Bindehautentzündung bei Katzen: Was hilft?

Die Bindehautentzündung kommt bei Katzen häufig vor. Zu erkennen ist sie unter anderem an Symptomen wie einem tränenden Auge oder einer Schwellung des Lids.

Nickhautvorfall nach Bindehautentzündung bei einer Katze © istockphoto, Shaiith

Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine bei Katzen sehr häufige Augenerkrankung. Dabei sind anfangs nur die Konjunktiven betroffen, also die innen liegenden Schleimhäute der Augenlider. Die Augenentzündung schreitet jedoch sehr schnell voran und kann dann auch auf andere Teile des Katzenauges übergreifen. Dies kann zu schweren Folgeschäden führen, bis hin zur Erblindung und zum Verlust des betroffenen Auges. Darum sollten Sie bei Anzeichen einer Konjunktivitis bei Ihrer Katze sofort einen Tierarzt aufsuchen. Doch wie sieht eine Bindehautentzündung bei Katzen überhaupt aus und was kann man dagegen machen?

Wie erkenne ich eine Bindehautentzündung bei Katzen?

Wenn eine Katze Probleme mit den Augen hat, stellen sich viele Katzenbesitzer die Frage: Wie sieht eine Bindehautentzündung bei Katzen aus? Wenn Ihre Katze eine Bindehautentzündung hat, treten anfangs typischerweise folgende Symptome auf:

  • In der Regel fällt zuerst auf, dass das betroffene Auge tränt. 
  • Manchmal wird auch eine Schwellung des Auges und der Lider bemerkt. 
  • Bei weißen oder sehr hellen Katzen mit unpigmentierten Lidrändern lässt sich außerdem eine Rötung der Augenränder erkennen. 
  • Häufig blinzeln erkrankte Katzen häufiger und kratzen oder reiben sich mit den Pfoten über das kranke Auge, vermutlich weil es juckt und schmerzt, ähnlich wie bei uns Menschen, wenn wir eine Bindehautentzündung haben. 
  • Viele Katzen, die an einer Bindehautentzündung leiden, sind außerdem lichtscheu und berührungsempfindlich am Kopf.

Verlauf einer Konjunktivitis bei Katzen

Der Tränenfluss verändert sich mit dem Fortschritt der Entzündung. Zu Beginn ist er oft noch sehr flüssig und bei der betroffenen Katze fällt eine sogenannte Tränenstraße auf, die vom inneren Augenwinkel an der Nase entlangläuft. Später werden die Tränen dickflüssiger bis schleimig. Je nach Ursache wird der Ausfluss eitrig. Dann ist er oft weiß-gelblich bis leicht grün verfärbt.

Im weiteren Verlauf der Bindehautentzündung nimmt die Schwellung der Augenumgebung weiter zu und das dritte Augenlid (Nickhaut) kann vorfallen. Bei einer schweren Erkrankung kann es sein, dass die Katze das Auge dauerhaft zukneift, man spricht dann von einem sogenannten Blepharospasmus. Spätestens jetzt sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, da es zu Verklebungen des Auges und zu Verwachsungen des dritten Augenlids mit der Hornhaut (Kornea) kommen kann.

Die Symptome treten je nach Ursache einseitig oder beidseitig auf. Vor allem eitrige Bindehautentzündungen beginnen oft an einem Auge und greifen im weiteren Verlauf auf das zweite Auge über.

Welche Ursachen gibt es für Bindehautentzündungen bei Katzen?

Bei Augenentzündungen unterteilt man die Ursachen allgemein in infektiös und nicht infektiös. Nicht infektiöse Bindehautentzündungen verlaufen zunächst oft milder und fallen oft nur durch tränende Augen auf. Allerdings ist zu beachten, dass sich bei nicht infektiösen Ursachen ohne Behandlung häufig Erreger auf das bereits angegriffene Auge setzen und es so doch noch zu einer eitrigen Bindehautentzündung kommt.

