Flöhe bei Katzen

Flöhe können Katzen und Menschen befallen. Um sie zu zu bekämpfen, sollte man die Symptome rechtzeitig erkennen und das richtige Flohmittel verwenden.

Katze mit Flöhen © istockphoto, Sitikka

Flöhe kommen bei Katzen relativ häufig vor. Flöhe (Siphonaptera) sind millimeterkleine, blutsaugende Parasiten, die bei befallenen Katzen häufig Hautirritationen und die sogenannte Flohspeichelallergie verursachen können. Eine Katze kann von verschiedenen Gattungen der Flöhe befallen werden. Bei uns in Mitteleuropa werden Katzen am häufigsten durch den sogenannten Katzenfloh (Ctenocephalides felis felis) befallen. Auch Hundeflöhe können bei Katzen vorkommen.

Jucken als Anzeichen von Flohbefall bei der Katze

Befallen Flöhe eine Katze, springen sie auf deren Haut. Von dort aus stechen die Flöhe die Blutgefäße der Katze an, um daraus Blut zu saugen, von dem sie sich ernähren. Hierbei injizieren sie ihren Speichel in die Einstichstellen.

Der Flohspeichel enthält verschiedene Allergene und Haptene, die häufig eine allergische Reaktion in der Katzenhaut auslösen. Diese allergische Reaktion wird als Flohspeichelallergie (Flohallergiedermatitis, FAD) bezeichnet.

Im Zuge dieser Allergie geht der Flohbefall häufig mit Juckreiz und Hautirritationen einher. Dieses Jucken im Fell der Katze sorgt bei ihr für einen starken Drang, an der vom Floh gebissenen Stelle zu lecken und zu knabbern.

So erkennt man die Anzeichen eines Flohbefalls meist an einem durch die Katze selbst verursachten Haarverlust und mitunter schweren Hautentzündungen (feline miliäre Dermatitis beziehungsweise eosiner Granulomkomplex). Außerdem können infolge des Beknabberns Krankheitserreger in die Haut gelangen und für schwere bakterielle Entzündungen sorgen.

Symptome von Flohbefall sind unterschiedlich

Jedoch kann ein Flohbefall bei Katzen sehr unterschiedlich starke Symptome verursachen: Manche Katzen reagieren gar nicht allergisch, so fällt der Befall zunächst nicht auf. Vor allem gesunde Katzen stört es häufig nicht, wenn ein Floh Blut saugt.

Bei jungen Tieren hingegen, beispielsweise bei Katzenbabys, kann es bei einem starken Befall mit Flöhen sogar zur Abmagerung und Blutarmut kommen.

Wie kann man Flöhe bei der Katze erkennen?

Nicht immer ist ein Flohbefall bei einer Katze klar zu erkennen, mögliche Hinweise könnten aber sein:

  • Starker Juckreiz bei der Katze, häufig verbunden mit Haarausfall (Alopezie) und Sich-blutig-kratzen.
  • Auffinden eines Flohs im Fell der Katze: Flöhe sind von der Seite betrachtet eher oval und bräunlich, von allen anderen Seiten aber relativ platt. Die Größe der Flöhe beläuft sich auf wenige Millimeter. Flöhe können aber auch in der Umgebung aufgefunden werden.
  • Viel leichter ist Flohkot im Fell der Katze zu finden: Hierzu bürstet man das Fell der Katze mehrmals mit dem Strich mit einem speziellen "Flohkamm". Findet man bräunliche oder schwarze kleine, kommaförmige Krümel, so kann dies ein erster Hinweis sein. Feuchtet man diese Krümel auf einem weißen Taschentuch mit etwas Wasser an und sie färben sich rot, so kann man von Flohkot ausgehen.
  • Flöhe sind auch auf den Menschen übertragbar: Katzenflöhe gehen auch auf den Menschen – wenn es nicht nur die Katze, sondern auch den Besitzer juckt, kann dies also ein Hinweis sein. Flöhe beißen häufig in sogenannten "Flohstraßen", dies sind mehrere rötliche Stiche ganz dicht beieinander, die beim Menschen in der Regel gut zu erkennen sind. Bei der Katze sind sie selten zu sehen.

Wie bekommen Katzen Flöhe?

Meist stecken sich Katzen über Kontakt zu anderen befallenen Tieren (andere Katzen oder Hunde) mit Flöhen an. Auch ein indirekter Kontakt, also über Gegenstände, an denen beispielsweise Floh-Eier haften, ist möglich.

Flöhe sind wenig wirtsspezifisch, also nicht wählerisch bei der Auswahl ihres Wirtes. Stattdessen sind sie eher an ihr eigenes Nest (zum Beispiel in Teppichen und Polstermöbeln) sowie den Aufenthaltsort ihres Wirtes gebunden – dies nennt man Nesttypspezifität.

Flöhe sind blutsaugende Parasiten. Um sich zu ernähren, müssen erwachsene Flöhe zum Blutsaugen auf die Katze springen. Hierfür besitzen sie ausgeprägte "Sprungbeine", mit denen sie teilweise höher als einen Meter springen können. Das heißt für einen Haushalt mit mehreren Tieren: Hat es einer, haben es alle.

