Erbrechen beim Hund

Wenn ein Hund erbricht, kann das viele Ursachen haben. Neben dem Futter können auch Krankheiten Erbrechen auslösen. Schonkost hilft beim Behandeln.

Hund erbricht © istockphoto, PhilStev

Die meisten Hundebesitzer werden bereits das eine oder andere Mal beobachtet haben, dass ihr Hund bricht. Oft bleibt es bei einem einmaligen Geschehen, doch es kann auch zu immer wiederkehrendem und chronischem Erbrechen bei Hunden kommen.

Erbrechen wird meist durch eine Funktionsstörung des Magens verursacht, doch auch Störungen anderer Organe oder eine Vergiftung können Ursache für das Übergeben des Hundes sein. Im Folgenden werden unter anderem verschiedene Ursachen für das Erbrechen bei Hunden aufgelistet sowie passende Therapien aufgezeigt.

Übelkeit, Würgen und Erbrechen beim Hund 

Erbrechen ist ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers, der dazu dient, Fremdkörper oder giftige Substanzen möglichst schnell wieder aus dem Körper heraus zu befördern. Typischerweise wird das Erbrechen in drei Phasen eingeteilt:

  1. Übelkeit
  2. Würgen
  3. Erbrechen

In der Phase der Übelkeit wird der Hund unruhig, gähnt, schmatzt oder speichelt vermehrt. Viele Hunde fressen in dieser Phase auch Gras.

Beim Würgen zieht der Hund die Bauchmuskulatur zusammen, krümmt den Rücken auf und hält das Maul dabei die ganze Zeit geschlossen.

Schließlich wird der betroffene Hund in der letzten Phase den Mageninhalt erbrechen. Hat er zuvor Gras gefressen, dann wird dieses zusammen mit Schleim und eventuell auch Galle (gelber Schleim) erbrochen. Gelegentlich ist dem Erbrochenen auch weißer Schaum beigemischt. 

Einige Hunde, meist kleinere Rassen, zittern während der Übelkeit oder auch Brechphase. Mit dem Ende des Erbrechens legt sich in der Regel auch das Zittern beim Hund wieder. Hält das Zittern und Erbrechen jedoch über einige Stunden an, dann sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, um eine Vergiftung auszuschließen.

Erbrechen oder Regurgitieren?

Oft wird Erbrechen beim Hund mit einem anderen Mechanismus verwechselt, dem sogenannten Regurgitieren. Im Gegensatz zum Erbrechen ist das Regurgitieren nicht aktiv, sondern passiv. Der Hund hustet, wobei Futter und/oder Wasser aus der Speiseröhre wieder zurück in die Maulhöhle kommen und ausgespuckt werden. Der ganze Vorgang geschieht meist sehr schnell und es gehen weder Übelkeit noch Würgen voraus.

Es ist wichtig, beim Hund zwischen Erbrechen und Regurgitieren zu unterscheiden, da beide unterschiedliche Ursachen haben. Während bei der Regurgitation eine Störung der Speiseröhre des Hundes vorliegt, ist das Problem beim Erbrechen meist der Magen.

Anzeichen einer Magendrehung

Weitere Symptome, die bei Hunden mit Erbrechen verwechselt werden können, sind jene einer Magendrehung. Dabei handelt es sich um eine gefährliche Erkrankung, die in der Regel große Hunderassen wie Deutsche Dogge, Deutscher Schäferhund oder Irish Setter betrifft und immer eine rasche Operation erfordert. 

Hunde mit einer Magendrehung sind sehr unruhig, speicheln vermehrt und zeigen sowohl Übelkeit als auch Würgen. Die Hunde versuchen vergeblich zu erbrechen, doch aufgrund des verdrehten Magens gelingt dies nicht.

Ursachen von akutem Erbrechen beim Hund

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen akutem und chronischem Erbrechen beim Hund. Akutes Erbrechen beim Hund beginnt plötzlich und tritt nur vereinzelt auf, wohingegen chronisches Erbrechen länger als zwei Wochen andauert. Erbricht der Hund nachts, dann ist der Grund meist ein leerer Magen.