Nicht infektiöse Ursachen einer Bindehautentzündung

Nicht infektiöse Ursachen sind vor allem:

  • Zugluft
  • Allergien
  • Fremdkörper, zum Beispiel Schmutz
  • Verletzungen

Gerade Verletzungen am Auge bieten eine willkommene Eintrittspforte für Bakterien und müssen sofort tierärztlich behandelt werden.

In seltenen Fällen kann auch eine Fehlstellung der Augenlider der Grund für eine Bindehautentzündung sein, die trotz Behandlung nicht weggeht. Dabei rollen sich die Lidränder nach innen (Entropium), sodass die Wimpern das Auge dauerhaft reizen. Dies kann operativ behoben werden.

Bei ständigen Bindehautentzündungen bei Katzen sollte überprüft werden, ob das Tier vielleicht dauerhaft Zugluft ausgesetzt ist oder möglicherweise eine Allergie hat. Dann sind normalerweise auch von Anfang an beide Augen betroffen.

Infektiöse Ursachen – ansteckende Erreger

Infektiöse Ursachen einer Bindehautentzündung sind:

  • Bakterien, zum Beispiel Chlamydien
  • Viren, zum Beispiel Herpes und Calici
  • Pilze

Infektiöse Bindehautentzündungen sind sehr häufig ansteckend. Die kranke Katze sollte also möglichst von anderen Haustieren ferngehalten werden.

Auch Besitzer sollten im Umgang vorsichtig sein und sich nach der Behandlung des Tieres, sowie nach Berührungen und Streicheleinheiten am Kopf, gründlich die Hände waschen, da vor allem bakterielle Erreger eventuell auch auf den Menschen übertragbar sein können. Übrigens ist auch der umgekehrte Weg möglich: Ein Mensch mit einer Bindehautentzündung kann unter Umständen also auch seine Katze anstecken.

Bei bakteriell bedingten Augenentzündungen ist der Augenausfluss eitrig. Meistens handelt es sich um sogenannte Mischinfektionen, das heißt, dass verschiedene Bakterien daran beteiligt sind.

Sehr häufig tritt eine Bindehautentzündung bei Katzen als Begleiterscheinung von Katzenschnupfen auf. Katzenschnupfen ist ein sogenannter Symptomkomplex, an dem alle oben genannten Viren und Bakterien beteiligt sein können. Neben den Augen sind vor allem Nase und Atemtrakt betroffen. Katzenschnupfen ist für Jungtiere besonders gefährlich, da sie sich schon im Mutterleib infizieren können und dann bereits krank auf die Welt kommen.

Wann zum Tierarzt?

Um schwere Folgeschäden zu vermeiden, sollte bei den ersten Anzeichen einer Augenentzündung, spätestens aber wenn das Auge Ihrer Katze über mehrere Tage tränt, umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Denn Bindehautentzündungen heilen ohne das richtige Medikament in der Regel nicht ab. Einzig wenn temporäre Zugluft der Auslöser für die Reizung der Augen war, kann eine Selbstheilung eintreten.

Was passiert beim Tierarzt?

Um eine Diagnose zu stellen, wird der Tierarzt sich zunächst das Auge Ihrer Katze ganz genau anschauen. Dabei hilft eine spezielle Augenlampe, das Ophthalmoskop, um auch die inneren Strukturen des Auges betrachten zu können.

Damit eine Verletzung der Hornhaut erkannt oder ausgeschlossen werden kann, wird ein sogenannter Fluorescein-Test gemacht. Dafür wird eine grün-gelb leuchtende Flüssigkeit ins Auge getropft, die sich in einem möglichen Hornhautdefekt festsetzen würde. Außerdem kann so die Durchgängigkeit des Tränennasenkanals überprüft werden. Ist dieser nicht verstopft, wird nach kurzer Zeit auch ein grüner Tropfen aus der Nase Ihrer Katze laufen.

