Krebs bei Katzen

Katzen können verschiedene Arten von Krebs kriegen. Oft zeigt sich Krebs nicht durch spezifische Symptome, sondern durch allgemeine Anzeichen einer Krankheit.

Krebskranke Katze © Silke Hamann

Krebs kommt bei Katzen ziemlich häufig vor und kann deren Lebensqualität sowie Lebenserwartung negativ beeinflussen. Genau wie bei Menschen ist Krebs auch bei Katzen eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Deshalb sind für die Prognose viele verschiedene Faktoren relevant, wie beispielsweise die Art des Tumors sowie das Stadium der Krebserkrankung.

Was ist eine Krebserkrankung?

Bei Krebs fangen körpereigene Zellen der Katze an, sich so zu verändern, dass sie ihre eigentliche Funktion nicht mehr erfüllen können. Je nach Art der Krebserkrankung ersetzen die Krebszellen nach und nach das funktionelle Gewebe eines bestimmten Organs der Katze und hindern es daran, seine Funktion korrekt zu erfüllen. 

Krebszellen sind größer und zahlreicher als die ursprünglichen Zellen. Dadurch entsteht an der erkrankten Stelle oft ein Geschwulst, auch Tumor genannt. Bei einer gutartigen Krebserkrankung wächst der Tumor relativ langsam und bleibt in dem ursprünglich befallenen Organ der Katze. 

Bei einer bösartigen Krebserkrankung (maligne Erkrankung) wächst der Tumor deutlich schneller und kann zudem Metastasen bilden. Das heißt, dass Krebszellen aus dem bösartigen Tumor abgelöst und in die Blutbahn ausgeschwemmt werden können. So können neue, bösartige Tumore an anderen Stellen im Körper der Katze entstehen. 

Da Krebs allein auf Prozessen der körpereigenen Zellen beruht, ist die Krankheit im Gegensatz zu Infektionserkrankungen nicht ansteckend.

Anzeichen für Katzenkrebs

Krebs äußert sich bei Katzen nicht durch typische Symptome, sondern eher durch Anzeichen eines allgemein beeinträchtigten Gesundheitszustandes. Die folgenden Symptome können beispielsweise Anzeichen für Katzenkrebs sein:

Je nach Art und Lokalisation des Tumors sowie Stadium der Erkrankung können die Symptome ganz unterschiedlich aussehen.

Häufige Krebsarten bei Katzen

Krebs kann bei Katzen in verschiedenen Formen auftreten und somit unterschiedliche Bereiche des Körpers befallen. Häufige Formen von Katzenkrebs sind:

  • malignes Lymphom
  • Hautkrebs
  • Tumore des Gesäuges
  • Lungentumore
  • Lebertumore
  • Tumore der Gebärmutter 

Da sie am häufigsten auftreten, werden die drei erstgenannten Krebsarten bei Katzen im Folgenden genauer vorgestellt.

Das maligne Lymphom bei Katzen

Das maligne Lymphom bei Katzen ist ein sehr aggressiver, bösartiger Tumor der Lymphozyten. Die Lymphozyten sind eine Gruppe der weißen Blutkörperchen, die sowohl frei im Blut unterwegs sind als auch in einigen Organen festsitzen. Diese Krebsart wird durch das Feline Leukämievirus (FeLV) verursacht und ist eine häufige Krebsart bei Katzen. Das maligne Lymphom bei Katzen äußert sich am häufigsten entweder in Form von:

  • Blutkrebs oder 
  • Magen-Darm-Krebs

Bei der Blutkrebs-Form hört das Knochenmark der Katze auf, Vorläufer der Blutzellen zu produzieren. Als Folge bekommt die Katze eine Blutarmut, hat oft Fieber, frisst nicht mehr und nimmt an Gewicht ab. Zur Diagnose dieser Krebsart ist eine Biopsie des Knochenmarks erforderlich.