Wenn der Hund akut bricht, so kommen folgende Ursachen in Betracht:

  • Reaktion auf Futtermittel
  • verschluckte Fremdkörper (Plastik, Stoff, Holz, Steine etc.)
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Entzündungen des Dickdarms (Colitis)
  • blutige Magen-Darm-Entzündungen (Hämorrhagische Gastroenteritis)
  • Infektionskrankheiten
  • Parasiten
  • Medikamente
  • Gifte

Im Folgenden wird nun genauer auf die einzelnen Ursachen eingegangen.

Reaktion auf Futtermittel als Ursache

Die häufigsten Gründe für Erbrechen aufgrund von Futtermitteln sind bei Hunden das Fressen von verdorbenen Lebensmitteln und eine zu rasche Futterumstellung. Wird das Futter umgestellt, so sollte dies schrittweise über mehrere Tage hinweg erfolgen. 

Verdorbene Lebensmittel müssen vor allem vor Welpen in Sicherheit gebracht werden, da diese dazu neigen, alles zu fressen, was ihnen vor die Nase kommt. Allgemein sollte bei der Fütterung des Hundes darauf geachtet werden, frisches Futter anzubieten. Dies spielt eine besonders wichtige Rolle beim Füttern von Rohfleisch (insbesondere beim Barfen). 

Wesentlich seltener ist eine Futtermittelunverträglichkeit (also eine Futtermittelallergie) oder eine Futtermittelintoleranz (keine Beteiligung des Immunsystems) Ursache für das Erbrechen.

Verschluckte Fremdkörper als Ursache 

Auch ungenießbare Dinge wie zum Beispiel Spielsachen oder Steine werden immer wieder von jungen Hunden oder bestimmten Hunderassen (zum Beispiel Beagle oder Labrador Retriever) verschluckt und führen dann zu Erbrechen. 

In diesen Fällen muss der Fremdkörper in der Regel von einem Tierarzt operativ entfernt werden. Kleinere Fremdkörper mit glatter Oberfläche werden meist auf natürlichem Wege durch den Magen-Darm-Trakt transportiert und ausgeschieden. Diese Hunde müssen dann jedoch auch nicht erbrechen. 

Entzündete Bauchorgane als Ursache

Entzündungen von Bauchspeicheldrüse oder Dickdarm können nicht nur Durchfall verursachen, sondern auch dazu führen, dass der Hund erbricht. Bei einer blutigen Magen-Darm-Entzündung ist sowohl im Erbrochenen als auch im Durchfallkot Blut zu finden.

Infektionskrankheiten als Ursache

Ansteckende Krankheiten, die beim Hund unter anderem zu blutigem Erbrechen und Durchfall führen, sind Parvovirose und Staupe. Gerade für Welpen bis zur zwölften Lebenswoche und für ungeimpfte beziehungsweise ungenügend geimpfte Hunde stellen diese Infektionskrankheiten eine große Gefahr dar.

Parasiten als Ursache für Erbrechen

Auch ein Befall mit Parasiten kann der Grund für akutes Erbrechen sein, wobei dann eine Wurmkur Teil der Therapie ist. Parasiten, die Hunden häufig Beschwerden bereiten, sind Rundwürmer (Askariden), Giardien und Kokzidien.

Vergiftung und Medikamente als Ursache 

Bestimmte Gifte (zum Beispiel Frostschutzmittel oder Schneckenkorn) und Nebenwirkungen von Medikamenten, wie Antibiotika oder Chemotherapeutika (Medikamente gegen Tumore), können beim Hund zu Erbrechen führen. 

Auf keinen Fall dürfen dem Hund Medikamente gegeben werden, die für die Behandlung von Menschen gedacht sind – dies kann Erbrechen oder sogar schlimmere Folgen nach sich ziehen.

