Spondylose beim Hund

Bei der Spondylose des Hundes entstehen Verwachsungen an den Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Es kann zu Schmerzen und sogar Lähmungen kommen.

Hund mit Spondylose © istockphoto, 1eyephotography

Mit Spondylose beim Hund ist meist die Hundekrankheit Spondylosis deformans gemeint. Dabei entsteht eine knöcherne Überbrückung mehrerer Wirbelkörper der Wirbelsäule. Für den Hund kann diese Verwachsung Schmerzen mit sich bringen und dazu führen, dass der Hund humpelt oder lahmt. Bei einer fortgeschrittenen Spondylose können in seltenen Fällen auch Lähmungen und Inkontinenz die Folge sein. Abzugrenzen ist die Spondylosis deformans von Spondylarthrosen und der Diskospondylitis, die ebenfalls gelegentlich als Spondylose bezeichnet werden. 

Die Wirbelsäule des Hundes

Die Wirbelsäule eines Hundes besteht aus den Wirbelkörpern, die verschiedene knöcherne Fortsätze haben. Die Bandscheiben sitzen als weicher Puffer zwischen den Wirbelkörpern und verhindern, dass die Knochen aufeinander reiben, wenn sich der Hund bewegt. So bleibt die Wirbelsäule flexibel und erlaubt Bewegungen in verschiedene Richtungen.

Innerhalb der Wirbelsäule verläuft – geschützt durch Knochen, Muskeln und Häute – das Rückenmark. Zwischen den Wirbelkörpern verlaufen Nerven aus dem Rückenmark, die dem Hirn erlauben, zum Beispiel Organe oder Muskeln anzusteuern.

Bei einem gesunden Hund sind die Wirbelkörper zueinander gut beweglich und erlauben so ein Auf- und Abkrümmen sowie eine Rotation der gesamten Wirbelsäule. 
Leidet ein Hund an einer Spondylosis deformans, ist diese Beweglichkeit eingeschränkt.

Wie entsteht eine Spondylosis deformans?

Die Ursachen für das Entstehen der knöchernen Brücken an der Wirbelsäule des Hundes ist bis heute ungeklärt. Diskutiert werden chronische Belastungen der Wirbelsäule oder winzige Frakturen der Wirbelkörper. Das Ergebnis sind Fortsätze, die an zwei Wirbelkörpern entstehen und langsam aufeinander zuwachsen. 

Schmerzen entstehen beim betroffenen Hund, wenn die noch nicht verbundenen Fortsätze bei Bewegung aneinander reiben. Betroffene Hunde bewegen sich ungern, können humpeln und haben Schmerzen im Bereich der Spondylose.

Fortgeschrittene Spondylose meist ohne Symptome

Sind die Fortsätze schließlich miteinander verwachsen, hören die Schmerzen auf, dafür verliert die Wirbelsäule in diesem Bereich an Beweglichkeit. Abgesehen davon sind vollständig verknöcherte Spondylosen beim Hund meistens symptomfrei. 

In seltenen Fällen kann die Verknöcherung die aus dem Rückenmark abgehenden Nerven einklemmen. Dies kann zu Inkontinenz, Lähmungen, Lahmheiten und starken Schmerzen führen. In einem solchen Fall ist eine chirurgische Therapie durch einen spezialisierten Neurologen für Hunde nötig. 

Spondylarthrose als Folge der Spondylose

Eine Folge der Unbeweglichkeit von vollständig verknöcherten Spondylosen beim Hund ist eine Arthrose der sogenannten Facettengelenke, auch Spondylarthrose genannt. Wie bereits erwähnt, besteht eine Verwechslungsgefahr zwischen der Spondylosis deformans und den Spondylarthrosen. 

Die Facettengelenke sind kleine Gelenke zwischen den Wirbeln und sorgen normalerweise dafür, dass die Wirbelkörper sich ohne gegenseitige Reibung bewegen können. Sind die Wirbelkörper durch die Spondylosis deformans unbeweglich zueinander, degenerieren die Facettengelenke des Hundes. In der Folge entsteht eine Arthrose, die häufig ohne Symptome bleibt, aber auch Schmerzen verursachen kann.

Diskospondylitis beim Hund

Sowohl die Spondylosis deformans als auch die Spondylarthrose haben keinen Zusammenhang mit der Diskospondylitis beim Hund. Dabei handelt es sich um eine seltene, chronische Entzündung der Bandscheiben, ausgelöst durch Bakterien, Pilze oder Fremdkörper, die mit Fieber einhergeht.

Wie diagnostiziert man eine Spondylosis deformans?

