Die wichtigsten Impfungen bei der Katze

Impfungen für Katzen sind in sogenannte Core- und Non-Core-Impfungen eingeteilt. Jeweils gibt es Empfehlungen, wann und wie oft man Katzen impfen lassen sollte.

Junge Katze erhält Impfung © istockphoto, ilona75

Für die Katze existieren viele verschiedene Impfstoffe gegen die Erreger verschiedenster Katzenkrankheiten – unabhängig davon, ob diese durch Viren, Bakterien oder Pilze ausgelöst werden. Die starren, unabänderlichen Impfschemata mit einer zwingend jährlichen Auffrischung sind mittlerweile überholt. Vielmehr steht eine individuelle Prophylaxebehandlung der einzelnen Katze im Vordergrund.

Eine Grundimmunisierung junger Katzenbabys gegen die gefährlichsten Katzenkrankheiten sollte allerdings in jedem Fall stattfinden – in der Regel umfasst diese vier Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche und drei Impfungen gegen Tollwut. Außerdem sind Impfungen gegen weniger gefährliche Krankheiten möglich, die jedoch nicht für alle Katzen in gleichem Maße sinnvoll oder notwendig sind. Erfahren Sie hier, wann und wie oft Sie Ihre Katze gegen was impfen sollten.

Grundimmunisierung mit Core-Impfstoffen – in jedem Fall sinnvoll

Die Grundimmunisierung junger Katzen erfolgt mit den sogenannten Core-Impfstoffen. So werden Impfungen gegen Erreger bezeichnet, gegen die jedes Tier zu jeder Zeit geschützt werden muss. Diese Katzenkrankheiten sind weit verbreitet, hoch ansteckend, sehr gefährlich – auch für den Menschen – und haben eine hohe Sterblichkeitsrate.

Als Core-Impfungen bezeichnet man Impfstoffe gegen:

  • Felines Herpesvirus 1 / Rhinotracheitisvirus (FHV 1): Erreger von "Katzenschnupfen"
  • Felines Calicivirus (FCV): Erreger von "Katzenschnupfen"
  • Felines Panleukopenievirus (FPV): Erreger von "Katzenseuche"
  • Tollwut (bei Freigängern)

Oft werden das Rhinotracheitisvirus, das Calicivirus und das Panleukopenievirus unter der Abkürzung RCP zusammengefasst.

Eine Grundimmunisierung von Katzenbabys wird nach folgendem Schema durchgeführt:

  • 8 Lebenswochen: RCP
  • 12 Lebenswochen: RCP und (nur bei Freigängern) Tollwut
  • 16 Lebenswochen: RCP und (nur bei Freigängern) Tollwut
  • 15 Lebensmonate: RCP und (nur bei Freigängern) Tollwut

Katzenschnupfen: Impfung gegen FHV 1 und FCV

Für die Impfung gegen die Erreger des Katzenschnupfens sind sowohl Lebend- als auch Totimpfstoffe verfügbar. Meist werden FHV 1 und FCV als Kombinationsimpfung verabreicht. 

Bei den früheren, starren Impfschemata war für ausnahmslos alle Katzen ein jährliches Auffrischen vorgesehen. Heute wird das auch für Freigänger noch empfohlen, während bei reinen Wohnungskatzen, die lediglich einem geringen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, eine Wiederholungsimpfung im Abstand von zwei Jahren ausreichend ist.

Feline Panleukopenie – Pflicht-Impfung gegen Katzenseuche

Zur Impfung von Katzen gegen das Feline Panleukopenievirus (FPV), den Erreger der sogenannten Katzenseuche, stehen Lebend- und Totimpfstoffe zur Verfügung. Zuchtkatzen sollten zusätzlich zu Grundimmunisierung und unabhängig von der Auffrischung auch kurz vor der Bedeckung nachgeimpft werden. Trächtige Katzen sollten keinen Lebendimpfstoff erhalten.

