Zecken beim Hund – richtig abwehren und entfernen

Zecken beim Hund lässt sich durch Zeckenschutz vorbeugen. Kommt es doch zum Zeckenbiss, muss man die Zecke entfernen, denn sie kann Krankheiten übertragen.

Zecke bei Hund wird entfernt © istockphoto, Fly_dragonfly

Hundebesitzer nutzen insbesondere gutes Wetter, um ausgedehnte Spaziergänge mit ihren Hunden zu unternehmen. Nach solchen Ausflügen gilt es, besonders im Sommer, den Hund nach Zecken abzusuchen. Aber warum sollte man das überhaupt machen und wie kann man die Zecken entfernen? Wie gefährlich ist ein Zeckenbiss und welcher Zeckenschutz ist der Beste für meinen Hund? Im folgenden Artikel erhalten Sie nützliche Informationen zum Thema Zecken beim Hund und erfahren, was gegen Zecken hilft.

Was hilft gegen Zecken beim Hund?

Das natürlichste und schonendste Mittel gegen Zecken ist das Absammeln direkt nach dem Spaziergang. Natürlich ist diese Methode zeitintensiv, verzichtet dabei aber auf jegliche Medikamente oder sonstige Mittel. 

Da die Zecken nicht direkt zustechen, sondern meist zunächst nach einer geeigneten Stelle für ihren Stich suchen, kann man diese Zeitspanne nutzen, um sie abzusammeln. Kommt die Zecke nicht zum Stechen, kann sie auch keine Krankheitserreger übertragen.

Medikamente gegen Zecken

Wem diese natürlichen Methoden zu unsicher sind, findet eine große Auswahl an Zeckenmitteln beim Tierarzt. Neben der Wirkung gegen Zecken helfen diese Präparate auch gegen Flöhe und teilweise gegen andere Parasiten wie Mücken. Daher werden sie auch Kombinationspräparate genannt. Welches Mittel gegen Zecken für Ihren Hund am geeignetsten ist, lässt sich durch ein Gespräch mit dem Tierarzt herausfinden.

Verschiedene Darreichungsformen von Medikamenten gegen Zecken sind:

  • Spot on-Präparat zur Anwendung auf der Haut
  • Tablette zur oralen Eingabe
  • Zeckenhalsband

Es gibt verschiedene Mechanismen, wie Medikamente gegen Zecken wirken können:

  • Repellent: Dieses Mittel schreckt die Zecke ab, sie sucht den Hund nicht für die Blutmahlzeit auf.
  • Systemisches Antiparasitikum: Das Mittel verteilt sich über die Blutbahn im Hund. Wenn die Zecke Blut saugt, stirbt sie.

Spot on-Präparate für Hunde

Spot on-Präparate zur Anwendung auf der Haut sind besonders geeignet für Hunde, bei denen es schwierig ist, Tabletten zu verabreichen. Das Zeckenmittel wird direkt auf die Haut im Nacken getropft. Das Mittel verteilt sich über die Blutbahn in der gesamten Haut des Hundes und wirkt dann für circa vier Wochen.

Wichtig ist, dass der Hund die ersten Tage nicht baden geht. Sonst kann es zur Verminderung der Wirkung des Spot on-Präparates kommen. Generell sind auch Reaktionen der Haut auf das Mittel möglich. Sollte das der Fall sein, ist es ratsam, zukünftig auf ein anderes Präparat umsteigen. 

Repellente Spot ons

Permethrin ist ein repellenter Wirkstoff, der zum Beispiel in Advantix® oder Vectra® vorkommt, und bewirkt, dass Zecken, Flöhe und Mücken den Hund meiden und somit der eigentliche Stich verhindert wird. Sollte sich trotzdem eine Zecke auf den Hund verirrt haben und zustechen, wird der Parasit zusätzlich durch das Medikament abgetötet.

Zeckenabtötung durch Blutsaugen nach Spot on-Behandlung

Andere Spot on-Präparate wie Frontline® brauchen den Stich durch die Zecke, damit sie wirken können. Durch den Wirkstoff sterben die Zecken und fallen vom Tier ab. Frontline® gibt es mittlerweile frei verkäuflich in der Apotheke, jedoch ist das die ältere Version des Präparats. Das erkennt man daran, dass es nur als Frontline® gekennzeichnet ist. Das neuere Präparat heißt Frontline Combo® und ist beim Tierarzt erhältlich. 

