Kastration beim Kater

Bei der Kastration werden Katern die Hoden entfernt, was oft auch Veränderungen des Verhaltens zur Folge hat. Meist wird die Operation von Katern gut vertragen.

Kater wird kastriert © istockphoto, N_u_T

Eine Kastration beim Kater ist die operative Entfernung seiner Keimdrüsen, also der Hoden. Dadurch wird nicht nur eine Fortpflanzung verhindert, sondern der Eingriff bringt auch eine Veränderung des Verhaltens mit sich, die meist gewünscht ist. Doch eine Kastration hat auch gesundheitliche Vorteile, denn der Eingriff senkt das Risiko einer Erkrankung des Katers an Katzenaids

Viele Tierbesitzer sind dennoch unsicher, ob sie Ihren Kater kastrieren lassen sollten, da sie die Hormonumstellung fürchten. Auch kommt oft die Frage auf, ab wann ein solcher Eingriff möglich ist. Im Folgenden informieren wir Sie über Ablauf, Folgen und Kosten einer Kastration sowie über den richtigen Zeitpunkt, um einen Kater zu kastrieren.

Kastrieren – ja oder nein?

Oft sind die Besitzer eines Katers unsicher, ob sie ihr Tier kastrieren lassen sollen oder nicht. Aus tierärztlicher Sicht gibt es verschiedene Gründe für die Kastration eines Katers:

  • Harnspritzen zur Duftmarkierung durch den Kater wird nach der Kastration meist unterlassen.
  • Kämpfe mit anderen Katern werden meist deutlich reduziert.
  • Der Urin riecht nach der Kastration weniger streng.
  • Die Geschlechtshormone (sogenannte Androgene) werden im Hoden produziert. Fällt die Produktion der Hormone weg, so erlischt als Folge ebenso das Bedürfnis des Katers, den Geschlechtstrieb zu befriedigen.
  • Freilaufende kastrierte Kater geraten seltener in Unfälle, weil sie weniger umherstreunen als nicht kastrierte Kater. Kastrierte Kater kämpfen weniger mit ihren Artgenossen und erkranken so seltener an FIV (Felines Immundefizienzvirus, auch als "Katzenaids" bekannt), das vor allem durch Bisswunden übertragen wird.
  • Die Anzahl der freilebenden, herrenlosen Katzen wird mit jedem kastrierten Kater und jeder kastrierten Katze vermindert und schützt vor Überbevölkerung durch herrenlose Katzen. Somit ist die Kastration auch ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz.

Kastrierte Kater entwickeln sich völlig normal, sind nicht in ihrem Wachstum eingeschränkt und genießen durch eine Kastration meist eine bessere Lebensqualität. 

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Kastrieren?

Kater werden in der Regel später geschlechtsreif als Katzen, nämlich im Alter von fünf bis sieben Monaten. Man sollte also frühestens mit fünf Monaten über eine Kastration nachdenken. 

Meist ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sobald der Kater beginnen, mit Urin zu markieren, was auch als "Harnspritzen" bezeichnet wird. Als Faustregel gilt jedoch ein Alter von 6 Monaten als idealer Zeitpunkt für die Kastration.

Was wird bei der Kastration gemacht?

Bei der Kastration des Katers werden die Keimdrüsen, also die Hoden, chirurgisch entfernt. Hierzu wird der Kater zuerst vom Tierarzt auf Narkosetauglichkeit untersucht, der Eingriff selbst erfolgt unter Vollnarkose. Hierfür wird meist eine Injektionsnarkose verwendet, die für den kurzen Eingriff völlig ausreichend ist. Die Dauer der Operation beträgt circa eine halbe Stunde.

Die Kastration beim Kater gehört zur Routine in einer Tierarztpraxis. Dennoch besteht bei jeder Narkose ein gewisses Risiko, das man nicht außer Acht lassen sollte. Für den Eingriff ist es daher wichtig, dass der Kater ab dem Vorabend vor der OP nüchtern ist. Dies dient zum Schutz des Katers, denn Erbrechen während der Operation kann zum Erstickungstod führen. 

Der Ablauf der Kastration 

Bei der Kastration eines Katers geht ein Tierarzt folgendermaßen vor: Um die Augen vorm Austrocknen zu schützen wird etwas Augensalbe in den Bindehautsack eingebracht und über das gesamte Auge verteilt. Anschließend werden dem Kater die Haare am Hodensack entfernt und der Bereich, in dem operiert wird, desinfiziert. 

Nun beginnt die tatsächliche Operation: Der Hodensack wird angehoben und geöffnet, der freiliegende Hoden vom umliegenden Gewebe separiert und der Samenstrang abgebunden. Nach Abtrennung des Hodens unterhalb des abgebundenen Samenstranges wird der Samenstrang in den Hodensack zurückgelegt. 

Nun werden die Wundränder aneinandergelagert sie verkleben schnell miteinander. Bei dieser Methode ist keine Naht erforderlich. In manchen Praxen wird aber auch der geöffnete Hodensack zum Wundverschluss wieder vernäht. 

Nach der Operation wird der Kater zurück in das Körbchen gelegt, sodass er sich in Ruhe von der Narkose erholen kann.  Der Hodensack bildet sich innerhalb kurzer Zeit vollständig zurück.