Ursachen von chronischem Erbrechen beim Hund

Ist das Erbrechen beim Hund bereits ein chronischer Zustand, das heißt das Erbrechen tritt regelmäßig über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen auf, dann können folgende Erkrankungen die Ursache dafür sein:

  • chronische Entzündungen des Magen-Darm-Trakts (Inflammatory Bowel Disease, IBD)
  • Störung der Magenentleerung
  • Unterfunktion der Nebennieren (Morbus Addison)
  • Tumore
  • Erkrankungen der Leber
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Hunde mit chronischem Erbrechen müssen auf jeden Fall zu einem Tierarzt gebracht werden, der dann die Ursache abklären und eine entsprechende Therapie einleiten kann.

Schonkost bei akutem Erbrechen 

Erbricht ein Hund akut, hat kein Fieber und ist auch sonst sehr munter, dann kann konservativ behandelt werden. Das bedeutet zunächst, dem Hund 12 bis 24 Stunden lang kein Futter zu geben, damit sich der gereizte Magen-Darm-Trakt etwas beruhigen kann. Wasser hingegen muss ständig angeboten werden.

Anschließend kann wieder vorsichtig mit Schonkost angefüttert werden. Beispiele für Schonkost sind gekochter Reis, gekochte Nudeln oder gekochte Kartoffeln jeweils kombiniert mit Hüttenkäse oder Geflügelfleisch. Fett sollte für einige Zeit vom Speiseplan des Hundes gestrichen werden. Zu Beginn sollten mehrmals täglich kleine Mahlzeiten gefüttert werden, damit der Hundemagen nicht gleich wieder überfordert wird.

Verträgt der Hund die Fütterung mit Schonkost gut, kann nach und nach wieder auf das ursprüngliche Futter umgestellt werden.

Medikamente gegen Erbrechen

Wenn das Anfüttern mit Schonkost alleine nicht ausreicht, um das Erbrechen beim Hund zu stoppen, dann können vom Tierarzt auch entsprechende Medikamente (sogenannte Antiemetika) verschrieben werden. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Produkte mit den Wirkstoffen Maropitant oder Metoclopramid.

Bei blutigem Erbrechen oder Verdacht auf ein Magengeschwür sollte dem Hund zusätzlich zu den Antiemetika ein Magenschutz gegeben werden, zum Beispiel Omeprazol.

Einfache Hausmittel und Homöopathie zur Behandlung

Homöopathika können unterstützend wirken und das Erbrechen mildern. Ein Beispiel ist die Verabreichung von einigen Globuli Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Pulsatilla D6 (vormittags und abends).

Als einfache Hausmittel helfen Hunden, die ständig erbrechen müssen, auch etwas Kamillentee oder Fencheltee. Dieser kann dem Hund abgekühlt in reiner Form angeboten werden oder unter das Trinkwasser gemischt werden.

Ausnahmsweise kann in Rücksprache mit dem Tierarzt das pflanzliche Humanprodukt Iberogast® bei Hunden gegen Erbrechen angewendet werden. Dazu kann man je nach Größe des Hundes dreimal täglich zwischen fünf und zehn Tropfen verabreichen (vorsichtig dosieren).

Wann muss der Hund zum Tierarzt?

Wenn das Erbrechen nur einmalig vorkommt und der Hund ansonsten fit ist, dann kann die Behandlung mit einfachen Mitteln wie oben beschrieben auch vom Tierbesitzer zu Hause durchgeführt werden.

Kritischer wird es hingegen, wenn der Hund bricht und zusätzlich Durchfall hat, im Erbrochenen Blut beigemengt ist oder sich der Allgemeinzustand des Hundes verschlechtert. Auch bei auftretendem Fieber oder Atemnot muss der Hund umgehend zu einem Tierarzt gebracht werden.

Werden sehr große Mengen erbrochen, dann kann der Hund austrocknen und verliert außerdem wichtige Elektrolyte. Der Tierarzt kann dies durch eine Infusion und sogenannte orale Rehydratationslösungen therapieren.

Aktualisiert: 13.07.2018 – Autor: Theresa Heimerl

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