Entwicklung der Flöhe auf der Katze und in der Umgebung

Zu wissen, wie sich Flöhe entwickeln, ist ausschlaggebend für die Therapie eines Flohbefalls bei Katzen.

Erwachsene Flöhe saugen Blut. Ein bis zwei Tage nach der Blutmahlzeit legt das Floh-Weibchen seine Eier ins Fell der Katze. Diese Eier fallen dann innerhalb von etwa acht Stunden ab. Nur bei sehr stark von Flöhen befallenen Katzen kann man Floh-Eier im Fell finden.

Aus den abgefallenen Eiern entwickeln sich die sogenannten Flohlarven. Diese Flohlarven verteilen sich ebenso wie die Eier in der ganzen Umgebung, also in der Wohnung (Teppich, Ritzen und Spalten, Kommoden und Polster, teilweise auch im Bett). Hier harren die Larven aus und ernähren sich von abgefallenen Hautschuppen und dem Exkrement der erwachsenen Flöhe.

Schließlich verpuppt sich die Larve in einen klebrigen Kokon, an dem Fussel und Ähnliches haften bleiben. So ist die Floh-Puppe während der Verpuppungszeit von circa zwei Wochen gut getarnt und nicht zu entdecken.

Im Winter können eigentlich nur die "erwachsenen" Flöhe auf den Tieren sowie die Puppen der Larven überleben. In geheizten Räumen hingegen ist ein ganzjähriger Befall leicht möglich.

Flöhe in der Wohnung

Man muss sich das Floh-Problem als eine "Bevölkerung" (sogenannte Population) vorstellen: Die erwachsenen, blutsaugenden Flöhe, deren Bisse man auf der Katze findet, stellen lediglich fünf Prozent der gesamten Population dar.

Die anderen 95 Prozent der Flohpopulation bilden die Floh-Eier, die Flohlarven und die verpuppten Flohlarven, beispielsweise auf dem Wohnzimmerteppich. Die komplette Entwicklung von Floh-Ei zum erwachsenen, blutsaugenden Floh findet in der Außenwelt, also nicht auf der Katze, statt.

Daher muss bei einem Flohbefall sowohl die Katze als auch die Umgebung behandelt werden. Waschen oder Baden des Tieres reicht zur Bekämpfung der Flöhe keinesfalls aus.

Flöhe bei Katzen wirksam bekämpfen

Eine wirksame Flohbekämpfung stützt sich in der Regel auf zwei Säulen: Zum einen muss die Katze (genau wie alle anderen Tiere im Haushalt) mit Medikamenten gegen Flöhe behandelt werden. Zum anderen sollte der Aufenthaltsbereich der Katze von Floh-Eiern, Larven und Puppen gereinigt werden – dies nennt man Entwesung.

Medikamente gegen Flöhe

Als Flohmittel zur Behandlung von Katzen bieten sich verschiedene Präparate an. Bei einem Flohbefall der Katze sollte man eine Therapie immer mit einem Tierarzt absprechen und nicht eigenmächtig handeln. Manche Mittel gegen Flöhe sind nur für Hunde zugelassen und für Katzen giftig.

Folgende Medikamente stehen zur Behandlung von Flohbefall bei Katzen zur Verfügung:

  • Frontline® (Wirkstoff Fipronil) ist über den Tierarzt erhältlich und wird häufig zur Behandlung von Flohbefall bei Katzen eingesetzt. Es ist ein Spot-On-Präparat zum Aufträufeln in den Nacken der Katze. Der Wirkstoff wird in die Talgdrüsen der Haut eingelagert und langsam abgegeben. Erwachsene Flöhe werden durch den Wirkstoff innerhalb von 24 Stunden nach dem Biss abgetötet. Frischgeschlüpfte Floh-Weibchen sterben also schon vor der Eiablage. Die abtötende Wirkung gegen erwachsene Flöhe hält vier Wochen an. Daher sollte das Flohmittel im Abstand von vier Wochen immer wieder gegeben werden, bis das Flohproblem gelöst ist. Frontline® wirkt bei Katzen ebenso gegen den Befall mit Zecken und Haarlingen.
  • Advantage® (Wirkstoff Imidacloprid) ist ein weiteres Medikament zur Behandlung von Flöhen bei Katzen, das über den Tierarzt erhältlich ist. Eine abtötende Wirkung auf erwachsene Flöhe ist auch hier für drei bis vier Wochen nach der Behandlung gegeben. Advantage® ist ebenfalls ein Spot-On, das sich in den Nacken der Katze träufeln lässt. 
  • Auch Advocate® der Firma Bayer enthält den Wirkstoff Imidacloprid, jedoch noch einen weiteren, nämlich Moxidectin. So ist Advocate® nicht nur gegen Flöhe, sondern auch gegen verschiedene Endoparasiten (unter anderem Würmer) wirksam.
  • Als Tabletten ist Capstar® erhältlich. Das Mittel enthält den Wirkstoff Nitenpyram. Es wirkt sehr schnell nach der Tabletteneinnahme, hat jedoch keine Langzeitwirkung. So eignet es sich besonders gut zur Sofortbehandlung bei starkem Flohbefall.