Kastration, Sterilisation oder chemische Kastration?

Im Gegensatz zu einer Kastration wird bei einer Sterilisation des Katers nur der Samenleiter durchtrennt, der Hoden verbleibt im Hodensack und wird nicht entfernt. So werden weiter Geschlechtshormone produziert und die gewünschte Änderung des Verhaltens (kein Markieren, kein Sexualtrieb) wird nicht erzielt. 

Eine Chemische Kastration wird bei Katern nicht vorgenommen.

Kosten der Kastration eines Katers

Eine Kastration für den Kater wird wie jede tierärztliche Tätigkeit nach der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) abgerechnet. Der Preis richtet sich nicht nach einer Pauschalgebühr für eine gewisse Dienstleistung, sondern variiert je nach Schwierigkeit des Eingriffs und Arbeitsaufwand. Eine Katerkastration kostet in der Regel zwischen 60 und 70 Euro. 

Hier wird durch den Tierarzt nicht nur der Eingriff selbst abgerechnet, sondern auch die verwendete Narkose (und das Narkosemittel), die Injektion und eventuell verwendetes Nahtmaterial sowie die Schmerzmittel nach der Operation und gewisse Zusatzuntersuchungen. 

Je nach Gesundheitszustand des Katers können eventuell zusätzliche Untersuchungen anfallen, zum Beispiel eine Blutuntersuchung bei älteren Tieren. So kann man also als Besitzer davon ausgehen, dass eine Kastration eines Katers mit Nähten schon einmal teuer ist als eine ohne Nähte (Material und Zeitaufwand). 

Es ist daher empfehlenswert, den Tierarzt vor dem Eingriff auf die Kosten anzusprechen, um Überraschungen für beide Seiten zu vermeiden. Er wird Sie über den Operationsverlauf und die Kosten aufklären. Möglicherweise kommen außerdem Kosten für die Nachbehandlung und eine Halskrause hinzu.

Wann gilt eine Kastration als erfolgreich?

Die Kastration des Katers gilt als erfolgreich, wenn der Hoden vollständig entfernt wurde. Sind der Hoden oder Teile des Hodens noch da, gilt die Kastration als nicht erfolgreich. In einem solchen Fall sollte ein Eingriff zur Korrektur erfolgen.

Aber auch eine erfolgreiche Entfernung des Hodens ist keine Garantie für eine Minderung der Ausprägung bestimmter Verhaltensweisen des Katers – auch wenn dies die Regel ist.

Nachsorge nach der Kastration

Bereits am Abend der Kastration kann der Kater aus der Klinik abgeholt werden. Man sollte ihn zu Hause an einen ruhigen Ort bringen, am besten in eine dem Kater bekannte Umgebung. 

Der Kater wird zunächst noch von der Narkose benommen sein, deshalb sollte man ihn sicherheitshalber beobachten. Bewegungsabläufe können unkoordiniert erscheinen. Auch Kälte- und Geräuschempfindlichkeit ist häufig zu beobachten. 

Nach der Operation sollte man bis zum nächsten Morgen auf Nahrung für den Kater verzichten, ihm aber auf jeden Fall Trinkwasser anbieten. Andere Haustiere sollten vom frisch kastrierten Kater ferngehalten werden. 

Kater kompensieren die Kastration sehr gut, meistens kann man am Tag nach der Kastration schon wieder normales Verhalten des Katers beobachten.

Halskrause nach der Kastration

Weibliche Katzen benötigen nach einem solchen Eingriff häufig eine Halskrause. Bei der Kastration von Katern ist eine Halskrause jedoch nicht zwingend erforderlich, außer man beobachtet, dass er an eventuell vorhandenen Nähten zieht. Um dies zu vermeiden, wird der Hodensack üblicherweise nicht vernäht. 

Bei Katern ist in der Regel keine Nachkontrolle der Operation beim Tierarzt nötig, außer zum Fäden ziehen.

Kastration als Tierschutz

Den eigenen Kater kastrieren zu lassen, ist auch im Hinblick auf den im Grundgesetz verankerten Tierschutz eine Entscheidung für das Tierwohl. Viele Katzenbesitzer wissen nicht, wie viele herrenlose Katzen in Deutschland herumstreunen und sich unkontrolliert vermehren. Dieses Problem wird durch umherstreifende, nicht kastrierte Freigänger-Kater verschärft. 

Um die Population herrenloser Katzen in Deutschland zu begrenzen und eine Überbevölkerung zu vermeiden, sollte aus tierärztlicher Sicht jeder Katzenhalter eigenverantwortlich handeln und seinen Kater kastrieren lassen. Teilweise bekommen Besitzer eines Katers hierfür sogar finanzielle Unterstützung. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Kreisveterinäramt.

Mittlerweile gehen manche Bezirke soweit, die Kastration aufgrund dieses Problems vorzuschreiben: In Darmstadt (Hessen) beispielsweise wurde daher im Juli 2015 auf Wunsch des Tierschutzvereins Darmstadt und Umgebung e. V. eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für alle Katzen, die sich außerhalb von Haus und Wohnung frei bewegen dürfen, eingeführt. 

Quellen

Aktualisiert: 19.05.2017 – Autor: Malek Hallinger

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