Mittel der Wahl, um eine Spondylosis deformans beim Hund zu diagnostizieren, sind eine ausführliche klinische Untersuchung und Röntgenbilder der Wirbelsäule. Auf diesen sind die knöchernen Brücken meist deutlich zu erkennen und es ist erkennbar, ob die Verknöcherung abgeschlossen ist oder noch andauert.

Aufgrund der eindeutigen Erscheinung ist eine Spondylosis deformans gut von einer Diskspondylitis oder einem Cauda equina Syndrom (einer Quetschung des hintersten Rückenmarksabschnittes) zu unterscheiden.

Obwohl Hunde jeden Alters und jeder Rasse von einer Spondylose betroffen sein können, gibt es eine Häufung von schweren Fällen bei großen Hunden und vor allem bei Boxern.

Gibt es eine Therapie gegen Spondylose?

Ein Fortschreiten einer Spondylosis deformans beim Hund ist nicht zu unterbrechen. Eine Therapie ist nur dann nötig, wenn der Hund Schmerzen hat, die entstehen, bevor die Verknöcherung abgeschlossen ist.

Ein Tierarzt kann hier vorübergehend Schmerzmittel verschreiben. Welche Medikamente geeignet sind, hängt von der Stärke der Schmerzen ab. Auch bei einer Spondylarthrose können die Symptome mit Schmerzmitteln gelindert werden.

Achtung: Viele Schmerzmittel für Menschen, wie zum Beispiel Ibuprofen, sind für Hunde giftig, daher dürfen nur spezielle Schmerzmittel für Hunde in der durch den Tierarzt verordneten Dosierung gegeben werden.

Bei eingeklemmten Nerven Operation möglich

Eine spezielle Situation sind die erwähnten Einklemmungen von Nerven durch die knöchernen Brücken. Hier bedarf es einer Diagnose durch ein CT oder MRT. Dadurch können feine Strukturen, wie zum Beispiel Nerven, beurteilt werden. 

Ein spezialisierter Neurologe für Hunde kann dann, falls nötig, die Verknöcherungen chirurgisch abtragen, sodass sie die Nerven nicht mehr einklemmen. Diese OP bringt das übliche Narkoserisiko mit sich, das abhängig vom Alter und dem Gesundheitszustand des Hundes ist. Die Verknöcherungen treten meist nicht erneut auf.

Übungen und Wärme gegen Verspannungen

Physiotherapie oder geführte Bewegungen können helfen, die verkrampfte Muskulatur des Hundes zu lockern und damit Verspannungsschmerzen zu mildern. 

Ebenfalls sinnvoll um Verspannungen vorzubeugen sind wärmende Hundemäntel oder Decken bei kaltem Wetter und Regen. Besonders kurzhaarige Hunde profitieren hiervon. 

Gleichförmige Bewegungen, wie Spaziergänge auf gerader Strecke oder Schwimmen, wenn der Hund dies mag, sind sinnvoll, um die Muskulatur zu stärken. Die Intensität sollte hier der Leistungsfähigkeit des Hundes angepasst werden, um den Hund nicht zu überfordern.

Spezielle Fütterung schützt Knorpel

Spezielles Hundefutter mit knorpelerhaltenden Substanzen oder Futterzusatzstoffe, wie Grünlippenmuschelextrakt, sind nützlich, um die gesunden Knorpelflächen zu schützen. Eine Spondylosis deformans lässt sich durch Ernährung jedoch weder aufhalten, noch kann man ihr auf diesem Weg vorbeugen.

Behandlung mit Naturheilkunde und Goldimplantaten

Eine Spondylose beim Hund homöopathisch zu behandeln, ist nicht zu empfehlen, da keine Wirkung belegt ist. Gleiches gilt für Schüßler Salze. Möchten Sie Homöopathie oder andere naturheilkundliche Verfahren dennoch einsetzen, halten Sie zuvor unbedingt Rücksprache mit Ihrem Tierarzt.

Dringend abzuraten ist von einer Goldimplantation, die nach wie vor oft durchgeführt wird. Die Wirkung von Goldimplantaten ist nicht belegt und es kommt häufig zu Komplikationen. 

Spondylose bei Hunden – Lebenserwartung

Da die meisten Fälle von Spondylosis deformans bei Hunden symptomfrei ablaufen und auch die schweren Fälle von Spondylose behandelbar sind, kommt es zu keiner Beeinträchtigung der Lebenserwartung. Auch ein Einschläfern eines Hundes ist wegen einer Spondylosis deformans nur sehr selten nötig.

Aktualisiert: 25.08.2017 – Autor: Karim Montasser

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