Von einer rein präventiven Behandlung mit Antiparasitika sollte abgesehen werden, da für bestimmte parasiten-abtötende Medikamente bereits Resistenzentwicklungen zu beobachten sind, die durch die unnötige Gabe solcher Mittel noch verstärkt werden.

Kokosöl und andere Hausmittel

Häufig werden Kokosöl und andere Hausmittel (zum Beispiel Zitronensaft, Teebaumöl oder Geranienöl) zur Flohbekämpfung bei Katzen empfohlen. Hier ist darauf hinzuweisen, dass die Wirksamkeit von diesen Stoffen nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Zudem sollte beachtet werden, dass diese Flohmittel durch die Katze oder andere Wohnungstiere abgeleckt werden können. Teebaumöl ist beispielsweise für Hunde und Katzen in höheren Dosen toxisch.

Wer einen Flohbefall bei Katzen nur mit Hausmitteln behandelt oder die Behandlung der Umgebung außen vor lässt, handelt fahrlässig. Denn Flöhe befallen auch den Menschen. Vor allem Kinder können diese dann in Kindergärten, Kitas und die Schulen eintragen. Daher ist es bei Flohbefall wichtig, Flöhe bei der Katze sowie in der Wohnung wirksam zu beseitigen.

Wiederkehrender Flohbefall – was tun?

Die Flöhe gehen nicht weg? Hat die Katze trotz Frontline® oder anderen zugelassenen Flohmitteln aus der Apotheke noch Flöhe, so liegt entweder eine Therapielücke vor (zum Beispiel vier Wochen Abstand nicht eingehalten) oder der Aufenthaltsbereich der Katze ist noch immer mit Entwicklungsstadien der Flöhe kontaminiert. So wird die Katze immer wieder neu von frisch aus der Puppe geschlüpften, erwachsenen Flöhen befallen.

Behandlung der Umgebung

Eine Umgebungsbehandlung ist unbedingt notwendig, um die verschiedenen Entwicklungsstadien der Flöhe zu entfernen, bevor diese weit genug entwickelt sind, um die Katze erneut zu befallen. Umgebung ist hier ein weit gefasster Begriff: Ritzen und Nischen, Möbel, Teppiche und Teppichboden, Polster und Decken, eventuell kann sogar das Bett von Flöhen befallen sein. Auch Kratzbäume und Katzenhöhlen sind zu reinigen.

Tipps bei immer wiederkehrendem Flohbefall

Wiederkehrender Flohbefall ist ein häufiges Problem, das umfangreiche Hygienemaßnahmen nach sich zieht. Folgendes sollte – idealerweise bereits beim erstmaligen Auftreten eines Flohbefalls – beachtet werden:

  • Was bei 60 Grad gewaschen werden kann, sollte bei 60 Grad gewaschen werden (ohne Ausnahme).
  • Können Textilien nicht bei 60 Grad gewaschen werden, gibt man sie entweder für zehn Tage in die Tiefkühltruhe oder entsorgt sie (auch hier keine Ausnahmen machen).
  • Sowohl die Wohnungsräume (alle) als auch die Polstermöbel müssen gründlich abgesaugt werden (bis in alle Ritzen). Staubsaugerbeutel müssen entweder luftdicht verpackt oder verbrannt werden, da die Flöhe herauskrabbeln können.
  • Nach der "Grundreinigung" sollte man ein vom Tierarzt erhaltenes, geeignetes Mittel zur Umgebungsbehandlung verwenden.
  • Alle Tiere des Haushaltes sollten entwurmt werden. Flöhe übertragen den sogenannten "Gurkenkernbandwurm" (Dipyilidium caninum), wenn sie von der Katze oder dem Hund gefressen werden. Auch der Mensch kann sich mit diesem Parasiten infizieren.

Helfen all diese Maßnahmen nicht gegen den Flohbefall bei der Katze, so sollte man Rat bei einer örtlichen Schädlingsbekämpfung einholen.

Quellen

  • H. Lutz, B. Kohn, F. Forterre: Krankheiten der Katze
  • T. Schnieder: Veterinärmedizinische Parasitologie
  • P. Deplazes, J. Eckert, G. von Samson-Himmelstjerna, H. Zahner: Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin
  • C. Epe, M. Linek: Flohbefall und FAD bei Hund und Katze. In: Der praktische Tierarzt. Nr. 88 (2007)
  • C. Noli, F. Scarampella: Praktische Dermatologie bei Hund und Katze
  • Merkblatt der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich: Katzen- und Hundeflöhe
  • R. W. Nelson, G. Couto: Innere Medizin der Kleintiere
Aktualisiert: 01.11.2018 – Autor: Malek Hallinger

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