Die Ursache für eine Bindehautentzündung lässt sich am besten herausfinden, indem ein Abstrich gemacht wird. Dafür wird mit einem Tupfer etwas Ausfluss aus dem inneren Augenwinkel entnommen und auf Bakterien und andere Erreger untersucht. Das ist wichtig, um das richtige Medikament auswählen zu können.

Wie behandelt man eine Bindehautentzündung bei Katzen?

Die Behandlung einer Konjunktivitis erfolgt normalerweise lokal, das heißt, das Auge wird direkt mit einer Salbe oder Tropfen behandelt. Dies sollte mehrmals täglich geschehen und über die gesamte empfohlene Behandlungsdauer durchgehalten werden, auch wenn die Symptome schon abklingen. So kann ein Rückfall am besten verhindert werden.

Bei einer eitrigen Bindehautentzündung sollte die Augensalbe auf jeden Fall Antibiotika enthalten, um die bakterielle Entzündung zu bekämpfen. Liegt eine Virusinfektion zugrunde, wird ein sogenanntes Virostatikum verabreicht, welches die Vermehrung der Viren hemmt. Ein Entzündungshemmer – in der Regel wird Cortison verschrieben – unterstützt die Heilung. Allerdings muss zuvor sichergestellt werden, dass die Hornhaut nicht verletzt ist, da Cortison das innere Auge schädigen kann.

Bei nicht infektiösen Ursachen ist es am wichtigsten, den Grund für die Bindehautentzündung abzustellen. Unterstützend können auch Bepanthen® Augensalbe oder Augentropfen bei Katzen eingesetzt werden, um das erkrankte Auge zu beruhigen. Vorsichtshalber sollte aber immer eine Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt erfolgen.

Wie lange dauert eine Bindehautentzündung?

Wann eine Besserung eintritt und wie lange es dauert, bis die Bindehautentzündung bei Ihrer Katze weggeht, ist individuell und je nach Ursache unterschiedlich. Die Symptome sollten aber schon nach einigen Tagen besser werden.

Generell gilt: Je früher behandelt wird, desto geringer die Dauer, bis das Tier geheilt ist. Außerdem sind dann auch die Kosten für die Behandlung überschaubar. Treten Folgeschäden ein, kann es dagegen schonmal etwas teurer werden.

Hausmittel – was hilft bei Augenentzündung?

Wenn das Auge Ihrer Katze nur mal ein bisschen tränt oder wenn die Katze eine Allergie hat, deren Ursache sich nicht so einfach abstellen lässt, kann man auch mal auf das eine oder andere Hausmittel zurückgreifen. Auch hier gilt aber: im Zweifel oder wenn die Symptome nicht besser werden, immer den Tierarzt kontaktieren.

In jedem Fall können Sie versuchen, das entzündete Auge zu kühlen, entweder mit einem feuchten Tuch oder mit aufgebrühten Schwarzteebeuteln, die anschließend kurz in den Kühlschrank gelegt werden. Viele Tiere empfinden das als angenehm, jedoch gibt es auch viele Katzen, die eine Behandlung generell nur schwer tolerieren. Hier muss abgewogen werden, ob es dem Tier guttut oder nur mehr Stress verursacht.

Um verklebte Augen bei Katzen zu reinigen, können Sie entweder lauwarmes Wasser, Schwarztee oder bestimmte Kräutertees verwenden. Schwarzer Tee wirkt entspannend, Fencheltee hat eine abschwellende Wirkung und Salbei gilt als entzündungshemmend.

Auf keinen Fall sollten Sie dagegen Kamillentee nehmen. Die Kamillenpflanze hat winzige Härchen, die sogar noch in aufgebrühtem Tee enthalten sind und das Auge nur zusätzlich reizen würden.

Bindehautentzündungen bei Katzen homöopathisch behandeln

Neben Hausmitteln bietet auch die Homöopathie Möglichkeiten, gereizte Augen bei Katzen zu behandeln oder die konservative Therapie einer Bindehautentzündung zu ergänzen, jedoch ebenfalls immer nur nach Absprache mit dem Tierarzt.