Der Impfschutz gegen FPV bleibt jahrelang bestehen. Geimpfte Katzen übertragen die Antikörper über die Muttermilch auf die Katzenbabys. Ab einem Alter von acht Wochen erlischt der Schutz – die jungen Katzen sollten dann selbst geimpft werden. Die erste Auffrischung sollte nach einem Jahr erfolgen. Danach sind größere Abstände von zwei oder drei Jahren zwischen den Impfungen möglich.

RCP – die Kombinationsimpfung

RCP bezeichnet einen gemeinsamen Impfstoff gegen das Rhinotracheitisvirus beziehungsweise Feline Herpesvirus 1, das Feline Calicivirus und das Feline Panleukopenievirus. 

Es handelt sich um einen abgeschwächten Lebendimpfstoff, wie er beispielsweise im Präparat Versifel CVR® enthalten ist. Der Impfstoff dient der Ausbildung eines wirkungsvollen Impfschutzes vor einer Infektion. Sollte die Katze sich trotz Impfung infizieren, bewirkt die Impfung eine Milderung der klinischen Symptome schweren Katzenschnupfens und eine Minderung der hohen Mortalitätsraten bei Katzenseuche.

Die Auffrischung sollte bei Freigängern jährlich erfolgen. Für reine Wohnungskatzen und einzeln gehaltene Katzen mit geringem Ansteckungsrisiko genügt eine Nachimpfung alle drei Jahre.

Freigänger gegen Tollwut impfen

Zur Impfung gegen Tollwut sind ausschließlich Totimpfstoffe zugelassen, die als Einzel- oder Kombinationspräparate mit RCP-Impfstoffen zur Verfügung stehen. Ein wirksamer Schutz für die Katze besteht erst ab 21 Tagen nach der Impfung.

Es wird eine jährliche Auffrischung der Impfung gegen Tollwut empfohlen. Bei reinen Wohnungskatzen kann auf die Tollwutimpfung verzichtet werden.

Die 4 wichtigsten Impfungen für Katzen (Infografik)

Non-Core-Impfstoffe – nicht zwingend notwendig

Sogenannte Non-Core-Impfungen wirken gegen Erreger, gegen die die Katze nur geschützt werden muss, wenn das Risiko der Ansteckung erhöht ist. Diese Impfungen sind also freiwillig und sollten nur bei Bedarf durchgeführt werden.

Die Krankheiten werden meist gut vom Immunsystem der Katze bekämpft oder lassen sich mit anderen Medikamenten problemlos behandeln. Außerdem bieten diese Impfstoffe einen weniger effektiven Schutz als die Core-Impfungen.

Zu den Non-Core-Impfungen für Katzen gehören Impfstoffe gegen:

  • Felines Leukämievirus (FeLV)
  • Felines Immundefizienzvirus (FIV) beziehungsweise "Katzenaids"
  • Chalmydophila felis (Cp. felis)
  • Bordetella bronchiseptica
  • Hautpilze (zum Beispiel Dermatophytose, Mirkosporie, Trichophytie)
  • Feline infektiöse Peritonitis (FIP)

Impfung gegen das Feline Leukämievirus (FeLV)

Zur Impfung von Katzen gegen das Feline Leukämievirus stehen inaktivierte Totimpfstoffe als Einzel- oder Kombinationspräparate zur Verfügung.

Eine Impfung ist sinnvoll, wenn ein hohes Risiko der Ansteckung für die Katze besteht – beispielsweise bei Freigängern oder wenn Kontakt zu fremden Katzen mit unklarem FeLV-Status besteht. Reine Wohnungskatzen oder Katzen ohne Kontakt zu fremden Katzen sollten nicht geimpft werden – hier ist das Risiko der Bildung eines Impfsarkoms höher als der erwartete Nutzen der Impfung.

Man geht davon aus, dass ältere Katzen sich weniger häufig mit FeLV infizieren als junge. Ab einem Alter von drei Jahren sollte eine Auffrischung daher nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei bis drei Jahre erfolgen.

Katzenaids (FIV): Wirksamkeit umstritten

Zur Impfung von Katzen gegen das Feline Immundefizienzvirus (FIV) existiert ein inaktivierter Lebendimpfstoff. Die Wirksamkeit ist jedoch umstritten – es ist fraglich, ob das Präparat vor allen FIV-Typen schützt. Eine genaue Abwägung des Für und Wider ist in diesem Falle dringend anzuraten, da Möglichkeit zur Bildung eines Impfsarkoms besteht und die Impfung nicht zwingend für alle Katzen notwendig ist.

