden. Während einer Lernphase sollte niemals der Trainer gewechselt werden. Wenn die Katze das Kunststück hingegen sicher beherrscht, können auch andere Personen mit der Katze üben. 

Dabei müssen sie allerdings genauso konsequent im Clickern und Belohnen sein – gesprochene Kommandos müssen mit möglichst immer demselben Klang und derselben Melodie ausgesprochen werden, damit die Katze sie auch eindeutig zuordnen kann. 

Anfang und Ende sorgsam wählen

Es sollte während des Clickertrainings möglichst keine Überraschungen geben. Trainingseinheiten sollten nicht abrupt oder überraschend beendet oder minutenlang unterbrochen werden – auch nicht, wenn das Telefon klingelt oder an die Tür geklopft wird. Die Katze wird nicht verstehen, warum sie plötzlich ignoriert und allein sitzen gelassen wird und dieses Verhalten als Strafe und Misserfolg fehlinterpretieren. Deshalb ist ein ruhiger, geschlossener Raum so wichtig für das Training.

Jede Trainingseinheit sollte mit einem Erfolgserlebnis beginnen und enden. Das funktioniert am besten mit einer Übung, die die Katze bereits sicher beherrscht und für die sie auf jeden Fall belohnt werden kann. Im Optimalfall lässt man sie den Trick drei- bis viermal nacheinander ausführen. Dann kann der Besitzer versuchen, ein neues Element hinzuzufügen, an Haltung und Ausführung zu feilen oder ein komplett neues Kunststück aufzubauen.

Der Besitzer muss darauf achten, jede Trainingseinheit rechtzeitig zu beenden – also bevor die Katze erschöpft ist, keine Lust mehr hat oder sich nicht mehr konzentrieren kann. Niemals sollte ein Clickertraining mit einem frustrierenden Erlebnis für die Katze beendet werden.

Aktualisiert: 07.12.2018 – Autor: Marion Schmitt

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