Katzen und ihre Kartons

Woher die Vorliebe von Katzen für kleine Räume kommt

Warum sich Katzen in Kartons verstecken

Eine Umzugskiste hier, ein Schuhkarton da und schwups - hat sich die Katze darin versteckt. Und selbst wenn ein neues Katzenspielzeug oder der Katzenbaum mit der Post kommt, ist die Verpackung oft interessanter als der Inhalt. Woher kommt diese Vorliebe für kleine Räume?

Katzen mögen es gemütlich und warm

Die optimale Temperatur, bei der sich Katzen am wohlsten fühlen, liegt laut verschiedenen Studien zwischen 30 und 36 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen müssen Katzen keine zusätzliche Energie aufwänden, um ihre Körpertemperatur - die zwischen 38 und 39 Grad liegt - zu halten. Anders als Menschen können Katzen die umliegende Temperatur schließlich nicht mit zusätzlicher Kleidung ausgleichen. Die Temperatur in Wohnräumen liegt meist zwischen 17 und 23 Grad: Für Katzen also ziemlich kühl. Geschlossene und kleine Kartons und Kisten bieten sich also hervorragend dafür an, es sich darin gemütlich zu machen. Je kleiner das Versteck, desto schneller wird es darin warm.

Kartons helfen dabei, Stress zu reduzieren

Einen weiteren Grund dafür, warum Katzen enge Kisten mögen, fand eine niederländische Forschungsgruppe in einer 2014 durchgeführten Studie heraus. Die Forscher der Universität Utrecht untersuchten 19 Katzen, die neu in ein Tierheim eingezogen waren. Insbesondere Tierheime können bei Katzen für großen Stress sorgen, da sie plötzlich in einer neuen Umgebung sind und auf neue Artgenossen treffen. Allgemein können Stresssituationen einen großen Einfluss auf die Gesundheit von Katzen haben. Stress lässt das Stresshormon Kortisol ansteigen, was dazu führen kann, dass das Immunsystem der Katzen geschwächt wird. Oft sind Infektionskrankheiten die Folge.

Die Forschungsgruppe teilte die 19 Neuankömmlinge in dem niederländischen Tierheim in zwei Gruppen ein: 10 der Katzen bekamen eine Kiste zum Verstecken, die 9 übrigen Katzen bekamen keine Kiste. Mit Hilfe des sogenannten Kessler und Turner Cat-Stress-Score wurde über einen Zeitraum von 14 Tagen das Stresslevel der einzelnen Katzen gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass das Stresslevel aller 19 Katzen am Ende der 14 Tage gleich niedrig war. Allerdings erreichten die Katzen, die eine Kiste zum Verstecken bekommen hatten, dieses  niedrigere Stresslevel bereits an Tag 3 der Untersuchung. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass sich Katzen, die eine Rückzugsmöglichkeit haben, schneller von stressigen Situationen erholen und schneller an eine neue Umgebung gewöhnen. Rückzugsorte wie Kisten und Kartons können also positive Effekte auf die Gesundheit Ihrer Katze haben.

Katzen sind Entdecker

Letztlich gilt: Katzen sind neugierige Wesen und gehen auch gerne mal auf Entdeckungstour. Eine Kiste oder ein Karton eignen sich daher auch gut als Spielzeug. So kann verstecktes Spielzeug oder zerknülltes Zeitungspapier in der Kiste für Spielspaß bei Ihrer Katze sorgen. Ein  Karton mit ein paar Schlitzen und Löchern ist direkt ein bisschen spannender und kann Katzen erstaunlich lange beschäftigen.

Aktualisiert: 24.07.2019

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