Der richtige Sattel für Ihr Pferd

Der richtige Sattel ist bequem für den Reiter und angenehm für das Pferd. Dabei muss jede Art von Sattel zu der Sattellage und Rückenlinie des Pferdes passen.

Pferd mit Sattel © istockphoto, Azaliya

Im Pferdesport nimmt der Sattel eine wichtige Rolle für Pferd und Reiter ein. Die Auswahl ist groß: Ob Dressursattel oder Springsattel, Trekkingsattel oder Vielseitigkeitssattel – jede Disziplin hat verschiedene Arten von Sätteln entwickelt, die besonders an die jeweiligen Anforderungen angepasst sind. Wie Sie den richtigen Sattel für Ihr Pferd finden und was beim Anpassen zu beachten ist, erklären wir Ihnen hier. Außerdem geben wir Tipps zum richtigen Satteln und zur Auswahl der passenden Unterlage.

Für jedes Pferd ein passender Sattel 

Den richtigen Sattel für ein Pferd zu finden, ist oft nicht einfach. Denn jedes Pferd hat einen etwas anderen Körperbau und stellt daher andere Ansprüche an den Sattel. Spezielle Merkmale wie ein kurzer Rücken, ein hoher Widerrist oder breite Schultern erschweren häufig die Suche nach einem passenden Sattel. 

In solchen Fällen sind eine sorgfältige Auswahl und das gute Anpassen des Sattels an den Pferderücken durch einen Sattler umso wichtiger. Ein schlecht passender Sattel kann drücken oder rutschen und so Satteldruck, Verspannungen und Rittigkeitsprobleme beim Pferd verursachen. 

Gelpads, Satteldecken, Schabracken, Lammfell und verschiedene andere Unterlagen verbessern die Lage des Sattels, gleichen kleinere Mängel aus und helfen, Probleme zu verhindern. Dennoch können sie das richtige Anpassen eines Sattels nicht ersetzen.

Der Aufbau des Sattels

Der grundlegende Aufbau eines Sattels ist in allen Sparten des Reitsports ähnlich. Der Sattel dient dazu, dem Reiter einen sicheren Halt und möglichst bequemen Sitz auf dem Pferderücken zu ermöglichen. Die meisten Sättel bestehen aus Leder und einem Grundgerüst aus Metall. Aber auch Kunststoff, Fell und Holz werden von manchen Herstellern für Sättel verwendet.

Die Sättel der Englischen Reitweise, die in Deutschland hauptsächlich für den Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitssport verwendet werden, setzen sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Sattelbaum (innen liegendes Gerüst des Sattels)
  • Sattelkammer mit Kopfeisen (stützt den Sattel über dem Widerrist des Pferdes)
  • Sitzfläche mit Vorderzwiesel (vordere Begrenzung) und Hinterzwiesel (hintere Begrenzung, Lehne des Sattels)
  • Sitzkissen (Polster für den Pferderücken unterhalb der Sitzfläche)
  • zwei Sattelblätter
  • zwei Schweißblätter (unter dem Sattelblatt gelegen)
  • Pauschen (Polster im Bereich des Knies des Reiters)
  • zwei Steigbügel
  • Gurtstrippen (meist jeweils drei auf einer Seite zur Befestigung des Sattelgurtes)

Bei der Beschreibung eines Sattels zum Verkauf werden vor allem die Breite des Kopfeisens (auch als Kammerweite oder Weite der Sattelkammer bezeichnet) und die Größe der Sitzfläche in Zoll angegeben. Dies sind die beiden Hauptgrößen, anhand derer die Größe des Sattels beurteilt wird.

Verschiedene Arten von Sätteln

Die verschiedenen Disziplinen des Reitsports stellen unterschiedliche Anforderungen an die Ausrüstung von Pferd und Reiter, so auch an den Sattel. Der allgemeine Aufbau des Sattels ist in allen Disziplinen ähnlich und wird nur an einigen Stellen mehr oder weniger stark abgeändert. Diese Veränderungen beeinflussen den Sitz des Reiters, und seine Einwirkung auf das Pferd.

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Arten von Sätteln vor:

  • Dressursattel
  • Springsattel
  • Vielseitigkeitssattel
  • Trekkingsattel
  • Rennsattel
  • Westernsattel
  • Damensattel

Dressursattel für einen aufrechten Sitz

Der Dressursattel besitzt im Vergleich zu einem Springsattel oder Rennsattel ein sehr langes, gerades Sattelblatt. Dieses ermöglicht es dem Reiter, die Beine locker und lang an den Pferdekörper zu legen und den aufrechten, gestreckten Dressursitz einzunehmen. 

Bei manchen Marken von Dressursätteln stabilisieren dicke Pauschen am Sattelblatt vor und hinter dem Knie des Reiters das Bein in seiner Lage. Auch die Lehne oder Hinterzwiesel des Dressursattels kann teilweise recht hoch und ausgeprägt sein. 

Der Dressursattel ermöglicht dem Reiter einen kontrollierten, geraden Sitz und gute Einwirkung. Für größere Sprünge oder stundenlange Ritte im Gelände ist er aber weniger geeignet.