Das bekannteste homöopathische Mittel bei Bindehautentzündungen ist Euphrasia, auch genannt Augentrost. Heilkräuter wie dieses gibt es als Tee oder auch direkt als Augentropfen zu kaufen. Außerdem können sie als Globuli verabreicht werden, wobei man sich bei der Dosierung für Katzen an der Empfehlung für Säuglinge orientieren kann (1 Kügelchen pro Tag).

Weitere Globuli, die bei Augenentzündungen empfohlen werden, sind Pulsatilla (Wiesenküchenschelle) und bei angegriffenen Schleimhäuten Graphites (enthalten das Mineral Graphit). In Kombination mit Schnupfen wird außerdem zu Allium cepa (Zwiebel) und Sabadilla (Läusekraut) geraten.

Bei einer Infektion mit Bakterien oder Viren kann dagegen nur ein Medikament vom Tierarzt wirklich helfen.

Welche Folgen hat eine Bindehautentzündung bei Katzen?

Ohne die richtige Behandlung kann eine Bindehautentzündung bei Katzen schwere Folgen haben. Zunächst kann es durch den zähflüssigen Augenausfluss zu einer Verklebung und sogar zu einer dauerhaften Verlegung des Tränennasenkanals kommen.

Dadurch ist auch nach Abklingen der Augenentzündung der normale Tränenabfluss über diesen Kanal nicht mehr möglich und die Katze behält ein dauerhaft tränendes Auge. Weil der innere Augenwinkel immer feucht ist, verschmutzt und verklebt er leicht, was eine erneute Infektion begünstigen kann. Um dem vorzubeugen, müssen in so einem Fall die Augen der Katze regelmäßig mit einem weichen Tuch gereinigt werden.

Verlust von Sehkraft und Auge möglich

Bei schwereren Fällen einer Bindehautentzündung, häufig bei Herpes-Virus-Infektionen, kann es zu Hornhautschäden kommen, vor allem, wenn das dritte Augenlid mit der Hornhaut verklebt. Die Hornhaut (Kornea) wird trüb und im weiteren Verlauf wachsen Blutgefäße in diese eigentlich durchsichtige, undurchblutete Schicht des Auges ein. Bereits in diesem Stadium kann es zu einer dauerhaften Einschränkung der Sehkraft oder sogar zur Erblindung der Katze kommen.

Durch das "Einsprossen" der Blutgefäße bildet sich ein Hornhautgeschwür. Die Hornhaut wird dann an dieser Stelle immer dünner und kann schließlich einreißen, sodass das Kammerwasser, welches dem Auge unter anderem seine Stabilität und Form gibt, ausfließt. Der Augapfel schrumpft daraufhin.

Im besten Fall legt sich die Iris (Regenbogenhaut) von innen über den Defekt und verschließt ihn. Dies führt allerdings zu einer deformierten Pupille, die auch nicht mehr so gut je nach Lichteinfall eng oder weit gestellt werden kann, sodass die Sehkraft eingeschränkt bleibt. Im schlechteren Fall können Bakterien direkt in das Auge eindringen. Es kann zum Verlust des Auges kommen.

Folgen einer Bindehautentzündung bei Katzenschnupfen

Bei Jungtieren verursachen Infektionen mit dem Katzenschnupfen-Komplex die größten Komplikationen. Da die Kätzchen in den ersten Wochen die Augen noch nicht öffnen können, kann sich Eiter hinter den verschlossenen Augenlidern sammeln. Dieser greift das Auge an, sodass es zum Verlust des Auges kommen kann.

Auch ist es möglich, dass die Augenlider so sehr verkleben, dass die Kätzchen auch später ihre Augen nicht öffnen können. Aus diesem Grund ist eine Bindehautentzündung infolge von Katzenschnupfen bei jungen Katzen besonders gefährlich.

Aktualisiert: 23.08.2018 – Autor: Malin Held

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