Wenn das Pferd zum Zahnarzt muss

Pferd bei der Zahnbehandlung © istockphoto, dabyg

Wie oft man bei einem Pferd die Zähne machen lassen sollte, hängt vom Alter des Tieres und den individuellen Problemen ab. Generell empfiehlt sich vor allem bei jungen Pferden (zwei- bis fünfjährig) eine Untersuchung der Zähne alle 6 Monate. Danach können die Kontrollen auf einmal jährlich reduziert werden. Bei sehr alten Pferden ist dagegen häufig eine intensivere Betreuung notwendig. 

Wie sieht eine Zahnbehandlung beim Pferd aus?

Für eine gründliche Untersuchung der Zähne müssen die meisten Pferde sediert werden. Mithilfe eines Maulgatters ist es dann möglich, auch die hinteren Backenzähne zu begutachten. 

Zu den häufigsten Behandlungen zählen das Raspeln und Schleifen von scharfen Haken und Kanten an den Pferdezähnen. Gegebenenfalls ist auch eine Zahnsteinentfernung notwendig.

Kosten einer Zahnbehandlung beim Pferd

Die Kosten einer einfachen, kompletten Zahnbehandlung liegen bei etwa 80 Euro, mit einer Sedierung um die 150 Euro. Diese Zahlen können jedoch variieren, je nach Aufwand der Behandlung. 

Viele Kliniken haben auf ihren Internetseiten Listen veröffentlicht, in denen die Preise für verschiedene Behandlungen, beispielsweise eine Zahnextraktion (Zahnziehen) eingesehen werden können. Dabei werden die Kosten für den Klinikaufenthalt und die Sedierung allerdings meistens extra berechnet.

Mit gesunder Fütterung Zahnproblemen vorbeugen

Mit einer gesunden, ausgewogenen Fütterung lässt sich Zahnproblemen vorbeugen. Raufutter begünstigt den physiologischen Zahnabrieb. Vorsichtig sollte man mit Brot und kohlenhydrat- und zuckerreichen Fertigleckerlis sein, denn durch sie wird die Entstehung von Karies gefördert. Hat ein Pferd bereits Karies, sollte ganz auf solche Leckereien verzichtet werden. Besser sind dann Äpfel oder Möhrenstückchen als Leckerli. 

Übrigens: Da das Pferd als Pflanzenfresser eine andere Speichelzusammensetzung hat als der Mensch, ist das Zähneputzen zur Zahnpflege nicht nötig. Auch Verfärbungen sind kein Grund, dem Pferd die Zähne putzen zu müssen. Der beim Pferdezahn außen liegende Zahnzement lagert Futterfarbstoffe ein, wodurch es häufig zu einer gelben bis braunen Färbung der Zähne kommt, welche aber im Gegensatz zu Karies harmlos ist.

Fütterung von Pferden mit Zahnproblemen

Bei der Fütterung von Pferden mit chronischen Zahnproblemen und beim Füttern von alten Pferden ist zu beachten, dass normales Heu meistens nur noch schlecht zerkaut werden kann. Im Frühjahr und Sommer können die Pferde auf der Weide Gras fressen. 

Problematisch wird es jedoch im Herbst. Die Umstellung von Gras auf das härtere Heu bereitet vielen Pferden mit Zahnproblemen Schwierigkeiten. Raufutter ist in der Pferdeernährung aber überaus wichtig. Heu sollte bei Pferden mit Zahnproblemen immer eingeweicht werden. 

Eine gute Alternative bieten Heucobs. Sie können eingeweicht werden und sind leichter verdaulich. Eingeweichte Heucobs lassen sich auch Pferden ohne Zähne füttern. Wie gut ein Pferd ohne Zähne zurechtkommt, ist jedoch individuell unterschiedlich. Ergänzend können eingeweichte Rübenschnitzel, Müsli und Mash gefüttert werden, um das Pferd mit genug Energie zu versorgen.

Eine ausgewogene Fütterung und regelmäßige Zahnkontrollen sind die wichtigsten Maßnahmen zur Zahnpflege beim Pferd. So kann schlimmeren Zahnerkrankungen vorgebeugt werden. 

Aktualisiert: 19.05.2017 – Autor: Malin Held

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