Druse beim Pferd erfolgreich behandeln

Die Behandlung von Pferden mit Druse sollte immer durch einen Tierarzt erfolgen. Er versorgt das Pferd mit Medikamenten und behandelt vorhandene Abszesse.

Pferd mit Druse in Quarantäne © istockphoto, cofkocof

Die Behandlung eines an Druse erkrankten Pferdes richtet sich nach der Schwere der Symptome und dem Stadium der Krankheit. Druse ist eine hoch ansteckende Krankheit, bei der unbedingt ein Tierarzt informiert und das betroffene Pferd sofort unter Quarantäne gestellt werden sollte. Durch unsachgemäße Behandlung steigt das Risiko, diese Pferdekrankheit zu verschleppen und andere Pferde anzustecken.

Antibiotika bei Druse umstritten

Antibiotika sind im Allgemeinen das Mittel der ersten Wahl, um eine Infektion mit Bakterien sicher zu bekämpfen.

Bei einer Erkrankung an Druse bilden sich jedoch häufig Abszesse mit Kapseln, in die Antibiotika schlecht eindringen können. Die Bakterien entziehen sich in den Abszessen meist einer erfolgreichen Behandlung.

Daher müssen die Abszesse zum Reifen gebracht und dann durch den Tierarzt punktiert (angestochen) oder chirurgisch (durch einen Einschnitt mit einem Skalpell) gespalten werden. Antibiotika verzögern die Reifung der Abszesse und sind in diesem Fall nicht anzuraten.

Grundsätzlich erfolgt bei Druse eine Behandlung mit Antibiotika nur dann, wenn das allgemeine Befinden des Pferdes sehr schlecht ist oder nach der Spaltung der Abszesse, um einer allgemeinen bakteriellen Infektion vorzubeugen. Auch in einem frühen Stadium der Pferdekrankheit, bevor sich Abszesse bilden, können Antibiotika hilfreich sein.

Warme Umschläge und Ichtyol-Salbe

Warme Umschläge mit Kartoffelbrei oder Heatpacks beschleunigen die Reifung der Abszesse der Lymphknoten. Sie werden seitlich des Kopfes im Bereich der Ganaschen und des Kehlgangs angebracht.

Alternativ können durchblutungsfördernde Salben wie Ichthyol-Salbe aufgetragen werden, die zugleich auch einen entzündungshemmenden Effekt hat. Alle diese Maßnahmen sollten jedoch nur in Absprache mit dem Tierarzt durchgeführt werden.

Homöopathie als unterstützende Behandlung

Druse ist schwierig homöopathisch zu behandeln, da der Erfolg der Therapie im Wesentlichen von der Spaltung der Abszesse und der Verhinderung einer allgemeinen bakteriellen Infektion abhängt. Dazu sind vor allem chirurgische Maßnahmen (Spaltung) und Antibiotika angezeigt. Zur Bekämpfung des Fiebers eignen sich fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente.

Homöopathische Mittel wie Hepar sulfuris werden zwar zur Behandlung akuter eitriger Entzündungen eingesetzt, ihre Wirkung bei Abszessen wie im Fall der Druse ist aber nicht eindeutig belegt.

Homöopathie ist also nicht die erste Wahl zur Behandlung einer Druse beim Pferd, kann aber in Form von zum Beispiel durchblutungsfördernden Salben unterstützend eingesetzt werden.

Komplikationen bei Druse

In einigen Fällen kann es bei Pferden mit Druse bei unzureichender Behandlung zu Komplikationen kommen. Aber auch bei rechtzeitiger und richtiger Therapie können Komplikationen auftreten. Zu den möglichen Komplikationen gehören unter anderem:

  • Streuung der Abszesse, zum Beispiel in die Lunge oder den Bauchraum
  • Blutfleckenkrankheit (Morbus maculosus), gekennzeichnet durch Ödeme an den Beinen und am Kopf (Nilpferdkopf), Blutflecken auf den Schleimhäuten und Atemnot durch Schwellungen im Rachenraum

Diese Komplikationen sind potenziell lebensbedrohlich für das Pferd und können tödlich sein. Eine intensive Behandlung, am besten in einer Pferdeklinik, ist unbedingt ratsam.

Wie lange erkranken Pferde an Druse?

Die Dauer der Erkrankung beträgt bei den meisten Pferden bei rechtzeitiger und gründlicher Behandlung etwa drei Wochen. Dann sind die Pferde meist wieder frei von allen Symptomen der Druse.

