Desensibilisierung bei Katzen

Wie eine Desensibilisierung Ihrer Katze bei einer Allergie helfen kann und was bei dabei zu beachten ist.

Desensibilisierung bei Katzen

Wir wissen inzwischen, dass nicht nur Menschen an einer Allergie erkranken, sondern auch Katzen darunter leiden können. Eine Maßnahme, die Ihrer Katzen das Leben erleichtern kann, ist eine Desensibilisierung.

Was versteht man unter einer Desensibilisierung bei Katzen

Desensibilisierung, Hyposensibilisierung, Allergen-Immuntherapie: Unter allen Begriffen wird die Therapie zur Behandlung einer Allergie verstanden. Sie kommt bei Katzen zum Einsatz, die an einer sogenannten Umweltallergie leiden. Das bedeutet, dass die Tiere auf Stoffe reagieren, die sich in ihrer Umwelt befinden. Dazu können Hausstaubmilben und Schimmelpilzsporen, aber auch Pollen zählen. Diese Stoffe lösen bei den betroffenen Katzen leine allergische Reizung der Haut aus, weshalb man auch von einer sogenannten atopischen Dermatitis spricht.

Bei einer Desensibilisierungstherapie werden die Tiere mit kleinen Mengen der Stoffe behandelt, auf die sie allergisch reagieren. So soll sich das Immunsystem an die Stoffe gewöhnen und eine Toleranz ihnen gegenüber entwickeln. Die Folge: Der Körper muss nicht mehr gegen die Stoffe ankämpfen und allergische Reaktionen bleiben aus.

Bei welcher Allergie eine Desensibilisierung bei Katzen helfen kann

Eine Desensibilisierung kommt nur bei Katzen infrage, bei denen eine Umweltallergie mittels eines Blut- oder Hauttests eindeutig festgestellt wurde. Fehlt die Diagnose, so sollte von einer Desensibilisierung abgesehen werden. Denn werden Tiere gegen bestimmte Stoffe desensibilisiert, auf die sie eigentlich nicht allergisch reagieren, kann dadurch eine Allergie erst entwickelt werden. Liegt beispielsweise eine Futtermittelallergie vor, ist eine Desensibilisierung keine geeignete Maßnahme.

Wie funktioniert eine Desensibilisierung bei Katzen

Eine Desensibilisierung lässt sich in drei Schritte gliedern: die Herstellungsphase der Allergenlösung, die Einleitungsphase und die Erhaltungsphase.

Zunächst muss für jede Katze eine individuelle Desensibilisierungs-Lösung hergestellt werden, die genau die Allergene enthält, auf die das Tier reagiert. Dieser Schritt kann für den behandelnden Tierarzt eine Herausforderung darstellen, da Allergietests nicht immer zu einem hundertprozentig eindeutigen Ergebnis führen.

In der Einleitungsphase wird der Katze mittels einer Injektion wöchentlich die Allergenlösung verabreicht, wobei sowohl die Menge der Lösung gesteigert als auch die Abstände zwischen den Injektionen vergrößert wird. Meist dauert es zwei bis drei Monate, bis die Enddosis erreicht ist. Diese enthält für gewöhnlich 1ml der Allergenlösung.

Ist die optimale Dosis erreicht, beginnt die Erhaltungsphase. Dabei wird der Katze in der Regel alle vier Wochen die Allergenlösung unter die Haut gespritzt wird. Da auch Katzen individuell sind und nicht alle Tiere in gleicher Weise auf eine Desensibilisierung ansprechen, kann es sein, dass die Intervalle zwischen den einzelnen Allergenspritzen nachträglich noch angepasst werden müssen. In diesem Schritt sind Sie als Besitzer und ständiger Beobachter Ihrer Katze gefragt: Beginnt Ihre Katze in den ersten Tagen nach der Desensibilisierungsspritze sich auffällig vermehrt zu kratzen, kann das darauf hindeuten, dass die Dosis zu hoch war und verringert werden sollte. Setzt der Juckreiz dagegen kurz vor dem nächsten Termin verstärkt ein, muss der Abstand zwischen den Injektionen eventuell gekürzt werden.

Grundsätzlich gilt aber: Juckreiz, der mit einer Desensibilisierung zusammenhängt, ist ein gutes Zeichen, denn das bedeutet, dass Ihre Katze auf die Allergenlösung anspricht.

Es wird geraten, die Desensibilisierung insgesamt mindestens zwei Jahre durchzuführen. Einige Tierärzte empfehlen sogar, die Therapie lebenslang fortzusetzen, um wiederauftretende schwere Symptome auszuschließen.

Was noch zu beachten ist: Kosten, Nebenwirkungen, Erfolgsversprechen

Kosten: Bei den Kosten für eine Desensibilisierung spielt vor allem die Zusammensetzung der Allergenlösung eine Rolle und wie häufig diese verabreicht wird. In den meisten Fällen liegen die Kosten zwischen 100 und 300 Euro pro Jahr. Was zunächst nicht wenig erscheint, kann sich über längere Zeit durchaus lohnen, wenn beispielsweise regelmäßige Tierarztbesuche und Kosten für Medikamente entfallen.

Nebenwirkungen: In der Regel wird die Desensibilisierung von Katzen sehr gut vertragen und es kommt selten zu unerwünschten Nebenwirkungen. In wenigen Fällen kann es jedoch passieren, dass das Tier kurz nach der Injektion einen anaphylaktischen Schock erleidet, der sich durch plötzliche Atemnot, Durchfall, Erbrechen und Schwindel zeigen kann. Da es sich dabei um einen akuten Notfall handelt, sollten Sie Ihr Tier sofort zu einem Tierarzt bringen. Zudem kann es vorkommen, dass die Haut um die Einstichstelle reagiert. So sind Schwellungen, Haarverlust oder Rötungen möglich.

Erfolgsversprechen: Aktuelle Studien befürworten eine Desensibilisierung bei Katzen. Demnach sprechen ca. 60-70 % aller behandelten Katzen auf die Desensibilisierungstherapie an. Bei etwa 20 % der Tiere verläuft die Therapie sogar so gut, dass die Katzen keinerlei Symptome mehr zeigen. Bei einem Großteil wirkt die Desensibilisierung insoweit, als dass die Dosis der zusätzlichen Medikamente, wie beispielsweise Kortison, verringert werden kann und das Tier nur noch leichte allergische Reaktionen zeigt. Auch ein solches Ergebnis kann und sollte als Erfolg gewertet werden, da jede Reduzierung der Medikamentengabe auf lange Sicht eine Erleichterung für Ihre Katze darstellt.

Eine Desensibilierung stellt die einzige Möglichkeit dar, die Ursache einer Umweltallergie zu behandeln und nicht bloß die Symptome zu lindern. Auch wenn eine Allergie nie vollständig geheilt werden kann, leben einige Katzen nach einer erfolgreichen Desensibilisierung mehrere Jahre ohne allergische Symptome.

Aktualisiert: 03.07.2019

Weitere Artikel

Nach oben