Giardien beim Hund: Was tun bei Giardiose?

Typisches Symptom von Giardien beim Hund ist wiederkehrender Durchfall. Da die Parasiten über den Kot ausgeschieden werden, ist Giardiose ansteckend.

Junger Hund mit Giardien-Befall © Kristi Vilmunen

Erkrankt ein Hund an Durchfall, der immer wiederkehrt und ist der Kot dünnbreiig, schleimig oder sogar blutig, so kommt ein Befall mit Giardien als Ursache in Betracht. Bei Giardien handelt es sich um Parasiten aus der Gruppe der sogenannten Protozoen. Giardien kommen weltweit vor und gehören bei Hunden zu den am häufigsten diagnostizierten Parasiten im Darm.

Symptome beim Befall mit Giardien

Hunde, die an der sogenannten "Giardiose" erkranken, haben typischerweise Durchfall, der (mit Unterbrechungen) immer wieder auftritt. Der Kot ist dabei dünnbreiig oder gar wässrig, teilweise schleimig und gelegentlich kann auch Blut beigemengt sein. Diese Symptome können sehr lange anhalten und so den Organismus des Hundes belasten. Die Erkrankung ist in der Regel jedoch nicht tödlich.

Wesentlich seltener als Durchfall werden Erbrechen, Bauchkrämpfe, Appetitmangel oder Abmagerung trotz ungebremster Fresslust beim Hund beobachtet. Allerdings gibt es auch Tiere, die zwar mit Giardien infiziert sind, aber keinerlei Krankheitssymptome zeigen, was häufig bei älteren Hunden und auch Katzen der Fall ist.

An Giardiose erkranken vor allem Welpen im Alter von zwei bis drei Monaten, Junghunde sowie Hunde, deren Immunsystem beispielsweise durch andere Erkrankungen geschwächt ist.

Übertragung von Giardien

Ist ein Hund mit Giardien infiziert, so scheidet er diese in großen Mengen über den Kot aus. Die Giardien im Hundekot sind sofort ansteckend und können zudem zu einer Verunreinigung von Pfützen, Seen und anderen Gewässern führen.

Ein gesunder Hund kann (ebenso wie andere Tiere oder Menschen auch) über kontaminiertes Wasser oder auch durch das Berühren von mit Hundekot verschmutztem Boden (sogenannte Schmierinfektion) Giardien aufnehmen, die dann in den Dünndarm gelangen und sich dort wieder weitervermehren.

Gerade wenn viele Hunde auf engem Raum zusammenkommen, beispielsweise in der Hundeschule, auf dem Hundeplatz oder bei der Haltung in Gruppen, ist die Gefahr der Ansteckung anderer Hunde also sehr hoch. 

Giardien haben meist eine Inkubationszeit von mehr als zehn Tagen.

Diagnose durch den Tierarzt

Der Tierarzt kann Giardien im Kot eines Hundes mittels Flotationsverfahren nachweisen. Hierzu wird eine Kotprobe mit einer sogenannten Flotationslösung vermischt und zentrifugiert. Anschließend kann die oberflächliche Schicht unter dem Mikroskop begutachtet werden.

Alternativ zu dieser Methode gibt es verschiedenste Schnelltests, die einfach zu handhaben sind und die der Tierarzt oft auch in der Praxis vorrätig hat. Diese Tests kosten je nach Hersteller circa zehn bis 20 Euro. Mittlerweile lassen sich diese Schnelltests auch über das Internet nach Hause bestellen, wobei im Zweifelsfall stets ein Tierarzt aufgesucht werden sollte.

Da Giardien unregelmäßig ausgeschieden werden, sollte der Kot des Hundes über drei bis vier Tage hinweg gesammelt werden und dann in einer sogenannten Sammelkotprobe untersucht werden.

Mein Hund hat Giardien – was tun?

Hat sich der Hund mit Giardien infiziert und leidet an Durchfall, so erfolgt die Therapie in der Regel mit Fenbendazol, das zum Beispiel in dem Präparat Panacur® enthalten ist. Dieses wird über drei bis fünf Tage hinweg täglich gegeben, wobei die Dosierung bei 50 Milligramm Fenbendazol pro Kilogramm Körpergewicht und Tag liegt. Empfohlen wird außerdem eine Wiederholung der Behandlung mit Fenbendazol nach etwa zwei bis drei Wochen.

Alternativ zu Fenbendazol kann man die Giardiose auch mit dem Antibiotikum Metronidazol behandeln, das dem Hund zweimal täglich über fünf Tage hinweg verabreicht wird.

