Die wichtigsten Impfungen für Ihr Pferd

Zu den wichtigsten Impfungen für Pferde gehören die Impfungen gegen Tetanus und Pferdeinfluenza. Impfschemata legen fest, wann und wie oft man impfen sollte.

Pferd erhält Impfung © istockphoto, actual_size

Die häufigsten Impfungen beim Pferd sind die gegen Influenza und Tetanus. Zudem gibt es die Impfung gegen Herpes, die jedoch umstritten ist.

In manchen Gebieten oder bei einer geplanten Auslandsreise mit dem Pferd kann außerdem eine Tollwut-Impfung angebracht sein. Dies sollte im Einzelfall gemeinsam mit dem Tierarzt entschieden werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Impfungen beim Pferd vor und erklären, wann und wie oft gegen die genannten Krankheiten geimpft werden sollte.

Wann ist welche Impfung Pflicht?

Welche Impfungen Pflicht sind, kann je nach Landesverband, bei dem ein Pferd registriert ist, etwas unterschiedlich sein. Die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) schreibt für Turnierpferde die Influenza-Impfung vor. Die Tetanus-Impfung wird aus Tierschutzgründen als selbstverständlich vorausgesetzt, da diese Erkrankung für betroffene Pferde sehr schmerzhaft ist.

Im Folgenden finden Sie nähere Informationen zu den häufigsten Impfungen. Die dargestellten Impfschemata sollen Ihnen als Beispiele dienen und eine Orientierung geben. Je nach Impfstoff sind die Zeitabstände unterschiedlich. Wann genau die nächste Impfung für Ihr Pferd fällig ist, können Sie bei Ihrem Tierarzt erfragen.

Was ist Pferdeinfluenza?

Die Pferdeinfluenza (EIV, Equines Influenzavirus), umgangssprachlich auch Pferdegrippe genannt, ist eine Viruserkrankung des Atemtraktes und hochansteckend.

Symptome der Pferdeinfluenza sind:  

  • Husten (kann chronisch werden)
  • Fieber
  • Nasenausfluss
  • geschwollene Lymphknoten

Da es sich um ein Virus handelt, kann die Influenza bei Pferden nicht direkt behandelt werden, sondern lediglich eine Linderung der Symptome versucht werden. Als Komplikation kommt außerdem häufig eine Lungenentzündung hinzu.

Impfung gegen Pferdeinfluenza

Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, das Auftreten einer Pferdeinfluenza zu verhindern. Dennoch sind einige Krankheitsfälle bei geimpften Pferden bekannt. Der Grund dafür ist, dass Viren anpassungsfähig sind und sich verändern können. Veraltete Impfstoffe wirken dann nicht mehr. Daher sollte auf regelmäßige Auffrischimpfungen mit einem aktuellen Impfstoff geachtet werden.

Oft besteht Unsicherheit darüber, wie oft gegen Influenza geimpft werden muss. Die Grundimmunisierung erfordert drei Impfungen:

  1. mit sechs Monaten
  2. sechs bis acht Wochen später
  3. fünf bis sieben Monate nach der zweiten Impfung

Die Auffrischimpfung gegen Influenza sollte bei Turnierpferden alle sechs Monate erfolgen, ist sonst aber auch jährlich möglich.

Eine Turnierteilnahme ist frühestens 14 Tage nach der zweiten Impfung, beziehungsweise sieben Tage nach der Auffrischung möglich.

Tetanus bei Pferden

Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine bakterielle Infektion, für die Pferde als besonders anfällig gelten. Das Bakterium (Clostridium tetani) kommt praktisch überall im Boden vor und kann schon über kleinste Verletzungen in den Organismus des Pferdes gelangen.

Die Tetanuserkrankung wird nicht von den Bakterien selbst verursacht, sondern durch das von ihnen freigesetzte Gift, das Tetanus-Toxin. Dieses führt zu schweren Krämpfen der Muskulatur. Die Krämpfe beginnen in der Gesichtsmuskulatur und setzten sich in den Rückenmuskeln fort, wodurch die typische, sogenannte "sägebockartige" Stellung des Pferdes zustande kommt.

Infolge von Atemlähmung endet diese Erkrankung bei Pferden in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Eine Tetanus-Behandlung ist sehr schwierig und langwierig. Die Impfung bietet den einzig wirksamen Schutz.

Wie oft muss gegen Tetanus geimpft werden?

Auch bei Tetanus erfordert die Grundimmunisierung eines Pferdes drei Impfungen:

  1. mit sechs Monaten
  2. sechs bis acht Wochen später
  3. zwölf Monate nach der zweiten Impfung

Die Auffrischimpfung sollte alle zwei Jahre erfolgen.

Fohlen können, falls notwendig, schon sehr früh nach der Geburt und mit einer Wiederholung nach vier Wochen geimpft werden. Hier sollte aber eine ausführliche Beratung durch den Tierarzt erfolgen.

Herpes: heimliches Virus

Herpes ist eine virale Infektion und wird beim Pferd hervorgerufen durch das Equine Herpesvirus (EHV). Sie verläuft latent, das bedeutet, dass das Virus lebenslang im Körper verbleibt. Auch vermeintlich gesunde Tiere können es in sich tragen und scheiden es auch aus. So kann unbemerkt eine schnelle Verbreitung der Erkrankung erfolgen.

Es gibt mehrere Stämme des Herpesvirus, die bei Pferden verschiedene Symptome hervorrufen können. Am häufigsten treten Atemwegsinfektionen auf. Bei trächtigen Stuten können die Erreger außerdem einen Abort, also eine Fehlgeburt verursachen.

Pferde gegen Herpes impfen

Die Herpesimpfung bei Pferden ist sehr umstritten, da sie keinen vollständigen Schutz bietet. Sie unterstützt lediglich das Immunsystem bei der Bildung von Antikörpern.

Für die Herpesimpfung spricht aber, dass die Symptome bei geimpften Pferden deutlich milder ausfallen. Außerdem wird die Ausscheidung des Erregers durch die Impfung deutlich verringert, wodurch die Ausbreitung erheblich eingedämmt werden könnte. Daher wird eine Herpesimpfung auch von der FN empfohlen, ist aber keine Pflicht.

Wie oft sollte gegen Herpes geimpft werden?

Die Grundimmunisierung eines Pferdes gegen Herpes erfolgt in folgenden Abständen:

  1. mit sechs Monaten, frühestens mit vier, wenn die Mutter nicht geimpft ist
  2. vier bis acht Wochen später

Die Auffrischimpfung sollte alle sechs Monate durchgeführt werden.

Weitere Impfungen für Pferde

Neben den genannten Impfungen gibt es noch einige weitere Erkrankungen, gegen die beim Pferd geimpft werden kann, zum Beispiel gegen die von Zecken übertragene Borreliose. Weitere Informationen und Beratung zur Impfung bei Pferden können beim Tierarzt eingeholt werden.

Aktualisiert: 28.09.2018 – Autor: Malin Held

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