Es kann immer sein, dass Spot on-Präparate bei einzelnen Hunden nicht wirken. Daher sollte man sich bei Problemen immer an den Tierarzt wenden. Dieser kann Sie entsprechend beraten und das beste Mittel für Ihren Hund finden.

Tabletten gegen Zecken

Tabletten gegen Zecken gibt es mit einer Wirkdauer von einem Monat, beispielsweise NexGard®, oder drei Monaten, Bravecto®. Der Vorteil dieser Tabletten ist, dass schwimmfreudige Hunde direkt nach der Tabletteneingabe wieder ins Wasser dürfen. Allerdings kann es besonders bei Hunden, die einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt haben, zu Erbrechen oder Durchfall kommen.

Die Wirkung der Tabletten basiert ebenfalls darauf, dass die Zecke nach dem Stich abstirbt. Auch wenn die Abtötung der Zecke in einem Zeitraum erfolgt, in dem noch keine Krankheitserreger übertragen werden sollen, kann die Übertragung nicht komplett ausgeschlossen werden.

Mittel zum Zeckenschutz für Hunde (Infografik)

Zeckenhalsband als Zeckenschutz für den Hund

Als weitere Variante gibt es die altbekannten Zeckenhalsbänder. Ob man die Variante aus der Zoohandlung bevorzugt oder lieber ein Zeckenhalsband beim Tierarzt kauft, ist jedem Hundebesitzer selbst überlassen. Der Vorteil der Zeckenhalsbänder vom Tierarzt ist, dass die Wirksamkeit und deren Dauer anhand von Studien bewiesen wurden.

Wichtig bei Zeckenhalsbändern ist, dass sie direkt auf der Haut am Hals des Hundes aufliegen. Nur so kann sich der Wirkstoff verteilen und den gewünschten Zeckenschutz bieten. Daher sollte das Halsband nicht zu locker sitzen. Besonders bei Hunden mit langen und dichtem Fell ist die Anwendung daher erschwert. Beispiele für Zeckenhalsbänder sind die Produkte Seresto® und Scalibor®. 

Das Zeckenhalsband Seresto® wirkt bis zu acht Monate, sodass der Hund die komplette Zeckensaison geschützt ist. Das Scalibor® Halsband schützt mit einer Wirkdauer von bis zu sechs Monaten vor Zecken und bietet zusätzlich Schutz vor Flöhen, Sand- und Schmetterlingsmücken. Daher wird Scalibor® auch bei Reisen in den Süden empfohlen. 

Beide Zeckenhalsbänder haben auch einen repellenten, also abweisenden, Effekt. Zudem sind sie für "Wasserratten" geeignet, da der Wirkstoff fettlöslich ist und somit nicht durch normales Wasser abgewaschen wird.

Wie kann ich meinen Hund natürlich vor Zecken schützen?

Es kursieren viele Ratschläge, wie man den Hund natürlich vor Zecken schützen kann. Ob man den Hund mit Kokosöl einreiben, ihm Bernstein um den Hals hängen oder Knoblauch verfüttern möchte, kann jeder Besitzer für sich entscheiden. Jedoch sollte man das nicht ohne tierärztlichen Rat ausprobieren. 

Ätherische Öle sind zum Teil sehr unverträglich für unsere Haustiere. Knoblauch in großen Mengen kann beispielsweise giftig auf den Hund wirken. Auch das tägliche Einreiben des Hundes mit Öl erscheint aufwendig und hat wenig gemein mit der natürlichen Hautflora des Hundes.

Hilft Schwarzkümmelöl gegen Zecken?

Seit einiger Zeit wird Schwarzkümmelöl als natürliches Mittel gegen Zecken angepriesen. Das Öl wird dabei in das Futter des Hundes gemischt. Es wird beschrieben, dass Zecken und auch Flöhe Hunde meiden, die mit Schwarzkümmelöl behandelt wurden. 

Die Wirkung wurde bisher nur durch Erfahrungsberichte beschrieben. Ob Schwarzkümmelöl die üblichen Zeckenmittel ersetzen kann, muss erst durch gesicherte Studien bewiesen werden.

Was tun, wenn der Hund eine Zecke hat?

