Ohrenpflege bei Katzen: Ja oder Nein?

Müssen Katzenohren gesäubert werden? Und wenn ja, wie?

Tiergesund_Katze_Ohrenpflege

Die Ohren von Katzen sind wahre Bewegungskünstler: Bis zu 30 Muskeln sind im Einsatz, damit die Fellnasen ihre Ohren in die unterschiedlichsten Richtungen drehen können, um jedes noch so kleine Geräusch zu hören - auch ohne ihren Kopf dabei zu drehen. Auch das leiseste Geräusch in hohen Frequenzen wird so eingefangen. Klar, dass die sensiblen Lauscher auch eine gute Pflege benötigen. In der Regel übernehmen Katzen diese Pflege selbst. Wir erklären, in welchen Fällen sie Hilfe benötigen und was dabei zu beachten ist.

Müssen Katzenohren besonders gepflegt und gesäubert werden?

Im Normalfall ist eine zusätzliche Reinigung der Katzenohren durch Menschenhand nicht nötig, da die Ohren sich von selbst reinigen und die äußeren Bereiche durch die typische Katzenwäsche abgedeckt werden. Liegt allerdings ein Milben- oder Pilzbefall in den Ohren vor, brauchen die Katzen Unterstützung bei der Pflege. Milben und Pilze fühlen sich auf der warmen und feuchten Haut im Katzenohr besonders wohl und vermehren sich entsprechend schnell. Ein Befall zeigt sich meist an kleinen, schwarzen Punkten im Ohr, Kratzspuren um die Ohren herum sowie übermäßig viel Ohrenschmalz und Rötungen.

Bei einem Verdacht auf Milben oder andere Parasiten, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann Ihnen spezielle Mittel verschreiben, mit denen der Befall behandelt werden kann. Einige Katzenrassen und Mischlinge neigen außerdem zu einer verstärkten Ohrenschmalzbildung. Im schlimmsten Fall kann der übermäßige Schmalz zu faulen beginnen und eine Entzündung hervorrufen. Ist das bei Ihrer Katze der Fall, sollten Sie die Ohren regelmäßig reinigen.

Wie funktioniert die Ohrenpflege bei Katzen?

Katzenohren lassen sich ganz einfach mit einem Tuch säubern. Im Fachhandel, Zoogeschäften oder beim Tierarzt erhalten Sie Tinkturen, die speziell für die Reinigung der sensiblen Katzenohren bestimmt sind. Diese werden in die Ohren geträufelt und müssen dann ein paar Minuten einwirken. Ein Tipp: Erwärmen Sie die Tinktur auf Zimmertemperatur, bevor Sie sie ins Ohr Ihrer Katze geben. So erschrickt sich die Katze nicht vor der kühlen Temperatur der Tinktur. Aber auch mit einem trockenen und sauberen Tuch sind Sie in der Regel gut aufgestellt.

Für die Reinigung der Ohren suchen Sie sich am besten einen ruhigen Moment, in dem Ihre Katze entspannt wirkt und sich idealerweise schon an Sie gekuschelt hat und eine Streicheleinheit genießt. Achten Sie auch darauf, dass die Lichtverhältnisse günstig sind und Sie alles erkennen können. Umgreifen Sie mit beiden Händen das Ohr und drücken Sie die Ohrmuschel sanft mit dem Daumen zurück. Ohne Druck aufzuwenden, können Sie dann mit dem Tuch über die Haut im Ohr streichen. Auf keinen Fall sollten Sie bei der Anwendung zu grob werden, das kann die Katze verschrecken und zu Verletzungen führen.

Was bei sensiblen Katzenohren zu beachten ist

Vorsicht ist bei der Reinigung mit Wasser geboten! Sie können das Tuch, mit dem die Ohren gesäubert werden leicht anfeuchten, es aber auf keinen Fall nass benutzen. Das Wasser kann sich sonst im Ohr verteilen und schlimmstenfalls eine Entzündung hervorrufen. Zudem sprechen wir wohl aus Erfahrung, wenn wir sagen, dass Wasser im Ohr kein angenehmes Gefühl ist.

Achten Sie generell darauf, beim Reinigen der Katzenohren nicht zu weit in den Gehörgang vorzudringen, da Sie sonst eine Verletzung riskieren. Auch spitze Gegenstände oder bloß eingerollte Papiertücher sollten nicht verwendet werden. Vorsichtig sollten Sie auch mit Wattestäbchen umgehen. Diese eigenen sich für den äußeren Bereich der Ohrmuschel, jedoch nicht für den tieferliegenden Bereich des Ohrs. Dabei besteht die Gefahr, den Schmutz und Ohrenschmalz noch tiefer in den Gehörgang zu drücken.
Grundsätzlich gilt: Arbeiten Sie mit Vorsicht und so behutsam wie möglich an den flauschigen Ohren. So gelingt die Reinigung und Ihre Katze ist wieder glücklich und zufrieden.

Aktualisiert: 30.08.2019

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