Traumeel® – homöopathisches Schmerzmittel für Tiere

Traumeel® ist ein homöopathisches Schmerzmittel für Hunde und andere Tiere, das entzündungshemmend wirkt. Es findet als Tablette, Gel oder Ampulle Anwendung.

Hund erhält Traumeel-Injektion beim Tierarzt © istockphoto, shironosov

Traumeel® ist ein häufig eingesetztes Schmerzmittel für Hunde und andere Tiere. Es kann in Form von Tabletten oder Salbe verabreicht oder auch vom Tierarzt gespritzt werden. Bei welchen Beschwerden Traumeel® zur Anwendung kommt und welche Dosierung für Ihr Haustier gilt, erfahren Sie im Folgenden.

Traumeel® – Was ist das?

Traumeel® ist ein homöopathisches Schmerzmittel, das vor allem schmerzstillend und entzündungshemmend wirkt. Traumeel® ad us. vet. (umgangssprachlich bekannt als Traumeel® Vet) ist geeignet für Hunde, Katzen, Pferde und andere Haustiere. Die Wirkung ist auf viele verschiedene homöopathische Wirkstoffe zurückzuführen, es handelt sich also um ein sogenanntes Kombinationspräparat. 

Neben Schmerzlinderung und Entzündungshemmung soll Traumeel®: 

  • die Wundheilung unterstützen, 
  • bei der Blutstillung und Neubildung von Knochenhaut nach Knochen-OPs helfen und 
  • die Blutzirkulation fördern

In welcher Form ist Traumeel® erhältlich?

Traumeel® Vet in wird in unterschiedlichen Formulierungen verkauft: 

  • als Tabletten
  • als Gel zum Einreiben
  • als Injektionsflüssigkeit in Ampullen

Das Medikament ist apothekenpflichtig, das bedeutet es kann ohne Rezept, jedoch nur in einer Apotheke erworben werden.

Traumeel® S und Traumeel® Vet – wo ist der Unterschied?

Es gibt Traumeel® auch für Menschen unter der Bezeichnung Traumeel® S. Der Unterschied zwischen Traumeel® S und Traumeel® Vet liegt nur in geringfügig verschiedenen Dosierungen einiger Inhaltsstoffe (man spricht hier in der Homöopathie von Potenzen). Demnach besteht der Unterschied zwischen beispielsweise Traumeel® für Hunde und für Menschen vor allem in der Zulassung.

Übrigens ist Traumeel® Vet nicht nur für unsere Haustiere, Hunde, Katzen und Pferde zugelassen, sondern auch für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen.

Anwendungsgebiete von Traumeel®: Anwendung am Bewegungsapparat

Traumeel® wird vor allem empfohlen bei akuten und degenerativen, also durch Verschleiß bedingten, Erkrankungen des Bewegungsapparates. Beispiele für solche Erkrankungen sind: 

  • Arthritis und Arthrose
  • Sehnenscheiden- oder Schleimbeutelentzündungen
  • Prellungen, Blutergüsse
  • Verrenkungen, Verstauchungen 

Auch in der Heilungs- und Regenerationsphase nach Operationen am Bewegungsapparat kann Traumeel® unterstützend eingesetzt werden. Vor allem, wenn die konventionellen Schmerzmedikamente nach der OP irgendwann abgesetzt werden, kann man Traumeel® noch weiter geben, um die Therapie langsam auszuschleichen. Dies sollte aber unbedingt in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen. 

Vor allem bei Gelenksproblemen ist Traumeel® Gel ad us vet. zu empfehlen. Bei Muskelzerrungen oder Muskelkater ist der Erfahrung nach Pferdesalbe besser geeignet, da es die Durchblutung noch mehr anregt.

Weitere Anwendungsfälle

Erfahrungsgemäß hilft Traumeel® Salbe auch bei entzündlichen Hautveränderungen und oberflächlichen Verletzungen. Bei kleineren Abszessen im Anfangsstadium kann es eine rückbildende Wirkung haben und so Schlimmeres verhindern.

