Mein Hund hat Flöhe – was tun?

Flöhe bei Hunden lassen sich mit verschiedenen Mitteln bekämpfen. Ein Flohbefall verursacht starken Juckreiz und lässt sich oft mit bloßem Auge erkennen.

Hund mit Flöhen © istockphoto, ThamKC

Flöhe sind häufig vorkommende Parasiten, die nicht nur Hunde befallen. Sie sind sowohl auf den Menschen als auch auf Katzen und andere Haustiere übertragbar. Außerdem können Flöhe ihren Wirt mit Viren, Bakterien und Parasiten wie dem Gurkenkernbandwurm infizieren. Die Flöhe sind in verschiedenen Entwicklungsstadien in der Wohnung zu finden, aber auch außerhalb des Hauses. Im Folgenden erfahren Sie, wie Hunde Flöhe bekommen, wie man diese anhand des Aussehens erkennen kann und wie Sie sie wieder loswerden.

Wie sehen Hundeflöhe aus?

Flöhe sind circa 3 mm groß, seitlich abgeflacht und haben kräftige Sprungbeine, mit denen sie bis zu 20 cm hoch und 60 cm weit springen können. Dies tun sie aber in der Regel nur, um ihren Wirt aufzusuchen.

Mit bloßem Auge sind Flöhe auf dem Hund gut erkennbar. Je nach der Stärke des Befalls muss man jedoch einige Zeit aufwenden, um einen Floh zu entdecken.

Wie erkenne ich, ob mein Hund Flöhe hat?

Typische Symptome für Flohbefall bei Hunden sind: 

  • starker Juckreiz
  • eventuell kleine Krusten vor allem an Rücken, Bauch und Innenschenkeln
  • Haarausfall und Hautentzündung sind infolge des Kratzens möglich 

Manchmal entwickeln Hunde auch eine Allergie gegen Flohspeichel, die sogenannte Flohallergie-Dermatitis (FAD). Bei dieser Krankheit reicht schon ein einziger Flohbiss, um Unruhe, starken Juckreiz und heftiges Kratzen zu verursachen. Betroffen ist hierbei häufig die Region um den Schwanzansatz, wobei es in weiterer Folge zu Blutungen und eitrigen Entzündungen kommen kann.

Ob der Hund Flöhe hat, kann man mit einem einfachen Trick herausfinden: Sie suchen im Fell Ihres Hundes nach kleinen, schwarzen Klümpchen (dem Kot der Flöhe), lösen diese mittels Flohkamm aus den Haaren und zerreiben sie auf einem feuchten Küchenpapier. Der Flohkot enthält unverdautes Blut und verfärbt sich daher auf dem Tuch üblicherweise rötlich.

Flöhe oder Läuse – Unterschiede erkennen

Hundeläuse können ebenfalls Juckreiz verursachen. Wie kann man nun unterscheiden, ob der Hund Flöhe oder Läuse hat? Im Gegensatz zu Flöhen kleben Läuse ihre Eier an das Fell des Hundes fest. 

Auch ist der Körperbau beider Parasitenarten sehr unterschiedlich und kann vom Tierarzt mit bloßem Auge oder unter dem Mikroskop beurteilt werden. Zusätzlich kann er Fellproben entnehmen, die nach angeklebten Eiern durchsucht werden können.

Vermehrung und Lebensdauer von Flöhen

Die Vermehrung von Flöhen findet im Fell des befallenen Hundes statt, ebenso die Eiablage. Die Eier, auch "Nissen" genannt, bleiben entweder auf dem Hund liegen oder fallen hinunter und verteilen sich dadurch in der Umgebung. Nach einiger Zeit schlüpfen die Larven, die sich zum Teil vom Kot der Elterntiere ernähren. Sie mögen kein Licht und verstecken sich daher in dunklen Ritzen oder Teppichfasern. 

Auf die zweimalige Häutung der Larven folgt das Verpuppen in einem Kokon. Bei Anzeichen, dass ein Wirtstier in der Nähe sein könnte (Wärme, Erschütterung oder das Kohlenstoffdioxid der ausgeatmeten Luft), schlüpfen sie und befallen das Tier, saugen circa einmal am Tag Blut und vermehren sich weiter. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Flohs beträgt allerdings nur drei Wochen.

Bekämpfung von Flöhen beim Hund

Als Mittel gegen Flöhe bei Hunden werden meist sogenannte Kontaktinsektizide und/oder Entwicklungshemmer eingesetzt.

Kontaktinsektizide wie Pyrethrin, Pyrethroide (zum Beispiel Fipronil, enthalten in Frontline©), Rotenon, Organophosphate oder Carbamate töten die Flöhe je nach Wirkstoff auf unterschiedliche Art. Sie können jedoch zum Teil für Hundewelpen gefährlich sein. Die Wirkdauer ist jeweils unterschiedlich, die Behandlungshäufigkeit ebenso. 

