Balkon & Garten katzensicher machen – so geht's!

Katze auf Balkon mit Katzennetz © istockphoto, MartinDeja

Nicht nur im Haus oder der Wohnung lauern verschiedene Gefahren für Katzen, auch Balkon und Garten bergen einige Risiken für Stubentiger. Was in puncto Katzennetz, Vogeltränke und Gartenzaun zu beachten ist und wie Sie Ihren Balkon und Garten katzensicher machen, erfahren Sie im Folgenden.

Den Balkon katzensicher machen

Wenn die Katze Zugang zu einem Balkon hat, sollte er mit einem Netz gesichert werden. Ein Balkon ohne Netz darf sich höchstens im Erdgeschoss befinden – ab dem ersten Stock können Stürze tödlich enden, vor allem bei jungen oder alten Katzen oder wenn sich direkt unter dem Balkon eine Steinterrasse befindet.

Die Katze sollte nicht auf dem Balkon ausgesperrt werden – sie muss jederzeit die Gelegenheit haben, ins Haus zu gehen. Handelt es sich um einen Balkon ohne Dach, braucht sie außerdem einen Sonnen- und Regenschutz. Dafür empfiehlt sich eine wind- und wetterdichte Kiste, die mit einer Decke ausgepolstert ist und nicht mit der Öffnung zur Wetterseite Westen zeigt.

Katzennetz für den Balkon richtig anbringen

Die Maschen des Katzennetzes am Balkon sollten groß genug sein, dass die Katze hindurchgreifen kann, ohne darin hängen zu bleiben, aber auch klein genug, damit sie nicht mit dem Kopf hindurchpasst – je nach Größe der Katze ist eine Maschenweite von zwei bis drei Zentimetern angebracht.

Das Katzennetz sollte möglichst aus leicht nachgiebigem, aber nicht elastischem, dickerem Garn bestehen, ähnlich einem Fußball-Tornetz. Außerdem darf es nicht ausfransen, um ein Verheddern der Krallen darin zu verhindern. Man sollte es regelmäßig auf Löcher und Schäden kontrollieren und wenn nötig austauschen.

Auf einem katzensicheren Balkon darf kein Platz zwischen Geländer und Netz bestehen bleiben – das Katzennetz muss überall eng anliegen und bis zum Boden befestigt werden, am besten mit Kabelbindern. Die Katze soll sich nicht zwischen Netz und Geländer einklemmen können.

Wird das Netz neu angebracht, ist es zunächst äußerst interessant für die Katze – der Besitzer sollte während der ersten Zeit anwesend sein, um sie wenn nötig aus den Maschen zu befreien. Nach etwa zwei Wochen sollte die Katze sich allerdings daran gewöhnt haben und sich wieder interessanteren Spielen zuwenden. Dasselbe Verfahren kann auch für die Gewöhnung an Insektenschutztüren oder Fliegengitter vor Fenstern angewandt werden.

Der Garten – Jagdrevier und Spielwiese

Wenn die eigene Katze ein Freigänger ist oder Freigänger in der Nachbarschaft leben, sollten Nistkästen, Vogeltränken und -häuschen im Garten unbedingt gegen sie gesichert werden. Sie sollten für die Katze nicht erreichbar und möglichst weit entfernt von schützendem Gebüsch oder ähnlichem Unterschlupf entfernt aufgestellt werden – dafür empfiehlt sich ein hoher, stabiler Pflock, um den zusätzlich ein metallischer Schutzring von etwa 25 bis 30 Zentimetern Breite angebracht werden kann. Da die Krallen der Katze darauf keinen Halt finden, kann sie nicht am Stamm hinaufklettern.

Verschiedene Studien belegen, dass Katzen zwar jedes Jahr eine unter Umständen hohe Zahl an Vögeln und Mäusen töten, auch ohne sie zu fressen – allerdings stellen sie in der Regel keine Gefahr für die einheimische Artenvielfalt dar, es sei denn, sie werden auf Inseln eingeführt, wo sie als zuvor unbekannte Jäger das natürliche Räuber-Beute-Gleichgewicht stören. Eine an Freilauf gewöhnte Katze während der Brut- und Setzzeit im Haus einzusperren, ist nicht zu empfehlen.

Freigänger sollten jedoch am besten zwölfmal im Jahr entwurmt werden, also öfter als reine Wohnungskatzen, bei denen ein- bis viermal im Jahr normalerweise ausreicht.

Ein katzensicherer Gartenzaun existiert nicht

Gärten oder Blumenbeete katzensicher einzuzäunen ist praktisch unmöglich – ein Zaun stellt kein nennenswertes Hindernis für Katzen dar. Umgekehrt bedeutet ein eingezäunter Garten allerdings auch keine Gefahr für die Katze. Selbst bei Gartenzäunen aus spitz zulaufenden Holzlatten ist es in höchstem Maße unwahrscheinlich, dass die Katze sich beim Überspringen daran verletzt. In der Regel werden Hindernisse eher umgangen, als übersprungen.

Eine Freigängerkatze wird sich nicht ausschließlich im eigenen, eingezäunten Garten aufhalten, sondern stattdessen größere Reviere durchstreifen. Stark befahrene Straßen sind natürlich potenziell gefährlich. Andererseits kann die Katze sich auch in der Wohnung tödlich verletzen.

Die Katze an einer Leine spazieren zu führen, ist in keinem Fall zu empfehlen – es entspricht in keiner Weise dem Wesen oder Normalverhalten dieser Tiere und schränkt sie viel zu sehr in ihrer Freiheit ein. Als Besitzer sollte man sich vor der Anschaffung einer Katze überlegen, ob man sie als Wohnungskatze oder Freigänger halten möchte und sich auf die entsprechenden Gefahren einstellen.

Ein katzensicherer Garten ist ebenso wie eine Katzensicherung der Terrasse unmöglich und auch unnötig – Katzen verletzen sich in der Regel nur selten in der freien Natur.

Wasserflächen gut abdecken

Möchte man seinen Pool, Gartenteich oder die Regentonnen katzensicher abdecken, sind engmaschige Netze, stabile Planen und mit Steinen beschwerte Deckel eher zu empfehlen als Zäune. Hält sich nicht mindestens eine Person im Garten auf, sollte der Pool vollständig abgedeckt werden, damit weder die eigene noch fremde Katzen darin ertrinken können.

Aktualisiert: 19.05.2017 – Autor: Marion Schmitt

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