Verstopfung beim Hund: Ursachen & Tipps

Verstopfung kann bei Hunden viele Ursachen haben. Die richtige Fütterung und einige Hausmittel können helfen, die Verstopfung zu lösen oder ihr vorzubeugen.

Hund mit Verstopfung beim erfolglosen Kot-Absetzen © istockphoto, mamamacker

Die Verstopfung beim Hund, auch als Obstipation oder Konstipation bezeichnet, ist ein nicht zu unterschätzendes Symptom, das seine Ursache meist in einer falschen Fütterung des Hundes hat, jedoch auch durch eine schwerwiegende Krankheit verursacht werden kann. Um den zweiten Fall auszuschließen, ist der Besuch eines Tierarztes empfehlenswert. Im Folgenden informieren wir Sie über die Ursachen und Symptome einer Verstopfung bei Hunden. Außerdem erhalten Sie Tipps zur Behandlung und Vorbeugung des Verdauungsproblems.

Ursachen einer Verstopfung beim Hund

Die Ursachen einer Verstopfung beim Hund sind vielfältig. Dies sind einige der wichtigsten Auslöser einer Verstopfung bei Hunden:

  • falsche Fütterung und/oder Haltung
  • Verabreichung bestimmter Medikamente
  • Schmerzen im Bereich des Enddarms
  • orthopädische Probleme und in der Folge unzureichende Bewegung
  • Tumore (Neoplasien) 
  • Brüche (Frakturen) des Beckens
  • Erkrankungen der Prostata
  • Probleme mit dem Stoffwechsel oder Hormonhaushalt
  • fieberhafte Allgemeinerkrankungen

Scheinbare Verstopfung ausschließen

Nach einer Operation kann es vorkommen, dass ein Hund zunächst keinen Kot absetzt. In der Regel ist dies darauf zurückzuführen, dass der Hund vor der OP nüchtern sein musste und nichts gefressen hat. Wenn er danach wieder fressen darf, kann es daher eine Zeitlang dauern, bis sein Futter verdaut ist und er wieder Kot absetzt. 

Zudem kann nach Durchfall beim Hund manchmal eine scheinbare Verstopfung beobachtet werden. Durch das Durchfallgeschehen kommt es zu einer Schädigung des Verdauungstraktes und bis dieser wieder regeneriert und der Hund normalen Kot absetzt, kann es ebenfalls einige Zeit dauern. In der Regel liegt dann jedoch keine Verstopfung vor.

Verstopfung durch falsche Fütterung und Haltung

Häufig wird eine Verstopfung beim Hund durch die übermäßige Fütterung von Knochen ausgelöst. Dies ist beispielsweise gelegentlich auch beim "Barfen" zu beobachten, einer Ernährungsmethode, bei denen Hunden viel Rohfleisch mit Knochen gefüttert wird. Der sogenannte "Knochenkot" ist sehr hart, gelblich und bereitet dem Hund große Schwierigkeiten beim Kotabsatz.

Weitere Ursachen für eine fütterungs- oder haltungsbedingte Verstopfung sind: 

  • zu geringe Wasseraufnahme des Hundes
  • Fressen von unverdaulichem Material, wie zum Beispiel Papier oder Haaren
  • zu wenig Bewegung 
  • keine ausreichende Möglichkeit zum Kotabsatz

Symptome einer Verstopfung beim Hund

Von Verstopfung kann jeder Hund betroffen sein, egal ob junger oder alter Hund. Leidet der Hund unter Obstipation, so nimmt er immer wieder die Position zum Kotabsatz ein und versucht vergeblich, Kot abzusetzen. 

Werden überhaupt Kotballen abgesetzt, so sind diese meist sehr hart und trocken. Zudem kann der Kot mit Blut oder Schleim bedeckt sein. Beim Kotabsatz kann der Hund Schmerzen in Form von Schreien oder anderen Schmerzlauten äußern.

Ist die Ursache der Verstopfung eine fieberhafte Allgemeinerkrankung, so können beim betroffenen Hund zusätzlich Anzeichen wie Mattigkeit, Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit oder vereinzelt Erbrechen auftreten.

Vielfältige Diagnosemöglichkeiten 

Verstopfung beim Hund zu diagnostizieren, ist nicht schwer. Viel komplizierter hingegen ist es, die Ursache für die Beschwerden zu finden.

Neben einem ausführlichen Gespräch mit dem Besitzer wird der Tierarzt ein Röntgenbild der Bauchregion mit Dickdarm, Enddarm, Becken und Teilen der Wirbelsäule anfertigen. Mittels Ultraschall können zudem veränderte Weichteilstrukturen, wie zum Beispiel Tumore oder die Prostata, dargestellt werden. 

Auch die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) ist möglich, um eventuelle tumoröse Veränderungen festzustellen. Außerdem kann eine Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) beim Hund durchgeführt werden.

