Stress bei Hunden

Wie Menschenstress unsere Hunde krank machen kann

Stress bei Hunden

Dass Stress sich nicht immer vermeiden lässt, ist weitläufig bekannt. Dass Stress auf Dauer ungesund ist, wissen auch viele. Aber wie beeinflusst Stress Hunde? Auch Hunde können unter stressigen Situationen leiden. Und nicht nur das: Auch der Stress ihrer Besitzer kann Hunde krank machen. Wir klären, was dahinter steckt.

Stress bei Menschen und bei Hunden

Stress äußert sich bei Hunden in etwa so, wie er es auch bei Menschen tut. Der Herzschlag ist  erhöht, die Muskeln spannen sich an, die Atmung wird schneller und der Organismus schüttet Adrenalin aus. Ist ein Hund regelmäßig stressigen Situationen ausgesetzt, können die Reaktionen zu chronischen Problemen werden. Dann befindet sich der Organismus dauerhaft in Alarmbereitschaft, was für das Tier eine große Belastung darstellt.

Ist mein Stress gleich dein Stress?

Die Beziehung zwischen Hund und Mensch ist oft mehr als nur eine Halter-Haustier-Beziehung. Nicht ohne Grund gilt der Hund als der beste Freund des Menschen. In diesem Fall könnte genau diese Bindung aber einen Nachteil für den Vierbeiner bedeuten. Einer Forschergruppe der schwedischen Linköping Universität zufolge kann sich der Stress der Hundehalter auf ihre Tiere übertragen.

Für die Studie untersuchten sie 58 Hundebesitzer und ihre Hunde auf ihr Stresslevel. Dazu maßen die Forscher zu zwei unterschiedlichen Zeiten - einmal im Sommer und einmal im Winter - den Kortisolwert der Hunde und ihrer Besitzer. Kortisol ist ein Stresshormon, das Stoffwechselvorgänge im Körper freisetzt. Gemessen werden kann Kortisol besonders gut in den Haaren. Diese nehmen das Kortisol auf, wachsen aber nur sehr langsam. Dadurch kann auch nachträglich verfolgt werden, wie hoch der Kortisolwert in der Vergangenheit war. Die Ergebnisse zeigen: Ist das Kortisollevel der Besitzer erhöht, ist auch das Kortisollevel ihrer Hunde erhöht.

Wie hängen Persönlichkeit und Stress zusammen?

Die Forschergruppe vermutete, dass die Persönlichkeit der Hunde und ihrer Besitzer hinter diesem Zusammenhang steckt. Zusätzlich zu den Stresswerten sammelten sie deshalb Persönlichkeitsmerkmale der Hundebesitzer und ihrer Haustiere. Dazu füllten die Besitzer einen Fragebogen zu Charaktereigenschaften ihres Hundes aus und einen sogenannten „Big-Five“- Persönlichkeitstest, womit ihre eigenen Persönlichkeitsmerkmale gemessen werden konnten. Der Big-Five-Test misst, wie offen jemand für neue Erfahrungen ist, wie gewissenhaft er ist, wie extrovertiert sich eine Person verhält, wie verträglich sie mit anderen auskommt und wie emotional gefestigt sie ist. Bei Letzterem spricht man auch vom Neurotizismuswert. Je neurotischer ein Mensch, desto emotional labiler ist er.

Das Ergebnis: Je höher der Neurotizismuswert der Hundebesitzer war, desto weniger gestresst waren ihre Hunde. Die Vermutung dahinter: Menschen, die emotional labiler sind, bauen stärker auf die Beziehung zu ihrem Hund. Diese starke emotionale Bindung und intensive Zuwendung drückt sich wiederum in einem geringeren Stresslevel beim Hund aus.

Die Persönlichkeitsmerkmale der Hunde sowie ihre körperliche Aktivität schienen dagegen keinen Einfluss auf das Stresslevel der Hunde zu haben. Die Forscherinnen und Forscher der Untersuchungsgruppe merkten an, dass mögliche Fehler beim Ausfüllen der Persönlichkeitstests zu Verzerrungen der Ergebnisse führen könnten. Nichtsdestotrotz sprechen die Ergebnisse der Studie dafür, dass unser persönliches Stresslevel das unseres Hundes beeinflussen und damit negative Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Vierbeiner haben kann.

Aktualisiert: 04.09.2019

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