Haarausfall beim Hund

Wenn der Hund Fell verliert, kann das verschiedene Ursachen haben. Oft sind Krankheiten oder Parasiten der Grund für Fellausfall und kahle Stellen bei Hunden.

Hund mit Haarausfall an der Brust © Silke Hamann

Extremer Haarausfall bei Hunden kann entweder natürlicherweise während des Fellwechsels stattfinden oder aber auch krankheitsbedingt sein. Der Fellwechsel beim Hund findet in der Regel zweimal jährlich statt, im Frühjahr und im Herbst. Verliert der Hund zu anderen Jahreszeiten Fellbüschel oder kommt es nur vereinzelt zu kahlen Stellen, steckt vermutlich ein anderer Grund dahinter. Wir haben einen Überblick möglicher Ursachen und Mittel gegen Fellausfall für Sie zusammengestellt.

Was tun während des Fellwechsels?

Während der Zeit des Haarwechsels verliert der Hund oft büschelweise Fell. Um den Hund bei diesem durch die Jahreszeit bedingten Fellausfall zu unterstützen und zudem das eigene Heim etwas von Hundehaaren frei zu halten, sollte der Hund regelmäßig gebürstet werden. Die meisten Hunde lassen dies gerne mit sich geschehen und genießen das Prozedere.

Um gerade die alte Unterwolle im Frühjahr richtig auszukämmen, gibt es im Fachhandel eine Vielzahl an verschiedenen Bürsten und Kämmen, die sich sehr gut dafür eignen.

Mein Hund hat Haarausfall – mögliche Ursachen

Aufmerksam sollte man besonders dann werden, wenn das Hundefell nicht mehr gesund aussieht, sondern stumpf, glanzlos oder fettig ist. Auch kahle Stellen oder Juckreiz können auf eine Erkrankung hindeuten. Wenn der Hund sich vermehrt leckt, kratzt oder auffallend stinkt und Fell verliert, dann ist ein Besuch beim Tierarzt anzuraten.

Mögliche Ursachen für den Haarausfall beim Hund, auch Alopezie genannt, gibt es viele. Im Folgenden werden einige wichtige aufgelistet:

  • Parasitenbefall
  • Pilzinfektionen
  • bakterielle Infektionen
  • hormonelle Störungen
  • Allergien
  • Stress
  • erblich bedingter Haarausfall

Parasiten, Pilze oder Bakterien als Ursache

Parasiten wie Flöhe, Läuse oder Milben verursachen Juckreiz, weshalb sich der Hund vermehrt kratzt und es zum Haarausfall kommt. Bei Demodex-Milben beispielsweise kann der Haarausfall entweder lokal im Gesicht, vor allem um die Augen und am Maul, auftreten, oder am gesamten Körper.

Bei einer Pilzinfektion treten Hautreizungen und Haarausfall vor allem im Gesicht, am Ohr und den Pfoten auf. Meist liegt dabei kreisrunder Haarausfall vor.

Durch eine bakterielle Infektion kann es bei Hunden neben Hautrötungen und Krustenbildungen auch zum Fellausfall kommen.

Haarausfall durch hormonelle Störungen

Verschiedenste Funktionsstörungen hormonbildender Organe können beim Hund zum Haarausfall führen, der dann ohne Juckreiz auftritt. Zu diesen Störungen zählen beispielsweise die Überfunktion der Nebenniere (Hyperadrenocortizismus) oder die Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Anhand von Blutuntersuchungen und speziellen Funktionstests kann der Tierarzt eine solche Erkrankung diagnostizieren.

Auch ein Hodentumor beim Rüden kann zu Haarausfall am Hals, am Rücken, unterm Bauch und an der Genitalregion sowie am Po führen. Ein Tumor am Eierstock der Hündin hat unter anderem symmetrischen Haarausfall am Po, in der Leistengegend und in den Flanken zur Folge.