Die Kosten für die jeweilige Behandlung sind sehr individuell und unter anderem abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, dem Ansprechen auf die Therapie und dem Herstellerpreis der verwendeten Medikamente.

Ernährung bei Giardiose

Da betroffene Hunde oft unter starkem Durchfall leiden, besteht die Gefahr der Austrocknung, weshalb auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten geachtet werden muss. Außerdem gibt es Berichte, denen zufolge die Umstellung auf eine kohlenhydratarme Ernährung des Hundes erfolgreich sein kann. Auf das Verfüttern von Milchprodukten sollte während der Durchfallperiode verzichtet werden.

Homöopathie zur unterstützenden Behandlung

Unterstützend können auch Mittel der Homöopathie, wie beispielsweise Abronatum D2 oder D3 sowie China D4 oder D6 bei Hunden mit Abmagerung durch den Giardienbefall gegeben werden. Ist der Kot des Hundes schleimig und blutig, dann kann Mercurius D6 oder D10 helfen.

Spartrix®: nicht für Hunde zugelassen

Im Internet liest man immer wieder über das Produkt Spartrix®, das als Wundermittel zur Bekämpfung von Giardien bei Hunden angepriesen wird. Auch wenn dieses Produkt frei für jedermann erhältlich ist, so sollte man sich doch vor Augen führen, dass dies ein Präparat zur Parasitenbehandlung bei Tauben und somit weder für Hunde noch für Katzen zugelassen ist.

Das heißt, eventuelle Wirkungen und auch Nebenwirkungen auf den Organismus eines an Giardiose erkrankten Hundes wurden nicht wissenschaftlich oder medizinisch überprüft. Von einer eigenmächtigen Behandlung seines Hundes mit diesem Mittel ist daher dringend abzuraten.

Bekämpfung von Giardien

Giardien sind in der Umwelt noch einige Zeit ansteckend und fühlen sich vor allem in feuchten und kühlen Gebieten wohl. Entscheidend für eine Bekämpfung von Giardien sind deshalb Hygienemaßnahmen, wobei diese teilweise sehr aufwendig sind und nicht immer zum Erfolg führen. Dennoch ist es wichtig, die folgenden Tipps zu beachten, um einer Verbreitung der Giardien oder einer erneuten Ansteckung des Hundes vorzubeugen:

  • Hundekot möglichst sofort beseitigen
  • Futternäpfe nach dem Fressen heiß auswaschen und anschließend trocknen
  • Trinkschüsseln regelmäßig heiß auswaschen und trocknen
  • Decken und Stoffspielzeug des Hundes bei mindestens 60 °C waschen
  • Boden mit heißem Wasser putzen

Dampfdruckreiniger können verwendet werden, wobei der Dampfstrahl eine Temperatur von über 60 °C haben sollte und anschließend die Möglichkeit der Trocknung gegeben sein muss.

Auch wenn diese Maßnahmen korrekt durchgeführt werden, so muss man doch stets im Hinterkopf behalten, dass sich der Hund auch außerhalb des eigenen Zuhauses infizieren kann, wie beispielsweise beim Trinken aus Regenwasserpfützen.

Ansteckung des Menschen mit Giardiose

Die Giardiose ist eine Zoonose, also eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Dabei handelt es sich um einen der zehn häufigsten Darmparasiten beim Menschen. Meist infizieren sich immungeschwächte Personen oder Kinder, die oft einen sehr engen Kontakt mit ihren Haustieren haben und ein wenig ausgeprägtes Hygienebewusstsein aufweisen. 

Neben Schmierinfektionen durch Hundekot oder Hundekotreste kann die Ansteckung mit Giardien beim Menschen auch über kontaminiertes Trinkwasser oder rohes infiziertes Gemüse erfolgen, was oftmals im Urlaub zu beobachten ist.

Giardiose beim Menschen

Wie auch beim Hund kann die Erkrankung ohne Symptome auftreten und daher unbemerkt bleiben. Zeigen sich beim Menschen hingegen doch Symptome der Giardiose, so treten diese sehr plötzlich auf.

Nach einer Inkubationszeit von zwölf bis 20 Tagen leiden die Betroffenen unter wässrigem, stinkendem, schleimigem Durchfall ohne Blutbeimengungen sowie unter Blähungen. Hinzu können Darmkrämpfe, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Gewichtsverlust kommen.

Aktualisiert: 20.07.2017 – Autor: Theresa Heimerl

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