Guter Halt dank Springsattel

Der Springsattel zeichnet sich durch ein insgesamt flache Form mit eher niedrigem Sitzkissen und ein kurzes, rundes und oft etwas nach vorne zur Schulter des Pferdes gewölbtes Sattelblatt aus. 

Dadurch und durch die kürzer verschnallten Steigbügel winkelt der Reiter das Bein mehr an als in einem Dressursattel und bekommt einen besseren Halt mit dem Knie. Der Sitz ist weniger gestreckt, sodass sich der Reiter bei Bedarf über dem Sprung nach vorn beugen und das Gesäß aus dem Sattel heben kann. So entlastet er den Pferderücken optimal. 

Auch für Ritte im Gelände und als Sattel für junge Pferde eignet sich der Springsattel, da der Reiter darin einen guten Halt hat. So kann er auch bei unerwarteten Bocksprüngen des Pferdes oder Hindernissen im Gelände besser die Balance halten als etwa in einem Dressursattel.

Vielseitigkeitssattel: ideal für Freizeitreiter

Ein Vielseitigkeitssattel wird seinem Namen durch seinen vielseitig verwendbaren Aufbau gerecht. Er vereint Vorteile des Dressursattels und des Springsattels in einem Sattel. 

Ein Vielseitigkeitssattel wird meist entweder mit Schwerpunkt Dressur oder Schwerpunkt Springen hergestellt. Je nach Schwerpunkt tendiert die Form des Sattelblattes zu der entsprechenden Grundform. 

Vielseitigkeitssättel werden von Vielseitigkeitsreitern oder auch Freizeitreitern für die Dressur, das Springen und das Gelände verwendet. 

Trekkingsattel für lange Ritte

Trekkingsättel sind darauf ausgerichtet, dem Reiter auf langen Ritten einen möglichst guten Sitzkomfort und guten Halt zu ermöglichen. Dementsprechend sind sie meist gut gepolstert, haben eine breite Sitzfläche und große Pauschen. 

Je nach Marke und Hersteller ähneln die Trekkingsättel eher einem Westernsattel oder einem größeren, gepolsterten Vielseitigkeitssattel. Auch Fellsättel und baumlose Sättel (ohne eisernen Sattelbaum) werden gerne für Trekking oder Wanderritte genutzt, weil sie häufig leichter und angenehmer für den Pferderücken sind.

Der Rennsattel – klein und leicht

Der Rennsattel ist ein sehr kleiner und leichter Sattel. Das Sattelblatt ist noch kürzer und weiter nach vorne gewölbt als bei einem Springsattel und die Sitzfläche ist klein und schmal.

Der Reiter oder Jockey steht in den sehr kurzen Steigbügeln regelrecht über dem Pferd und hält nur noch mit den Unterschenkeln Kontakt zum Sattel. So wird das Gewicht des Reiters nach vorne verlagert, der Pferderücken entlastet und das Rennpferd zu einem möglichst schnellen Galopp befähigt.

Westernsattel: sicher und bequem

Der Westernsattel ist eines der bekanntesten Sinnbilder des Westernreitens und des Wilden Westens. Diese Sättel sind deutlich breiter, länger und schwerer als die üblichen englischen Sättel. An der Vorderzwiesel befindet sich ein Horn mit einem Handknauf zur Befestigung der Zügel oder anderer Seile. 

Die langen, breiten Steigbügel und die breite, flache Sitzfläche sorgen für einen sehr sicheren, bequemen Sitz. Westernsättel eignen sich nicht nur sehr gut für die Westerndressur, sondern auch für Trekking und Wanderreiten.

Damensattel – heute nur noch selten

Der Damensattel wurde früher als Sattel für Frauen am Hofe benutzt und findet heute vor allem auf Shows und Vorführungen des barocken Reitstils Verwendung. 

Bei dem Reitsattel für Frauen sind nur auf der linken Seite des Pferdes ein Sattelblatt und ein Steigbügel vorhanden, während das rechte Bein der Reiterin von Pauschen gestützt über den Widerrist gelegt wird. Die Reiterin sitzt im sogenannten Seitensitz oder Damensitz auf dem Pferd. Mit einer Dressurgerte übermittelt sie dem Pferd die Signale und Hilfen, die sonst mit dem rechten Bein gegeben werden. 

Der Damensattel erfordert eine balancierte Reiterin und erfahrene Pferde und ist daher üblicherweise kein Sattel für junge Pferde.

Marken und Hersteller für Sättel

Die meisten Hersteller und Sattler fertigen nicht nur eine Art von Sattel an, sondern produzieren außer Dressursätteln auch Springsättel und Vielseitigkeitssättel. Einige Marken sind jedoch besonders für eine bestimmte Art von Sattel bekannt.

Viele Dressursättel stammen in Deutschland von Prestige® oder Passier®, während Springsättel häufig von Eurosport® oder Stübben® hergestellt werden. Viele weitere Marken und Hersteller von Sätteln finden sich in jedem gut organisierten Reitsportgeschäft.

Aktualisiert: 30.11.2018 – Autor: Nicole Kreutzfeldt

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