Arthrose beim Hund – was hilft?

Immer mehr Hunde leiden an Arthrose, einer chronischen Gelenkerkrankung. Die typischen Symptome sind oft Folge der Schmerzen, welche die Krankheit verursacht.

Hund mit Arthrose © istockphoto, stonena7

Bei der Arthrose des Hundes handelt es sich um eine chronische nicht-infektiöse Gelenkerkrankung. Betroffen ist hierbei der Gelenkknorpel, der an Elastizität verliert und somit vermehrt abgerieben wird. Die Oberfläche des Knorpels wird rissig und schließlich kommt es zu Zubildungen an den Knochen (Osteophyten).

Primäre und sekundäre Arthrose

Unterschieden werden beim Hund die primäre und sekundäre Arthrose, wobei die Ursache einer primären Arthrose unbekannt ist. Für das Auftreten einer sekundären Arthrose hingegen gibt es eine Vielzahl an Ursachen.

Hierzu zählen angeborene Fehlbildungen bei Hunden, ebenso wie Fehlbelastungen oder Überbelastungen, zum Beispiel aufgrund von zu exzessivem Training. Auch Traumata, Gelenkentzündungen (Arthritis) oder neurologische Erkrankungen können zu einer sekundären Arthrose bei Hunden führen.

Arthrose beim Hund erkennen

Hunde, die an Arthrose leiden, zeigen nach und nach eine vermehrte Bewegungsunlust. Ehemals aktive Hunde werden ruhiger und gerade Treppensteigen oder das Springen auf höher gelegene Gegenstände werden nun vermieden.

Macht der Hund beim Spaziergang kurze, abgehackte Schritte, so kann dies ebenfalls auf eine Arthrose hindeuten. Im Sitzen zeigen erkrankte Hunde eine schiefe Körperhaltung und strecken ein betroffenes Bein oftmals vom Körper weg.

Typische Anzeichen von Arthrose bei Hunden

Alle genannten Arthrose-Anzeichen sind Schmerzäußerungen des Hundes. Dies kann sogar so weit gehen, dass Hunde Wesensänderungen zeigen und sich vermehrt gereizt oder unruhig verhalten.

Oftmals werden die Symptome bei kaltem, nebligem Wetter oder bei körperlicher Beanspruchung deutlicher, da der Schmerz dann zunimmt. Die Steifheit in den Gelenken kann sich nach einer gewissen Warmlaufphase verringern oder sogar gänzlich verschwinden.

Grundsätzlich nimmt die Gelenkbeweglichkeit jedoch mit dem Fortschreiten der Arthrose immer weiter ab. Beim genauen Durchtasten des Hundes können eventuell Schwellungen am betroffenen Gelenk gefühlt werden.

Arthrosearten beim Hund

Von Arthrose betroffen sind vor allem jene Gelenke des Hundes, die besonders hohen Belastungen ausgesetzt sind:

  • Kniegelenk (Gonarthrose)
  • Hüftgelenk (Coxarthrose)
  • Ellbogengelenk (Cubarthrose)
  • Schultergelenk (Omarthrose)

Neben diesen häufig auftretenden Arten kann es auch zu Arthrosen in den Gelenken der Wirbelsäule oder der Fußwurzel- und Zehengelenke kommen.

Diagnosesicherung durch den Tierarzt

Ein wesentliches diagnostisches Mittel zur Bestätigung des Verdachts einer Arthrose beim Hund ist das Röntgenbild. Dieses wird in zwei Richtungen aufgenommen und ermöglicht dem Tierarzt die genaue Beurteilung des Gelenkschadens sowie den Vergleich mit der gesunden Seite.

Auch die Computertomographie (CT) stellt ein wertvolles Hilfsmittel dar, da sie betroffene Strukturen in einer sehr hohen Detailgenauigkeit abbildet.

Um die Arthrose von einem entzündlichen Geschehen (Arthritis) abzugrenzen, wird der Tierarzt zudem die Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit (Synovia) beurteilen. Synovia wird durch eine Punktion gewonnen, das heißt mittels Einstechen einer sehr feinen Nadel in das entsprechende Gelenk.

Mein Hund hat Arthrose – was tun?

Die Arthrose beim Hund ist eine chronische Krankheit, die sich permanent weiterentwickelt und nicht heilbar ist. Doch mit verschiedensten Möglichkeiten der Behandlung kann dazu beigetragen werden, dem Vierbeiner das Leben mit Arthrose so komfortabel wie möglich zu gestalten. Bei den Therapieansätzen wird unterschieden zwischen konservativen und operativen Methoden.

Die konservative Arthrose-Therapie besteht bei Hunden aus einem Programm, das vor allem auf Konsequenz beruht und mit dem jeder Tierbesitzer unmittelbar beginnen kann:

  • Gewichtskontrolle
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Bewegungseinschränkung
  • Physikalische Therapie
  • Homöopathika
  • Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAIDs)

Fütterung und Bewegung – alles in Maßen

Arthrose ist eine mit Schmerzen verbundene Erkrankung. Je höher das Körpergewicht eines Hundes, desto mehr Druck lastet auf den Gelenken und desto höher ist auch der Schmerzpegel. Daher ist es von enormer Wichtigkeit, auf ein gesundes Körpergewicht des Hundes zu achten. Um die Statur zu beurteilen, benötigt man nichts weiter als die eigenen zwei Hände und Augen.