Bei der Magen-Darm-Form sind die Ursprungszellen des malignen Lymphoms die Lymphozyten, die im Magen-Darm-Trakt sitzen. Symptome beim Magen-Darm-Krebs sind Erbrechen, Durchfall und Abgeschlagenheit. Zudem sind die äußerlichen, oberflächlich gelegenen Lymphknoten deutlich vergrößert und die Katze frisst nicht mehr. Zur Diagnose dieser Krebsart ist eine Biopsie eines der äußerlichen Lymphknoten erforderlich.

Hautkrebs bei Katzen

Hautkrebs bei Katzen kann in verschiedenen Formen auftreten. Die häufigsten sind:

  • das Fibrosarkom
  • das maligne Melanom
  • das Plattenepithelkarzinom

Das Fibrosarkom – dicke Geschwülste

Das Fibrosarkom ist ein bösartiger Tumor des Bindegewebes, der sich oft tief in der Haut und bis zum Knochen festsetzt. Es ist die häufigste Hautkrebsart bei Katzen. Typisch für das Feline Fibrosarkom sind rosafarbene, fleischige, festsitzende Tumore im Mund der Katze, die am häufigsten am Zahnfleisch oder am Gaumen sitzen. Da diese Krebsart oft auf den Kiefer übergeht, spricht man beim Fibrosarkom auch von Kieferkrebs. Fibrosarkome bei Katzen können aber auch an anderen Körperstelle auftreten, zum Beispiel an der Flanke und im Rückenbereich.

Oft liest man, dass durch eine Impfung ein Fibrosarkom an der Injektionsstelle auftreten kann. Dies ist nicht ganz korrekt, da nicht die Impfung an sich, sondern die Gewebezerstörung durch die Nadel bei Katzen in seltenen Fällen dazu führen kann, dass an der Injektionsstelle Hautkrebs entsteht. Das geringe Risiko von Hautkrebs infolge einer Impfung ist jedoch kein vernünftiger Grund, auf Impfungen zu verzichten, denn die Katze würde gegen gefährliche Katzenkrankheiten, wie zum Beispiel Katzenschnupfen und die Katzenseuche, ungeschützt bleiben.

Das maligne Melanom: Tumore im Gesicht

Das maligne Melanom ist ein bösartiger Tumor der Hautpigmentzellen und kann pigmentiert oder auch unpigmentiert sein. Es handelt sich um einen sehr aggressiven Tumor, der sehr oft auf den Knochen der betroffenen Katze übergeht und in vielen Fällen Metastasen bildet. 

Die Tumore sind oft am Auge, im Mund, am Ohr oder an der Nase der Katze zu finden. Typische Anzeichen für das maligne Melanom sind eine Vergrößerung des Augapfels, die Veränderung der Augenfarbe und Lichtempfindlichkeit (wegen Schmerzen am betroffenen Auge). 

Diese Krebsart kommt vor allem bei erwachsenen Katzen vor, fast nie bei einer jungen Katze. Die Prognose ist bei dieser Form von Hautkrebs schlechter als beim Fibrosarkom. Oft sterben die Katzen an Rezidiven (Rückfällen). Das heißt, dass der Tumor nach der chirurgischen Entfernung zurückkommt. 

Plattenepithelkarzinom: Hautkrebs im Mund

Das Plattenepithelkarzinom ist ein bösartiger Tumor in einer Schicht der Haut. Erkennen lässt sich diese Krebsart an einem festsitzenden, fleischigen, bröckeligen Tumor im Mund der Katze, der fortschreitend das darunterliegende Gewebe zerstört. 

Diese Krebsart geht, wie das Fibrosarkom auch, oft auf den Kiefer über. Das Verhalten des Tumors ist jedoch abhängig von seiner Lokalisation. Dabei gilt: Je weiter vorne in der Mundhöhle der Tumor gelegen ist, desto weniger aggressiv ist er und desto geringer ist das Risiko für Metastasen. Je weiter in Richtung Schlund das Plattenepithelkarzinom gelegen ist, desto aggressiver ist es. 

Diagnose und Differenzierung von Hautkrebs

Zur Diagnose und Differenzierung der verschiedenen Arten von Hautkrebs bei Katzen ist immer eine Biopsie notwendig. Röntgenaufnahmen sind erforderlich, um die Beteiligung des Kiefers einzuschätzen.