Auch bei der sogenannten Katzenakne (Feline Kinnakne) kann Traumeel® Salbe helfen. Außerdem kann das homöopathische Schmerzmittel bei leichten Zahnschmerzen und beginnenden Zahnfleischentzündungen bei Katzen und anderen Haustieren Linderung verschaffen.

Bei chronischen Beschwerden, beispielsweise Arthrose bei Hunden, Katzen oder Pferden, wird empfohlen, die Behandlung mit Traumeel® mit Zeel® zu kombinieren. Hierbei handelt es sich um ein ebenfalls homöopathisches Schmerzmittel mit entzündungshemmendem Effekt, der ähnlich wie Traumeel® bei Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt wird. Diese beiden Mittel können synergistisch wirken, das bedeutet, sie können sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken.

Anwendungsgebiete, für die Traumeel® eher nicht geeignet ist:

  • Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel Durchfall und Erbrechen
  • Infektionskrankheiten, zum Beispiel Katzenschnupfen
  • äußerliche Anwendung bei großflächigen oder tiefen Wunden

Welche Dosis Traumeel® braucht mein Tier?

Die genaue Dosierung richtet sich nach der Tierart und dem Gewicht Ihres Haustieres. Im Beipackzettel der verschiedenen Traumeel®-Präparate sind die jeweiligen Standarddosierungen aufgeführt. 

Abweichungen von diesen Empfehlungen sollten nur nach Absprache mit einem Tierarzt erfolgen. Beispielsweise kann man bei einem Hund mit einem akuten Arthrose-Schub (plötzliche Verschlimmerung der Beschwerden) die Dosierung von Traumeel® kurzzeitig erhöhen.

Im Folgenden geben wir einen kleinen Überblick zu den gängigen Verabreichungsformen und Dosierungen.

Dosierung von Traumeel® Gel ad us. vet.

Eine genaue Dosis für Salben oder Gels anzugeben, ist oft nicht möglich. Betroffene Hautstellen oder Gelenke sollten mehrmals täglich (2 bis 6 Mal) mit Traumeel® großzügig eingerieben werden.

Hunde oder Katzen sollten danach am besten eine Weile beaufsichtigt werden, damit sie sich das Gel nicht sofort wieder ablecken. Schädliche Folgen durch die orale Aufnahme von Traumeel® sind aber nicht bekannt.

Traumeel® T ad us. vet. Tabletten – wie viele geben?

Für die Dosierung von Traumeel® T Tabletten gilt folgende Empfehlung:

  • Katzen und kleine Hunde bis 15 kg: zwei bis drei Mal täglich je 1 Tablette
  • mittlere Hunde (15 bis 25 kg): zwei bis drei Mal täglich je 2 Tabletten
  • große Hunde (über 25 kg): zwei bis drei Mal täglich je 3 Tabletten
  • Pferde: zwei bis drei Mal täglich je 6 bis 10 Tabletten

Bei akuten Beschwerden kann eine etwas höhere Anfangsdosis gegeben werden. Die Packungsbeilage empfiehlt hier, in einem Zeitraum von maximal zwei Stunden zwei bis vier Mal die oben angegebene Tablettenanzahl zu verabreichen und danach mit der Standarddosierung fortzufahren.

Die Traumeel® T Tabletten gibt es in verschiedenen Packungsgrößen zu 100, 250 oder 500 Stück. Wie viel Sie kaufen sollten, hängt von der Dauer der Behandlung ab und davon, ob das Traumeel® für Hunde, Katzen oder ein Pferd bestimmt ist, da der Verbrauch dann dementsprechend unterschiedlich ist. Ein Preisvergleich kann hier sinnvoll sein, denn manchmal sind größere Packungen im Verhältnis günstiger.

Traumeel® LT ad us. vet. Ampullen – Dosierung

Die in den Ampullen enthaltene Flüssigkeit kann unter die Haut (subcutan, s.c.), in den Muskel (intramuskulär, i.m.) oder in die Vene (intravenös, i.v.) gespritzt werden. 