Vom Tierarzt kann mittels genauer klinischer sowie Ultraschalluntersuchung eine Diagnose gestellt werden. Nach einer Kastration ist die Prognose in beiden Fällen gut, wenn sich der Tumor noch nicht weiter im Körper ausgebreitet hat.

Das Fell geht aus: Allergie oder Stress?

Reagiert der Hund allergisch auf bestimmte Pollen, Gräser, Futter oder andere Allergene, so kann dies zum Haarausfall führen. Auch nach der Injektion von bestimmten Medikamenten, wie beispielsweise jenen zur Tumortherapie, kann es zu einem vorübergehenden Haarausfall an der Einstichstelle kommen.

Schließlich können auch Mangelernährung, wie zum Beispiel ein zu geringer Biotingehalt im Hundefutter, und Stressursachen wie Fieber oder Operationen einen plötzlichen Haarausfall zur Folge haben. Betroffen kann dabei jeder Hund sein, egal ob junger oder alter Hund.

Erblich bedingter Haarausfall beim Hund

Verliert der Hund Fell und hat Schuppen, dann kann es sich womöglich auch um eine Erbkrankheit, wie die Farbmutantenalopezie, handeln. Diese Erkrankung ist allerdings sehr selten und betrifft nur einzelne Tiere. Gehäuft tritt die Farbmutantenalopezie bei Hunden auf, die auf eine helle Fellfarbe gezüchtet wurden, wie beispielsweise blaugrau, silbrig oder falbe.

Vor allem Dackel und Greyhounds können auch an der sogenannten Schablonenalopezie erkranken. Dabei kommt es zu einem Haarausfall am Ohr, am Hals, an der Innenseite der hinteren Beine sowie an der Rute.

Bei Verdacht auf eine Erbkrankheit wird zunächst eine Haaranalyse durchgeführt und eine Gewebeprobe (Biopsie) untersucht. Außerdem gibt es die Möglichkeit eines DNA-Tests, für den eine Blutprobe des Hundes benötigt wird.

Haarausfall bei Hunden stoppen

Auf die Frage "Was hilft gegen starken Haarausfall bei Hunden?" gibt es keine pauschale Antwort. Haarausfall beim Hund ist ein Symptom, das heißt, es liegt eine Erkrankung zugrunde, weshalb es auch nicht ein bestimmtes Mittel gegen den Fellausfall gibt.

Zunächst einmal muss die Ursache für den Haarausfall beim Hund ausfindig gemacht werden und je nachdem, welche Erkrankung vorliegt, kann es zu einer schnelleren oder langsameren Heilung und schließlich zum Nachwachsen des Fells kommen.

Sind beispielsweise Parasiten die Ursache für den Fellausfall, dann kann der Hund mit entsprechenden Spot-on Präparaten und Shampoos therapiert werden. Doch das Fell wächst nicht nach einigen Tagen nach, sondern braucht oft Wochen bis Monate.

Ist der Haarausfall beim Hund durch Funktionsstörungen von Nebenniere oder Schilddrüse bedingt, dann sind eine Hormontherapie oder ein chirurgischer Eingriff der erste Schritt in der Therapie. Genau so müssen auch die anderen Ursachen des Haarausfalls zunächst behandelt werden, bevor das Fell wieder nachwächst.

Haarausfall beim Hund vorbeugen

Nicht immer kann man verhindern, dass der Hund erkrankt und es in der Folge zu Haarausfall kommt, doch einige Punkte sollte man stets beachten:

  • Bieten Sie Ihrem Hund hochwertiges Futter an.
  • Sorgen Sie für eine möglichst saubere und stressfreie Umwelt.
  • Denken Sie an eine regelmäßige Parasitenprophylaxe.
  • Lassen Sie einen regelmäßigen Gesundheitscheck beim Tierarzt durchführen, um eventuelle hormonelle Störungen frühzeitig zu erkennen.

Hält man diese Punkte ein, dann dankt der eigene Hund dies mit einem gesunden und glänzenden Fell.

Aktualisiert: 23.05.2017 – Autor: Theresa Heimerl

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