Chlamydien: Mildere Symptome durch Impfung

Eine Impfung gegen die Bakterieninfektion Chlamydophila felis (Cp. felis) lindert die Symptomatik einer Chlamydien-Infektion deutlich. Es stehen Tot- und Lebendimpfstoffe zur Verfügung, außerdem sind Kombinationsimpfstoffe mit RCP- und FeLV-Präparaten zugelassen. 

Die Impfung gegen Chlamydien empfiehlt sich, wenn Katzen einem sehr hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt werden sollen – beispielsweise durch den Aufenthalt in größeren Gruppen, wie etwa in Tierheimen, Pensionen oder Zuchten. Die Wiederholungsimpfung sollte jährlich erfolgen, da die Immunität nur kurz anhält. Häufig sind Katzen im Alter zwischen zwei und zwölf Monaten von einer Chlamydien-Infektion betroffen.

Bordetella bronchiseptica als Teils des Katzenschnupfens

In der Folge eines Katzenschnupfens kommt es häufig zur Infektion mit verschiedenen Bakterien – unter anderem Bordetellen. Für die Katze ist zur Impfung gegen Bordetellen ein Lebendimpfstoff zugelassen, der nicht gespritzt, sondern über die Nase verabreicht wird.

Die Impfung mildert die Symptomatik bei einer Infektion mit Bordetellen und sollte mindestens eine Woche vor einem erwarteten Infektionsrisiko durchgeführt werden – beispielsweise einem Aufenthalt in Tierheimen oder Pensionen.

Routineimpfungen gegen Bordetellen sind nicht nötig. Sinnvoll ist die Impfung bei Katzen mit viel Kontakt zu Artgenossen – also Freigängern, Katzen in Tierheimen, Tierpensionen und Katzenzuchten – oder Katzen, die Kontakt zu anderen empfänglichen Tieren, wie etwa Hunden, haben. Wiederholungsimpfungen sollten jährlich durchgeführt werden.

Impfung gegen Pilzerkrankungen (Dermatophytose, Mikrosporie, Trichophytie)

Gegen die verschiedenen Erreger von Pilzerkrankungen, zum Beispiel Dermatophytose, Mikrosporie, Trichophytie, sind für Katzen inaktivierte Lebendimpfstoffe zugelassen, die das Auftreten schwerer Symptome vermeiden und eine Heilung beschleunigen. 

Junge Katzen und solche, deren Immunsystem – beispielsweise durch andere Krankheiten – geschwächt ist, sind besonders häufig betroffen. Die jungen Katzen müssen zum Impftermin mindestens ein Alter von zehn bis zwölf Wochen erreicht haben. Die Immunität bleibt neun bis zwölf Monate bestehen – die Wiederholungsimpfung sollte also jährlich erfolgen.

Aufgrund der vielen verschiedenen Pilzspezies erscheint eine Impfung allerdings nur in den seltensten Fällen sinnvoll. Für gewöhnlich treten Hautpilze nur bei Tieren mit extrem schwachem Immunsystem auf und lassen sind dann gut behandeln.

Feline Infektiöse Peritonitis (FIP): Nutzen fraglich

Zur Vorbeugung der Felinen Infektiöse Peritonitis ist ein Lebendimpfstoff erhältlich, der über die Nasenschleimhaut verabreicht wird. Damit diese Impfung sinnvoll ist, müssen die Katzen zum Zeitpunkt der Impfung zwischen 16 und 20 Wochen alt sein und dürfen noch nie Kontakt zu FIP-Viren gehabt haben – da das Virus überall in der Umwelt vorkommt, ist das praktisch unmöglich und der Nutzen der Impfung äußerst fraglich.

Reine Wohnungskatzen sollten nicht gegen FIP geimpft werden.

Aktualisiert: 19.05.2017 – Autor: Marion Schmitt

Weitere Artikel

Nach oben