Die übliche Dosis beträgt dabei:

  • Pferde: 5 ml
  • Katzen und kleine Hunde: 1-2 ml
  • mittlere Hunde: 2 ml
  • große Hunde: 3-4 ml
  • Welpen: 0,5-1 ml

Diese Angaben beziehen sich auf eine einmalige Gabe. Bei chronischen Erkrankungen kann die Injektion alle 4 Tage wiederholt werden. 

Achtung! Bei der Flüssigkeit in den Ampullen handelt es sich nicht um Tropfen, die etwa oral verabreicht werden könnten.

Dauer der Anwendung

Wie lange Traumeel® gegeben werden sollte, hängt von der Indikation (dem Grund für die Gabe, beziehungsweise der Erkrankung) ab, sowie von der Stärke der Symptome. Allgemein gilt, dass die Behandlung mit Traumeel® bis zur Heilung fortgesetzt werden sollte, jedoch nicht länger. Bei Langzeitgaben aufgrund chronischer Beschwerden sollte eine Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.

Wie lässt sich Traumeel® am besten verabreichen?

Traumeel® T Tabletten lassen sich in der Regel gut über das Futter geben, entweder zerrieben oder versteckt in einem Leckerbissen. Für Hunde und Katzen bietet sich hier etwas Leberwurst oder ähnliches an, für Pferden kann man es zum Beispiel mit einem Stück weicher Banane versuchen. 

Da aber vor allem Katzen oft sehr skeptisch sind und sich nicht so leicht überlisten lassen, kann es auch nötig sein, die Tabletten direkt ins Maul einzugeben. Beim Tierarzt gibt es dafür spezielle "Pillengeber", mit denen die Tablette tief in den Rachen geschoben wird. Hier sollte man sich die genaue Handhabung aber unbedingt zeigen lassen, um keine Verletzungen des Haustieres zu riskieren.

Tabletten geben: Anleitung

Alternativ kann man die Tabletten mit folgender Anleitung aber auch alleine verabreichen:

  1. Zuerst umfassen Sie die Schnauze ihres Hundes oder ihrer Katze von oben mit einer Hand und öffnen mit den Fingern das Maul. Dabei sollte der Kopf des Tieres leicht nach oben zeigen.
  2. Dann legen Sie die Tablette auf die Zunge und schieben Sie mit einem Finger möglichst weit nach hinten in den Rachen. 
  3. Falls sie Angst haben, ihrem Hund oder ihrer Katze ins Maul zu fassen, können Sie auch versuchen, die Tablette nur hinein fallen zu lassen. Neigen Sie dazu seinen Kopf möglichst weit in den Nacken.
  4. Danach halten Sie ihrem Haustier das Maul zu und streicheln seinen Hals von unten nach oben. So wird es zum Schlucken animiert. Dabei darf der Kopf nicht mehr zu weit überstreckt sein.

Vorsicht! Diese Methode sollte nicht bei bissigen Tieren angewandt werden. Wehrhafte Katzen kann man jedoch zum einfacheren Festhalten in ein Handtuch einwickeln, so muss man keine Angst mehr vor den Krallen haben.

Im Anschluss sollten Sie ihr Tier gut beobachten. Einige Hunde und Katzen sind Meister darin, auch vermeintlich geschluckte Tabletten wieder auszuspucken. In einem solchen Fall können sie auch auf Traumeel® LT zum Spritzen ausweichen.

Traumeel®-Spritzen verabreichen

Traumeel® LT in Ampullen ist eine Injektionsflüssigkeit, die unter die Haut gespritzt werden kann. Die genaue Technik können Sie sich von Ihrem Tierarzt zeigen lassen. Intramuskuläre und intravenöse Injektionen sollten dagegen nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden.

Wie wirkt Traumeel®?

Die genaue Wirkweise des Kombinationspräparates ist nicht bekannt. Im Vordergrund stehen jedoch entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte. Vermutlich hemmen die Inhaltsstoffe von Traumeel® die sogenannten Zytokine, entzündungsfördernde Moleküle in den Immunzellen. Ebenso sollen die Inhaltsstoffe der Bildung von Prostaglandinen, den schmerzvermittelnden Botenstoffen im Körper, entgegenwirken. 