Was tun, wenn ein Hund Verstopfung hat?

Bei milderen, akut auftretenden Fällen von Verstopfung beim Hund kann eine vorübergehende Umstellung auf weiches, suppiges Futter die Verstopfung lösen. Auch einfache Hausmittel wie die Gabe von Milch oder Flohsamen als Zusatz zum suppigen Hundefutter können gegen leichte Verstopfung helfen. Ist die Phase der Obstipation vorüber, so kann wieder auf das normale Hundefutter umgestellt werden.

Um den Kot zu erweichen und den Absatz somit zu erleichtern, können dem Hund vom Tierarzt Abführmittel gegeben werden. Verabreichen Sie dem Hund jedoch kein Paraffinöl ins Maul, da es zu einem Fehlschlucken kommen kann – mit der Folge einer Lungenentzündung.

Unterstützend zur Behandlung der Verstopfung kann der Tierarzt auch Mittel der Homöopathie einsetzen, die individuell für jeden Hund ausgewählt werden. Einige Beispiele sind Nux vomica D6, Bryonia D6 oder Graphites D12.

Was hilft bei chronischer Verstopfung des Hundes?

Hunde mit chronischen oder schwerwiegenden Verstopfungen sollten stets zu einem Tierarzt gebracht werden, der die Ursache klären und entsprechend Hilfe leisten kann. Wird mit dem Tierarztbesuch zu lange gewartet, kann dies schwerwiegende Folgen für den Hund haben, wie Verletzungen oder sogar Zerreißungen des Darms.

Beim Tierarzt kann der Hund zunächst durch Infusionen mit Ringer-Lösung (einer Elektrolytlösung) versorgt werden, um den Flüssigkeitshaushalt wieder zu regulieren. Schließlich wird versucht, den im Darm des Hundes festsitzenden Kot unter Einsatz von Abführmitteln und reichlich Gleitgel zu entfernen. Ist ein Hund sehr ängstlich oder wehrt er sich gegen die Behandlung, kann er hierzu gegebenenfalls medikamentös beruhigt (sediert) werden. 

Verstopfung infolge anderer Erkrankungen

Liegt der Grund für die Verstopfung beim Hund beispielsweise in einem Bruch des Beckens, dann muss der Hund zunächst operiert werden, um die Fraktur zu behandeln. Anschließend sollte dem Hund der Kotabsatz keine Probleme mehr bereiten.

Eine vergrößerte Prostata kann gerade bei älteren Rüden zu Obstipation führen. Auch hier ist ein chirurgischer Eingriff nötig, um die Problematik der Verstopfung zu beseitigen.

Sind hingegen Tumore die Ursache für die Verstopfung, so gilt die Behandlung in erster Linie den Tumoren. Dabei wird zunächst abgeklärt, ob es sich um gutartige oder bösartige Tumore handelt und wie die entsprechende Prognose aussieht beziehungsweise ob eine Operation erfolgreich sein wird. Bei bösartigen Tumoren ist im schlimmsten Falle auch die Euthanasie, also das Einschläfern des Hundes, in Erwägung zu ziehen.

In all diesen Fällen ist eine Operation die Methode der Wahl, um die Verstopfung auf Dauer zu lösen.

Verstopfung beim Hund vorbeugen: 4 Tipps

Die Prophylaxe einer Verstopfung bezieht sich vor allem auf die Ernährung des Hundes. Bereits Hundewelpen sollten angemessen gefüttert werden, um Verstopfungen vorzubeugen. Diese vier Tipps können helfen, einer Verstopfung beim Hund vorzubeugen:

  1. Knochen müssen nicht komplett vom Futterplan gestrichen werden, da sie durchaus positive Effekte wie beispielsweise Zahnreinigung haben, doch eine gelegentliche Verabreichung genügt. 
  2. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Hund keine unverdaulichen Abfälle frisst.
  3. Wird der Hund ballaststoffarm gefüttert, zum Beispiel mit viel Reis oder Kartoffeln, so empfiehlt sich das Zugeben von Flohsamen, Leinsamen oder Milch.
  4. Medikamente, die zu einer Verstopfung beim Hund führen, sollten nach Absprache mit dem betreuenden Tierarzt möglichst abgesetzt und durch Alternativen ersetzt werden.

Außerdem sollte der Hundehalter immer auf ausreichende Bewegung des Hundes achten. Dies fördert generell die Gesundheit des Hundes, beugt Verstopfungen vor und bietet dem Hund zudem ausreichend Möglichkeiten zum Kotabsatz. Auch auf Reisen sollten stets genug Pausen in Hinblick auf Verdauung und Kotabsatz des Hundes eingelegt werden. 

Aktualisiert: 13.07.2018 – Autor: Theresa Heimerl

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