Tumore des Gesäuges

Tumore des Gesäuges (Mammakarzinome) bei weiblichen Katzen sind im Gegensatz zu Hündinnen selten. Allerdings sind sie in neunzig Prozent der Fälle bösartig. Tumore des Gesäuges müssen bei Katzen daher schnell und konsequent bekämpft werden. Die Methode der Wahl ist die vollständige chirurgische Entfernung der Gesäugeleiste samt dazugehörender Lymphknoten.

Heilungschancen bei Katzenkrebs

Ob eine an Krebs erkrankte Katze geheilt werden kann, hängt von vielen Faktoren ab. Eine Rolle für die Prognose spielen beispielsweise die Krebsart, die Position des Tumors, die Bösartigkeit und der Zeitpunkt der Diagnose. Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Bei einem bösartigen Tumor ist entscheidend, ob die Krebserkrankung erkannt wird, bevor das Geschwulst angefangen hat, Metastasen zu bilden. 

Behandlung von Krebs bei Katzen

Die Behandlung von Katzenkrebs ist je Krebsart unterschiedlich:

  • Die Behandlung beim Magen-Darm-Krebs bei Katzen ist üblicherweise die Chemotherapie. Dabei liegt die kurzfristige Heilungschance bei 90 Prozent, mit einer Lebenserwartung von circa sieben Monaten. Ohne Chemotherapie liegt die Lebenserwartung einer Katze mit Magen-Darm-Krebs bei zwei bis sechs Wochen.
  • Gegen Blutkrebs bei Katzen gibt es leider keine Behandlungsmöglichkeit. 
  • Die bevorzugte Behandlung bei Hautkrebs und bei Gesäugekrebs ist immer eine vollständige chirurgische Entfernung des Tumors, eventuell mit Unterstützung der Strahlentherapie. 

Verbesserung der Lebensqualität bei Katzenkrebs

Der behandelnde Tierarzt kann Besitzer bezüglich der Optimierung der Lebensqualität einer an Krebs erkrankten Katze beraten. Schmerzen, die durch Tumore entstehen, können zum Beispiel effektiv mit klassischen Schmerzmitteln wie Metacam® behandelt werden. 

Bitte beachten Sie, dass es sich bei Krebs um eine schwere, komplexe Erkrankung handelt. Bei schweren Krankheiten sollten eigene Therapieversuche ohne Rücksprache mit dem Tierarzt sowie Behandlungsversuche mit alternativen Methoden wie zum Beispiel Homöopathie unterlassen werden.

Wenn die Krebserkrankung in Endstadium trotz aller Bemühungen nicht heilbar ist und die Katze starke Schmerzen hat, ist es ratsam, den Tierarzt nach einer Einschätzung der Lebenserwartung zu fragen und die Möglichkeit des Einschläferns der Katze zu besprechen.

Überblick: Das Wichtigste über Katzenkrebs

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Infos über Krebs bei Katzen noch einmal für Sie zusammengefasst:

  • Krebs beruht auf die Entartung von körpereigenen Zellen und ist nicht ansteckend.
  • Krebs kann gutartig oder bösartig sein – je bösartiger umso schlechter die Prognose.
  • Nur bösartige Tumore können Metastasen bilden.
  • Zu den häufigsten Formen von bösartigem Katzenkrebs gehören Hautkrebs und das maligne Lymphom.
  • Je früher die Krebserkrankung erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen der Katze.
  • Die Behandlung von Tumoren der Haut und des Gesäuges bei Katzen basiert auf der Chirurgie und der Strahlentherapie.
  • Die Behandlung von Magen-Darm-Krebs bei Katzen erfolgt in der Regel mithilfe einer Chemotherapie.

Eine genaue Beobachtung Ihrer Katze kann helfen, die Anzeichen einer Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen. Mit der rechtzeitigen Behandlung sind viele Arten von Katzenkrebs gut heilbar.

Aktualisiert: 02.08.2017 – Autor: Marie Cauzard

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