Sollte doch einmal eine Zecke Ihren Hund gestochen haben, ist das kein Grund zur Panik.

Am besten ist es, die Zecke sofort bei Entdeckung vom Hund zu entfernen. Erfolgt das innerhalb von 24 Stunden, wird das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Hund gering gehalten.

Zusätzlich kann man jede Zecke untersuchen lassen, ob sie Krankheitserreger in sich trägt und somit die Gefahr einer Infektion gegeben ist.

Das Entfernen der Zecke ist Übungssache. Es gibt verschiedene Hilfsmittel zur Zeckenentfernung:

  • Zeckenzange
  • Pinzette
  • Zeckenkarte
  • Zeckenlasso
  • Zeckenhaken

In der Regel eigenen sich Zeckenzangen aus der Zoohandlung sehr gut. Auch Pinzetten funktionieren, sind aber meist etwas schwieriger in der Handhabung beim Entfernen der Zecke. Zeckenkarte, Zeckenhaken und Zeckenlasso sind in der Anwendung etwas spezieller. Den richtigen Umgang entnehmen Sie die Anweisungen des Herstellers.

Das richtige Entfernen der Zecke

Beachten Sie folgende Tipps zum Entfernen von Zecken beim Hund:

  • Wichtig ist, dass die Zecke so nah wie möglich an der Haut des Hundes gegriffen wird.
  • Man sollte nicht auf das Hinterteil drücken, da man so die Wahrscheinlichkeit, Krankheitserreger aus der Zecke in den Hund zu drücken, erhöht. Daher ist es auch dringend ratsam, Zecken nicht nur mit bloßen Fingern zu entfernen, da man dabei die Zecke meistens quetscht.
  • Man sollte nun die Zecke vorsichtig durch senkrechtes und kontinuierliches Ziehen aus der Haut holen.
  • Zusätzlich helfen leichte Drehbewegungen, den Halteapparat der Zecke zu lockern.
  • Dabei sollte man darauf achten, dass man nicht zu ruckartig zieht. Sonst besteht die Gefahr, den Kopf oder Teile des Stechapparates der Zecke abzureißen, sodass diese in der Haut verbleiben. Auch beim Entfernen mit den Fingern besteht eine erhöhte Gefahr des Zerreißens der Zecke.

Zecke abgerissen – was tun?

Sollte die Zecke beim Ziehen abgerissen sein und der Kopf steckt noch in der Haut, ist es ratsam, den Kopf dort zu belassen. Er wird innerhalb einiger Zeit absterben und vom Körper des Hundes abgestoßen. 

Man sollte die Stelle regelmäßig kontrollieren, um zu sehen, ob sich eine Entzündung entwickelt. Dann sollte der Tierarzt aufgesucht werden.

Probleme und Gefahren beim Entfernen von Zecken

Wichtig ist, dass man die Zecke vor dem Entfernen nicht mit Ölen, Alkohol, Klebstoff oder Nagellack beträufelt. Dadurch erhöht sich sonst die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern auf den Hund.

Wenn man die Zecke entfernt hat und der Stichkanal noch etwas gerötet ist, kann man die Stelle mit etwas Alkohol, zum Beispiel Cutasept® oder Octinisept®, desinfizieren. Meist muss man jedoch keine weitere Behandlung der Stichstelle vornehmen.

Hat sich der Zeckenbiss jedoch entzündet, ist die Zecke eingewachsen oder die Stichstelle zeigt andere auffällige Symptome, wie eine massive Schwellung, Rötung oder Eiter, ist es ratsam, den Tierarzt aufzusuchen. Dieser wird dann die weitere Versorgung der Wunde übernehmen und Sie entsprechend beraten.

Vorbeugen durch aktiven Zeckenschutz

Für Ihre Sicherheit und die Ihres Hundes ist es wichtig, effektiven Zeckenschutz zu betreiben. Gerade im Haus kann es immer wieder dazu kommen, dass Zecken vom Hund abfallen und dann auf den Menschen übergehen.

Wenn man aber grundlegende Vorsichtsmaßnahmen gegenüber Zecken trifft, können Hund und Herrchen ausgedehnte Spaziergänge und Ausflüge in die Natur sorgenfrei genießen.

Aktualisiert: 26.06.2017 – Autor: Susanne Prochnau

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