Wann & wogegen man Katzen impfen sollte

Katze wird geimpft © istockphoto, dolgachov

Generell unterscheidet man bei Katzen zwischen sogenannten Core- und Non-Core-Impfungen. Core-Impfungen richten sich gegen Erreger, gegen die laut der Ständigen Impfkommission Vet jede Katze zu jeder Zeit dringend geschützt sein sollte. Diese dringend empfohlenen Impfungen betreffen also alle Altersgruppen, auch oder gerade bei unbekanntem Impfstatus – beispielsweise, wenn die Katze aus dem Tierheim stammt. 

Die Krankheiten, gegen die jede Katze geimpft sein sollte, zeichnen sich durch eine generell weite Verbreitung, hohe Ansteckungsgefahr – auch für den Menschen – und eine hohe Sterblichkeitsrate aus. In der Regel bieten diese Impfungen der Katze einen guten, verlässlichen Schutz.

Core-Impfungen: unbedingt empfehlenswert

Zu den Core-Impfungen gehören Impfstoffe gegen:

  1. Felines Herpesvirus 1 / Felines Rhinotracheitisvirus (FHV 1)
  2. Felines Calicivirus (FCV)
  3. Felines Panleukopenievirus (FPV)
  4. Tollwut (bei Freigängern)

Die gerne gebrauchte Abkürzung RCP fasst die drei Impfungen zusammen, gegen die Freigänger und reine Wohnungskatzen gleichermaßen geimpft werden sollten – RCP steht für Rhinotracheitisvirus, Calicivirus und Panleukopenievirus.

Optionale Impfungen bei Katzen

Non-Core-Impfungen richten sich gegen Erreger, gegen die Katzen nur unter besonderen Umständen geschützt werden müssen. Es handelt sich um optionale Impfungen, die nur durchgeführt werden sollten, wenn unbedingt Bedarf besteht. Dieser ist abhängig vom erwarteten Risiko einer Infektion – beispielsweise sind Freigänger in Gebieten mit hohem Bordetella-Vorkommen einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt, als reine Wohnungskatzen.

Häufig sind diese Krankheiten entweder selbst-limitierend – sie werden also vom Immunsystem der Katze auch ohne vorheriges "Training" gut erkannt und bekämpft – oder lassen sich auch beim Ausbruch gut und ohne Folgeschäden mit Medikamenten behandeln. Diese Impfstoffe sind generell weniger effektiv im Schutz der Katze vor den entsprechenden Krankheiten.

Zu den Non-Core-Impfungen gehören Impfstoffe gegen:

  1. Felines Leukämievirus (FeLV)
  2. Felines Immundefizienzvirus (FIV)
  3. Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)
  4. Chlamydophila felis (Cp. felis)
  5. Bordetella bronchiseptica
  6. Hautpilze (zum Beispiel Dermatophytose, Mirkosporie, Trichophytie)

Ab wann sollte man eine Katze impfen?

Zur Grundimmunisierung impft man alle Katzenbabys – ganz gleich, ob sie später als Freigänger oder Wohnungskatzen gehalten werden sollen – in folgenden Intervallen:

  • 8 Lebenswochen: RCP
  • 12 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
  • 16 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
  • 15 Lebensmonate: RCP, Tollwut bei Freigängern

Eine Grundimmunisierung kann prinzipiell noch in jedem Alter nachgeholt werden – hat der Katzenbesitzer sie vergessen oder verpasst, ist das zwar ungünstig, aber auch nicht allzu schlimm.

Auch für ältere Katzen, die noch nie geimpft wurden, weil sie beispielsweise aus dem Tierheim kommen, gilt dieses Schema mit denselben Zeitabständen und derselben Häufigkeit der einzelnen Impfungen.

Die Grundimmunisierung beginnt bei Katzen erst mit acht Wochen, da die Katzenbabys bei der ersten Katzenimpfung nicht zu jung sein dürfen. Das Immunsystem ist bei unter acht Wochen alten Kätzchen noch nicht in der Lage, richtig auf eine Impfung zu reagieren und einen wirkungsvollen Schutz gegen die Krankheit zu entwickeln. Eine Impfung in zu jungem Alter kann bestenfalls sinnlos, im schlimmsten Fall sogar schädlich sein und Autoimmunreaktionen, wie etwa Allergien, hervorrufen.

Dauer des Impfschutzes

Prinzipiell gilt: Wenn die natürliche Infektion bei einer Katze eine lebenslange Immunität zur Folge hat, gilt dasselbe für den Impfstoff – das ist zum Beispiel beim Felinen Panleukopenievirus (FPV) der Fall.

Im Umkehrschluss schützen Impfungen nur für eine bestimmte Zeit, wenn auch die natürliche Infektion keinen oder nur geringen Schutz vor erneuter Ansteckung bietet – typische Beispiele sind Katzenschnupfen oder Chlamydien-Infektionen. Hier hat eine Auffrischung der Impfung lediglich eine Minderung der Symptome zur Folge, wenn es zur Infektion kommt. Wiederholungsimpfungen sind jederzeit möglich, sobald der Impfschutz nicht mehr vollständig vorhanden ist.

Für sämtliche Impfungen eine zwingende, jährliche Nachimpfung bei der Katze durchzuführen, war in der Tiermedizin früher im Rahmen starrer, mittlerweile überholter Impfschemata üblich. In der Humanmedizin gibt es keine jährlichen Nachimpfungen.

In England und den USA geht man mittlerweile von einem mindestens dreijährigen Impfschutz für sämtliche Katzenimpfstoffe aus. 

Impfung bei Katzen: Wann auffrischen?

Zur Auffrischung der verschiedenen Impfungen gibt es verschiedene Empfehlungen, da der Impfschutz unterschiedlich lange anhält.

Jährliche Auffrischung wird bei folgenden Erregern empfohlen: 

  • Felines Herpesvirus 1 / Rhinotracheitisvirus (FHV 1): bei Freigängern
  • Felines Calicivirus (FCV): bei Freigängern
  • Felines Leukämievirus (FeLV): wenn die Katze jünger als drei Jahre ist
  • Chlamydophila felis (Cp. felis)
  • Bordetella bronchiseptica
  • Dermatomykose, Mikrosporie, Trichophytie
  • Feline infektiöse Peritonitis (FIP): jährlich vom Hersteller des Impfstoffes empfohlen

Alle zwei bis drei Jahre wird eine Auffrischung empfohlen für: 

  • Felines Herpresvirus 1 / Rhinotracheitisvirus und Felines Calicivirus (Kombination als RC-Impfung): alle zwei Jahre bei Wohnungskatzen oder Katzen mit geringem Ansteckungsrisiko
  • Felines Leukämievirus (FeLV): wenn die Katze älter als drei bis vier Jahre ist

Alle drei Jahre sollte eine Auffrischung stattfinden für:

  • Felines Panleukopenievirus (FPV)
  • RCP: bei Wohnungskatzen oder Katzen mit geringem Ansteckungsrisiko
  • Tollwut: wird nur bei Freigängern geimpft 
Aktualisiert: 19.05.2017 – Autor: Marion Schmitt

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