Einige Pferde können aber trotzdem auch ohne Symptome über mehrere Wochen bis hin zu Monaten Bakterien ausscheiden und so als Infektionsquelle für andere Pferde dienen.

Um solche passiven Träger zu finden, sollten nach dem Abklingen der Symptome noch drei Spülproben im wöchentlichen Abstand auf die DNA der Streptokokken untersucht werden.

Erst bei drei aufeinanderfolgenden negativen Ergebnissen kann von einer vollständigen Genesung des Pferdes ausgegangen werden.

Viele Pferde werden kurzeitig immun gegen Druse

Wie oft ein Pferd Druse bekommen kann, ist ganz unterschiedlich. Nach einer überstandenen Erkrankung an Druse sind etwa 75 Prozent der Pferde immun gegen eine erneute Ansteckung in den nächsten sechs Monaten. Länger hält die Immunität nicht an und die Pferde können danach erneut Druse bekommen.

Eine Immunität entwickelt sich nicht, wenn die Pferde noch vor der Bildung von Abszessen mit Antibiotika erfolgreich behandelt wurden. Fohlen scheinen in den ersten Lebensmonaten durch Antikörper der Mutterstute vor einer Erkrankung an Druse geschützt zu sein.

Impfung gegen Druse nicht empfohlen

In Europa wird derzeit an einer wirksamen Impfung gegen Druse geforscht. Die zurzeit vorhandene Impfung verursacht häufig Entzündungen an der Injektionsstelle und schützt auch nur etwa 60 Prozent der geimpften Pferde.

Eine standardmäßige Impfung gegen Druse wird daher nicht empfohlen. Es besteht weiter Forschungsbedarf.

Wie kann man Druse vorbeugen?

Einer Erkrankung an Druse lässt sich nicht mit endgültiger Sicherheit vorbeugen. Es treten immer wieder einzelne Ausbrüche in verschiedenen Bundesländern auf. Diese Ausbrüche sind jedoch verhältnismäßig selten und treten nur vereinzelt auf. Die überwiegende Zahl der Reitställe ist nicht oder nur einmal innerhalb mehrerer Jahre von Druse betroffen.

So können Sie Ihr Pferd am besten vor Druse schützen:

  1. Waschen und desinfizieren Sie sich die Hände, bevor Sie andere Pferde in anderen Ställen anfassen oder wieder zu Ihrem Pferd zurückkehren.
  2. Achten Sie auf gültige Impfungen gegen die gängigen Virusinfektionen, wenn Sie mit Ihrem Pferd auf Turniere oder andere Veranstaltungen gehen. So verringern Sie das Risiko des Pferdes, sich mit Viren zu infizieren, die es anfälliger für Druse machen können.
  3. Vermeiden Sie Transporte Ihres Pferdes in Gegenden, in denen aktuelle Fälle von Druse diagnostiziert wurden. Informieren Sie auch andere Reiter. Nehmen Sie keine Pferde aus aktuell betroffenen Gegenden in Ihren Stall oder Ihre Pferdegruppe auf oder stellen Sie die Pferde für etwa zwei Wochen in Quarantäne. Bis dahin sollten üblicherweise im Fall einer Erkrankung die ersten Symptome zu erkennen sein.
  4. Sorgen Sie für eine möglichst artgerechte Haltung Ihres Pferdes. Diese stärkt das Immunsystem des Pferdes und mindert das Risiko einer Erkrankung.
  5. Halten Sie Ihr Pferd nicht aus Angst vor einer möglichen Ansteckung von sämtlichen Pferden fern. Ihr Pferd muss einem gewissen Maß an Erregern ausgesetzt werden, um Antikörper zu bilden und das Immunsystem zu stärken.
  6. Informieren Sie den Tierarzt, wenn Sie eine Atemwegserkrankung Ihres Pferdes vermuten. Außer Druse kann es sich auch um andere Erkrankungen mit einem Pferdevirus wie Herpes oder Influenza handeln, die anders behandelt werden müssen.

Druse ist eine Pferdekrankheit, die durch relativ einfache Maßnahmen behandelt und kontrolliert werden kann. Je besser und schneller Sie als Pferdebesitzer bei eventuellen Ausbrüchen reagieren, desto weniger Pferde erkranken an Druse.

Aktualisiert: 28.09.2018 – Autor: Nicole Kreutzfeldt

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