Oft werden Kontaktinsektizide mit Entwicklungshemmern kombiniert, die das Schlüpfen der Flohlarve aus dem Ei und die Häutung der bereits vorhandenen Larven verhindern. So sollten alle Flohstadien möglichst gleichzeitig abgetötet beziehungsweise in ihrer Entwicklung gehemmt werden.

Mögliche Darreichungsformen der Arzneimittel sind:

  • Tabletten
  • Puder
  • Halsband ("Flohhalsband")
  • Spot-on
  • Vernebler – auch "Fogger" genannt. Fälschlicherweise wird das "Foggern" manchmal auch als Ausräuchern bezeichnet. 
  • Auch kann man den Hund mit bestimmten Shampoos baden.

Die sogenannte Spritze oder Impfung gegen Flöhe sind Entwicklungshemmer, in diesem Fall Lufenuron, die in dieser Form nur bei Katzen eingesetzt werden. Bei Hunden sind Tabletten üblich.

Flöhe auch im Haus bekämpfen

Es ist wichtig, gleichzeitig mit dem Hund auch die Umgebung zu behandeln und die Wohnung zu reinigen. Fast 80 Prozent der Flohpopulation besteht aus den Eiern und Larven, die entfernt werden sollten, bevor sie sich zu erwachsenen Flöhen entwickeln und den Hund wieder befallen können. 

Dabei sollte man an den Boden, die Möbel, Kissen, Transportbox und den Autorücksitz denken und Textilien möglichst bei 60 bis 90 °C waschen oder 24 Stunden lang einfrieren.

Hausmittel gegen Flöhe beim Hund

Hausmittel gegen Flöhe sind zum Beispiel ein mit Wasser und etwas Spülmittel gefüllter Teller, in dessen Mitte eine Kerze gestellt wird. Die Flöhe werden von der Wärme angelockt und ertrinken in dem Wasser, dessen Oberflächenspannung durch das Spülmittel herabgesetzt ist. Haustiere sollte man möglichst von der Kerze fernhalten.

Auch bestimmte ätherische Öle können Flöhe vertreiben, allerdings sind einige davon für Tiere sehr giftig. Beispiele für solche giftigen Öle sind Teebaumöl, Zitrusöl oder auch das ätherische Öl vom Kampfer. Deshalb sollte man sich vor der Anwendung möglichst gut darüber informieren, welche Öle zur Behandlung von Hunden geeignet sind.

Vorbeugung von Flohbefall mit Homöopathie

Einige Hunde werden ständig von Flöhen befallen, andere scheinen komplett immun gegen die Parasiten zu sein. Diese Anfälligkeit kann man mittels passender homöopathischer Mittel mindern und dadurch Flohbefall vorbeugen. 

Die Auswahl des individuellen Mittels, der nötigen Potenz und der Häufigkeit der Verabreichung ist sehr komplex und sollte von einem erfahrenen Homöopathen durchgeführt werden. Häufig werden jedoch beispielsweise Sulphur oder Abrotanum eingesetzt. Bei Irritationen durch Flohstiche können Ledum palustre oder Caladium schnell Abhilfe verschaffen und die Beschwerden des Hundes lindern.

Arten von Flöhen bei Hunden

Es gibt verschiedene Arten von Flöhen. Wichtig für Tierhalter sind vor allem der Katzen- und der Hundefloh. Menschenflöhe sind in Mitteleuropa sehr selten geworden.

Katzenflöhe befallen Mensch, Hund und Katze, aber auch viele andere Tierarten. Hundeflöhe saugen am liebsten nur Hundeblut und kommen weniger häufig vor. Die meisten Probleme verursacht hierzulande der Katzenfloh. Unterscheidbar sind die beiden Arten unter dem Mikroskop vor allem anhand der Zacken auf ihrem Kopf. 

Flöhe sind nicht nur im Winter auf unseren Haustieren anzutreffen, sondern können ganzjährig vorkommen. 

Gefahren für Menschen

Obwohl ein Befall mit dem Katzenfloh ansteckend sein kann, ist er kaum gefährlich für Menschen, abgesehen von dem ausgelösten Juckreiz. Die vor allem vom sogenannten Pestfloh übertragene Pest hat hier schon lange an Bedeutung verloren. 

Durch Kratzen an der Stichstelle können jedoch Bakterien eindringen, wie bei anderen Wunden auch. Kinder könnten zudem vom Gurkenkernbandwurm befallen werden, wenn sie einen infizierten Floh verschlucken.

Aktualisiert: 18.05.2017 – Autor: Sarah Postner

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