Eine Orientierungshilfe bietet der Body Condition Score (BCS).  Laut diesem sind bei einem Hund mit Idealgewicht die Rippen tastbar, die Taille von oben gut sichtbar und bei seitlicher Betrachtung die Bauchlinie leicht hochgezogen.

Ein gesundes Maß an Bewegung stellt für Hunde mit Arthrose kein Problem dar, doch auf exzessives Training oder Hundesportarten wie Agility sollte verzichtet werden.

Nahrungsergänzungsmittel in der Ernährung von Hunden mit Arthrose

Bei der Ernährung des Tieres ist die zusätzliche Verabreichung von Nahrungsergänzungsmitteln möglich. Diese enthalten je nach Produkt zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren, Glycosaminoglycane (GAGs) oder auch den Wirkstoff der grünlippigen Neuseelandmuschel. Omega-3-Fettsäuren führen zu einer verminderten Schmerzsymptomatik, während es sich bei GAGs um sogenannte Chondroprotektiva handelt, die den Knorpelabbau verlangsamen.

Der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln ist groß, für welches Produkt man sich schließlich entscheidet, bleibt einem selbst überlassen. Bei Unsicherheit sollte jedoch stets Rücksprache mit dem betreuenden Tierarzt gehalten werden.

Physikalische Therapie und Homöopathie

Auch für Hunde gibt es bei Arthrose die Option einer physikalischen Therapie. Hitzebehandlungen, feuchtwarme Kompressen, kalte Umschläge (Kryotherapie) oder Stoßwellentherapie helfen bei Schmerzen. Gezielte Geh- und Schwimmübungen (Hydrotherapie) erhöhen zudem die Stabilität des Gelenks.

Wird das betroffene Bein aufgrund der Arthrose nicht mehr korrekt belastet, so kommt es zum Abbau der Muskelmasse. Um dem entgegenzuwirken, können Hunden gezielte Massagen helfen. Die Massagen entspannen die Muskulatur des Tieres und fördern zudem die Durchblutung.

Ebenso können Homöopathika die Beschwerden einer Arthrose mindern. In der Homöopathie wird stets der Patient als ein Ganzes betrachtet, weshalb nicht pauschal ein Mittel verabreicht werden kann.

Einige Beispiele in Form von Globuli oder Tabletten sind Causticum D12 oder D6, Thuja D12, Conium D4, Dulcamara D6, Rhus toxicodendron D12 oder Bryonia D6. Alternativ kann das Komplexmittel Traumeel® verwendet werden.

Medikamente gegen die Schmerzen

Zeigen die alternativen Therapien keinen Erfolg und das Tier leidet weiterhin unter Schmerzen, so ist die Verabreichung von Schmerzmitteln in Form von nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAIDs) der nächste Schritt.

Häufig verwendete Medikamente sind jene mit dem Wirkstoff Carprofen, Meloxicam oder Piroxicam. Wie bei allen NSAIDs können Nebenwirkungen in Form von Schädigungen des Magen-Darm-Trakts oder der Niere auftreten.

Konservativ erfolglos – folgt nun die Operation?

Eine Operationsmethode ist die Versteifung (Arthrodese) von Gelenken, doch dies reduziert sich vor allem auf Schulter- und Fußwurzelgelenke. Mit Einschränkung ist diese Operation auch bei Ellbogen- oder Kniegelenk möglich. Nach Abheilung ist der Hund dann schmerzfrei.

Ist das Hüftgelenk des Hundes von Arthrose betroffen, so besteht die Möglichkeit, einen Teil des Gelenks zu entfernen. Dadurch wird das Reiben der Knochen aneinander verhindert, das Tier ist schmerzfrei und die Beweglichkeit bleibt weiterhin erhalten. Für Hüft-, Ellbogen- und Kniegelenk gibt es mittlerweile auch einen Gelenkersatz in Form von Prothesen.

Prognose – wie geht es weiter?

Die Prognose ist für jeden Hund individuell zu stellen. Hierzu sind sämtliche Faktoren zu berücksichtigen:

  • Welches Gelenk ist von Arthrose betroffen?
  • Sind eventuell sogar mehrere Gelenke betroffen?
  • Wie schwer sind die Gelenke betroffen?
  • Spricht das Tier auf eine konservative Therapie an?
  • Ist eine Operation möglich?

So können zum Beispiel Hunde, die schmerzfrei sind und deren Lebensqualität erhalten bleibt, durchaus eine hohe Lebenserwartung trotz Arthrose aufweisen. An das Einschläfern des Hundes (Euthanasie) sollte nur als letzte Option nach eingehendem Gespräch mit dem betreuenden Tierarzt gedacht werden.

Arthrose vorbeugen

Das Risiko für Hunde, an Arthrose zu erkranken, ist stets gegeben – und es gibt kein Patentrezept für die Vorbeugung. Wichtig ist, bei der Fütterung von Welpen und Junghunden auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Exzessive Fütterung sowie ein falsches Kalzium-Phosphat-Verhältnis im Futter erhöhen das Risiko von Skelettentwicklungsstörungen und haben oft Arthrosen zur Folge. Zudem sollte sich die Bewegung des Hundes auf ein gesundes Maß beschränken.

Aktualisiert: 28.06.2018 – Autor: Theresa Heimerl

Weitere Artikel

Nach oben