So klappt die Impfung bei der Katze

Katze erhält Impfung © istockphoto, Ramaboin

Es kann vorkommen, dass eine Impfung bei einer Katze nicht so wirkt, wie sie sollte. Dafür kann es unterschiedliche Ursachen geben. Grundsätzlich ist die Wirksamkeit einer Impfung  von verschiedenen Einflüssen abhängig, die wir Ihnen im Folgenden näher vorstellen werden.

Die vier bedeutendsten Faktoren für einen erfolgreichen Impfschutz sind:

  • Impfung aller Katzen einer Gruppe
  • sinnvolle Zusammenstellung des Impfprogrammes (Core-/Non-Core-Impfungen)
  • Auswahl des geeigneten Impfstoffes (Wirksamkeit, Verträglichkeit)
  • passender Impfzeitpunkt (Alter, Gesundheitsstatus, Entwurmung)

Impfung aller Katzen einer Gruppe

Geimpfte Katzen durchlaufen eine kontrollierte Infektion mit dem Virus – sie scheiden also infektiöse Viren aus, beispielsweise FPV und FCV. Dass nicht geimpfte Katzen sich deshalb anstecken, ist relativ unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Sie können eine schwere Krankheit mit tödlichen Folgen entwickeln. Es ist deshalb sinnvoll, alle Katzen einer Gruppe, zum Beispiel in einem Haushalt, gegen dieselben Erreger zu impfen.

Zusammenstellung des Impfprogrammes

Starre Impfprogramme gehören der Vergangenheit an – Katzen sollten nicht häufiger als nötig geimpft, gleichzeitig sollte ihr Impfschutz aber auch nicht vernachlässigt werden. Eine Impfung gegen Erreger, mit denen das Tier nie in Kontakt tritt, ist nicht notwendig. Deshalb sind individuelle Impfgespräche und Beratung durch den Tierarzt für die einzelne Katze auf jeden Fall angebracht.

Die Unterteilung in Core- und Non-Core-Impfungen hat sich bei Katzen als sinnvoll erwiesen. Core-Impfungen sind vor allem Erreger mit hohem Gefahrenpotenzial für Mensch und Katze gleichermaßen (zum Beispiel Tollwut) oder Erreger, die bei der Katze lebensgefährliche Krankheiten auslösen (zum Beispiel Parvovirose, auch bekannt als Panleukopenie oder Katzenseuche).

Non-Core-Komponenten sind grundsätzlich weniger wichtig und nicht für jede Katze von derselben Bedeutung. Für Katzen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko (zum Beispiel Freigänger), ist eine Impfung durchaus sinnvoll.

Auswahl des geeigneten Impfstoffes

Alle in Deutschland für Katzen zugelassenen Impfstoffe sind auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft. Unerwünschte Nebenwirkungen sind daher sehr selten. Trotzdem sollte, wie bei jeder medikamentösen Behandlung, die Anwendung auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden. Außerdem generieren einige Impfstoffe einen lebenslangen Schutz – eine Folgeimpfung ist dann nicht notwendig.

Einfluss des Alters beim Impfen

Zudem spielt das Alter der Katze eine Rolle. Eine umfassende Grundimmunisierung für alle jungen Katzen in den ersten zwei Lebensjahren und alle bisher nie geimpften, älteren Katzen ist sinnvoll für einen optimalen Schutz – Auffrischungen sollten regelmäßig, aber nicht zwangsläufig jährlich durchgeführt werden. 

Auch das Immunsystem altert – ältere Katzen reagieren anders auf Krankheitserreger als junge. Allerdings bedeutet das nicht zwangsläufig, dass das Immunsystem auch schwächer wird. Verschiedene Studien ergaben, dass das Alter der Katze den Impfschutz nicht beeinträchtigt – ältere Tiere wieder häufiger zu impfen, erscheint daher nicht zwangsläufig sinnvoll. 

Im Falle des Felinen Leukämievirus (FeLV) können die Wiederholungsimpfungen bei älteren Katzen in größeren Zeitabständen durchgeführt werden, da sie sich weniger häufig infizieren als jüngere Katzen unter drei Jahren.

Gesundheitszustand entscheidend für erfolgreichen Schutz

Die Gesundheit der zu impfenden Katze, also die Impffähigkeit, spielt eine entscheidende Rolle für den Impferfolg. Katzen, die Durchfall haben, Müdigkeit zeigen, erbrechen, niesen oder nicht fressen, sind nicht gesund und dürfen in keinem Fall geimpft werden. 

Wenn das Immunsystem durch andere Erreger oder Krankheiten "abgelenkt" und "beschäftigt" ist, kann es nicht optimal auf die Impfung reagieren. Es bildet sich kein zuverlässiger Impfschutz. Auch chronischer Stress vermindert den Impferfolg.

Entwurmung vor einer Impfung

Katzen sollten vor einer Impfung auf jeden Fall entwurmt beziehungsweise auf Wurmbefall geprüft werden. Bei reinen Wohnungskatzen sind Routineentwurmungen nicht angebracht, da das Infektionsrisiko äußerst gering ist – stattdessen sollten lieber über mehrere Tage Kotproben gesammelt, eingeschickt, getestet und der Katze erst bei nachgewiesenem Befall eine Wurmkur verabreicht werden. Weil aber auch ein Wurmbefall das Immunsystem ablenkt, wäre der Impfschutz in der Folge weniger effektiv.

Nebenwirkungen von Impfungen

Es kann vorkommen, dass Katzen eine Impfung nicht gut vertragen. Nebenwirkungen der Katzenimpfung sind denen beim Menschen in vielen Fällen sehr ähnlich. Besonders häufig beschriebene Nebenwirkungen bei Katzen sind:

  • Kurzzeitige Schmerzen und Entzündung der Injektionsstelle
  • Schwellung der Injektionsstelle (ein bis zwei Zentimeter über ein bis zwei Monate möglich – dann jedoch Rückgang)
  • vorübergehende Müdigkeit beziehungsweise Mattigkeit
  • Lahmheit
  • Appetitlosigkeit (die Katze frisst nicht)
  • Erbrechen oder Durchfall
  • Fieber (40,5 °C über fünf Tage möglich)

Sollten sich nach der Impfung an der Impfstelle warme, verhärtete Schwellungen, Knubbel oder Knoten bilden, ist das bis zu zwei Monate nach der Impfung normal. Gewöhnlich verschwinden diese Entzündungen recht schnell wieder. Bleiben sie allerdings länger bestehen oder wachsen auf mehr als zwei Zentimeter im Durchmesser an, sollte dringend ein Tierarzt aufgesucht werden, da es sich dann bereits um ein Sarkom handeln könnte.

Prinzipiell besteht immer die Möglichkeit, dass sich infolge der Impfung ein Sarkom (sogenanntes Impfsarkom) bei der Katze bildet.

Aktualisiert: 19.05.2017 – Autor: Marion Schmitt

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