Hauskatzen vs. Freigänger

Sind Hauskatzen oder Freigänger glücklicher? Bei der Entscheidung für eine Katze ist es wichtig zu bedenken, ob sie zu einer Freigängerkatze wird oder ein Stubentiger bleibt.

Die Entscheidung ist gefällt: Eine Samtpfote darf Einzug in die Familie halten. Doch nun stellt sich die grundsätzliche Frage, ob Sie Ihrer Katze Freigang ermöglichen oder ob Sie lieber eine reine Wohnungskatze halten möchten. Auf der einen Seite plagt den Besitzer oftmals das schlechte Gewissen, die kleinen Raubtiere in der Wohnung zu halten. Auf der anderen Seite sind die Gefahren im Freien meist zu groß, vor allem für junge und unerfahrene Katzen.

 

Gefahren & Risiken für Freigänger-Katzen 

Grundsätzlich entspricht das Leben im Freien eher der Natur einer Katze, da sie dort ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Jagen, Schleichen und Erkunden ausleben kann. Jedoch müssen Sie sich den möglichen Risiken bewusst sein, die mit dem Freigang Ihrer Katze einher gehen:

  • Verkehrsunfälle
  • Andere Katzen & Tiere
  • Verletzungen & gefährliche Katzenkrankheiten
  • Orientierungslosigkeit & offene Gebäude
  • Diebstahl & Tierquäler
  • Jäger

Wenn man seiner Katze den Freigang erlaubt, gibt man ein gewisses Maß an Kontrolle über die Katze ab. Was definitiv bei der Entscheidung bedacht werden sollte ist, dass die Lebenserwartung von Freigängern weit unter der von Hauskatzen liegt.

 

Was ist bei Freigänger-Katzen zu beachten?

Bevor Sie Ihrer Katze den Freigang erlauben, sollten Sie sichergehen, dass sich die Katze mindestens zwei Monate an ihr neues Zuhause gewöhnt hat. Ihr Haus oder Ihre Wohnung sollte für Ihre Katze als ein sicherer Rückzugsort verankert sein, sodass sie sich nie zu weit entfernt. Daneben gibt es jedoch auch andere wichtige Dinge, die beachtet werden sollten.

 

Impfungen & Kastration

Es ist selbstverständlich die Pflicht eines jeden Katzenhalters, seine Katze regelmäßig impfen zu lassen. So kann gefährlichen Krankheiten vorgebeugt und Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Um ungewolltem Nachwuchs oder aggressiven Revierkämpfen mit Artgenossen aus dem Weg zu gehen, sollte eine Kastration in Erwägung gezogen werden. 

 

Fütterung

Bei der Fütterung von Freigänger-Katzen sollte sorgfältig darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Überfütterung kommt. Oftmals holen sich viele Katzen Futter oder Leckerli in der Nachbarschaft ab oder jagen selbst nach ihrem Futter. Über Beutetiere kann sich Ihre Katze natürlich auch gewisse Krankheiten oder Parasiten einfangen, weswegen strengstens auf regelmäßige Impfungen geachtet werden sollte. Muss die Katze eine bestimmte Diät aufgrund von Futtermittelunverträglichkeiten einhalten, wird vom Freigang abgeraten.

 

Kennzeichnung

Die beste Methode für die Markierung Ihrer Katze ist das Chippen. Der Chip wird im Nacken unter die Haut eingesetzt und ermöglicht es, mithilfe eines Lesegerätes alle wichtigen Daten zu der Katze und ihrem Besitzer in Erfahrung zu bringen. Sollten Sie ihre Freigänger-Katze also verlieren, kann der Finder Sie ganz schnell bei einer Tierärztin oder einem Tierheim ausfindig machen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Halsband mit GPS und Peilsender

 

Aus- & Eingang

Was oftmals schnell vernachlässigt wird: Ein geeigneter Aus- und Eingang. Es sollte im Vornherein geklärt sein, wie die Katze die Wohnung für den Freigang verlassen kann und wie sie wieder reinkommt.

 

Was ist bei Wohnungskatzen zu beachten? 

Grundsätzlich haben Wohnungskatzen ein sichereres Leben, allerdings ist dieses auch mit wenig Abwechslung verbunden. Sollten Sie sich gegen die Freigänger-Katze entscheiden, müssen Sie einige Dinge beachten, damit Sie Ihrer Katze genügend Abwechslung bieten können. Ist sie nämlich nicht ausgelastet genug, kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen. 

 

Keine Gewöhnung an Freigang

Eine Wohnungskatze, die die Welt außerhalb des Zuhauses bereits erkunden konnte, ist nur schwer wieder an ein Leben in der Wohnung zu gewöhnen.

 

Keine Langeweile

Die fehlende Bewegung im Freien muss bei Wohnungskatzen durch ständige Beschäftigung ausgeglichen werden. Aus diesem Grund müssen Sie für reichlich Platz zum Toben und genügend Spielzeug sorgen. Ein positiver Nebeneffekt: Genügend Auslastung durch Bewegung beugt Übergewicht vor.

 

Keine Einzelkatze

Einzelhaltung ist bei Freigänger-Katzen zwar in Ordnung, bei Hauskatzen wird dies aber schnell zum Problem. Insbesondere jüngere Katzen sehnen sich nach Kontakt mit Artgenossen, wobei der Mensch oftmals nicht genug Abhilfe schaffen kann. Aus diesem Grund sollten Hauskatzen definitiv nicht alleine gehalten werden. Der Aufwand für eine zweite Hauskatze ist nicht viel mehr und sorgt eher für eine Entlastung. 

 

Rückzugsmöglichkeiten

Für den Fall, dass sich Ihre Katze unwohl fühlen sollte, müssen Sie ihr definitiv einen Rückzugsort bieten können. Das Revier einer Katze ist ohne Auslauf ohnehin ziemlich eingeschränkt, weswegen sie in der Wohnung möglichst Zugang zu fast allen Räumen haben sollte, um auch mal Ruhe zu finden.

 

Wohnungseinrichtung

Wie Sie Ihre Wohnung katzensicher gestalten und möglichen Gefahren aus dem Weg gehen können, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Katzensicher wohnen - Tipps und Tricks“.

 

Freigänger oder nicht? 

Die Entscheidung zwischen Freilauf und Wohnungshaltung fällt demnach also nicht leicht. 

Wichtig ist es sicher zu stellen, dass der Bereich rund um Ihr Zuhause keine Gefahr für Ihre Katze darstellt. Schließlich möchten Sie nicht ständig in Angst um Ihre Samtpfote leben. Für viele Katzenhalter ist es das Risiko wert, da sie ihrer Katze ein Leben in Freiheit ermöglichen möchten. Jedoch können Katzen, die rein garnicht an Freilauf gewöhnt sind und einen Artgenossen haben, in einer Wohnung ebenso glücklich sein. Ein Mittelweg zwischen dem Freigang und der Haushaltung ist zum Beispiel eine geschlossene Terrasse oder ein Garten. Darüber hinaus kann auch über das Gassi gehen mit einer Leine nachgedacht werden. 

Aktualisiert: 18.11.2019

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