Zu den bekanntesten pflanzlichen Inhaltsstoffen von Traumeel® zählen Scharfgabe (Achillea millefolium), Johanniskraut (Hypericum perforatum), Arnika und Tollkirsche (Atropa bella-donna).

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Nebenwirkungen sind nicht bekannt, Traumeel® gilt als sehr gut verträglich. Bei einer Injektion kann es kurzzeitig lediglich zu einem leicht vermehrten Speichelfluss kommen. 

Allerdings kann, wie bei vielen Homöopathika, eine sogenannte Erstverschlimmerung auftreten, die Symptome werden also nach der Behandlung anfänglich schlimmer. In so einem Fall sollte Traumeel® vorsichtshalber erstmal wieder abgesetzt und ein Tierarzt aufgesucht werden.

Außerdem ist theoretisch bei jedem Tier eine allergische Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe möglich. Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Korbblütler sollte Traumeel® daher nicht eingesetzt werden. 

In der Trächtigkeit oder während der Laktation sollte Traumeel® nur nach Absprache mit dem behandelnden Tierarzt eingesetzt werden.

Wichtig für Pferdebesitzer: Traumeel® enthält keine Stoffe, die in einem Doping-Test relevant wären. Traumeel® kann also für Pferde in der Turniersaison eine gute Alternative zu konventionellen Medikamenten sein, um kleinere Wehwehchen zu behandeln. Natürlich sollte ein Pferd, das gerade akut Schmerzen oder eine Entzündung hat, dennoch nicht im Sport oder auf einem Turnier eingesetzt, sondern tierärztlich durchgecheckt und behandelt werden.

Sollte ich vor der Behandlung mit Traumeel® einen Tierarzt aufsuchen?

Grundsätzlich darf jeder Traumeel® in der Apotheke kaufen oder bestellen und bei seinem Hund, seiner Katze oder seinem Pferd anwenden. 

Es ist jedoch immer dringend angeraten, die Symptome zunächst tierärztlich abklären zu lassen. Denn auch hinter vermeintlich kleinen Beschwerden können sich Hinweise auf ernste Erkrankungen verbergen. Als Laie kann man kaum einschätzen, wofür Traumeel® ausreicht und was eine intensivere Behandlung erfordert. 

Bestätigt der Tierarzt, dass ein Behandlungsversuch mit Traumeel® erst einmal ausreichend ist, sind Sie auf der sicheren Seite. Bei schlimmeren Schmerzen kann der Tierarzt zunächst konservativ behandeln, zum Beispiel mit dem Schmerzmittel Metacam®, sowie eine Therapie einleiten, um die Ursache der Schmerzen zu bekämpfen. Nach Absprache können Sie dann zuhause Ihren Hund, Ihre Katze oder Ihr Pferd mit Traumeel® weiterbehandeln. 

Wenn Sie ihrem Tier bereits vor dem Tierarztbesuch Traumeel® gegeben haben, sollten Sie den Tierarzt auf jeden Fall darüber in Kenntnis setzen. Nur so kann er das Schmerzempfinden und die Symptome, die er bei der Untersuchung feststellt, richtig einschätzen.

Wann Sie Traumeel® selbst verabreichen können

Wenn jedoch gerade kein Tierarzt verfügbar ist, etwa am Wochenende oder im Urlaub, kann die Anwendung von Traumeel® akute Schmerzen oder beginnende Entzündungen bei Ihrem Haustier erst einmal lindern. 

Auch bei chronischen Erkrankungen mit immer mal wieder auftretenden Schmerzen, können Sie – sofern die Ursache tierärztlich abgeklärt ist – Traumeel® nach eigenem Ermessen einsetzten und Ihrem Tier bei Bedarf geben.

Traumeel® kann eine konservative Therapie bei ernsten Erkrankungen also nicht ersetzen. Es kann aber therapiebegleitend eingesetzt werden und auch im Notfall gegen Schmerzen und Entzündungen helfen, bis eine tierärztliche Versorgung erfolgen kann. 

Aktualisiert: 04.09.2018 – Autor: Malin Held

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