Fellwechsel bei Pferden

Der Herbst steht vor der Tür

Fellwechsel bei Pferden

Es wird langsam kälter und die Blätter färben sich goldgelb und rot. Mit dem Jahreszeitenwechsel steht aber auch der alljährliche Fellwechsel bei Pferden an! Oftmals wird angenommen, dass Pferde den herannahenden Winter spüren können und dann wie auf Knopfdruck ihr Sommerfell abwerfen, um ihr üppiges Winterfell nachschieben zu können. Dies ist allerdings leider nur ein Mythos. Beim Fellwechsel spielen zwei Aspekte eine wichtige Rolle. Wir erklären, welche das sind!

Die Auslöser für den Fellwechsel

Wann der Fellwechsel beginnt, hängt nicht nur von der Außentemperatur ab, sondern insbesondere von der Sonneneinstrahlung. Der anfängliche Auslöser ist also die abnehmende Tageslichtlänge. Wenn die Tage gegen Sommerende kürzer werden, wird daraufhin an das Pferd automatisch das Signal gesendet, dass der Winter naht. Pferde, die aufgrund von Verletzungen ausschließlich in der Box stehen müssen, fällt der Fellwechsel folglich schwer.

Der zweite Auslöser für den Fellwechsel ist tatsächlich die Reaktion auf die derzeitigen Kältereize. Dies natürlich nicht vorahnend, sondern als Antwort auf die aktuellen Wetterbedingungen. Demzufolge bringen Pferde in offenen Ställen ein viel dichteres Fell hervor, als die Boxenpferde im Nachbarstall.

Die Fellwechselperioden

Neben dem herbstlichen Fellwechsel, findet auch noch einer im Frühjahr statt. Zwischen den beiden Fellwechselperioden bestehen allerdings einige Unterschiede.

Beim Fellwechsel im Frühjahr wird das lange Winterfell schrittweise abgestoßen und die dicke Unterwolle löst sich, bis schließlich das dünne Sommerkleid in Erscheinung tritt. Dieser Prozess zieht sich meist bis zu vier Monate und dauert somit also recht lange.

Anders im Herbst: Die Sommerhaare sind meistens innerhalb weniger Tage abgestoßen und vorübergehend durch kurze Winterhaare ausgetauscht, die schrittweise immer länger werden. Es bildet sich ein zweischichtiger Pelz aus langen Oberhaaren und plüschigen Unterhaaren. Oftmals ist das Winterkleid erst im Laufe des Dezembers komplett ausgewachsen. Also genau gegensätzlich zum Sommer läuft das das Abhaaren schnell, während die Neubildung mehr Zeit benötigt.

Unterstützung durch Zufütterung

Eine Unterstützung durch zufüttern im Fellwechsel sollte individuell an das Pferd angepasst und im voraus gut kalkuliert werden. Das Pferd muss während der Fellneubildung mehrere hundert Gramm Haare nach und nach produzieren. Dabei ist es selbstverständlich darauf angewiesen, dass die Fütterung den tatsächlichen Bedarf an Nährstoffen abdeckt. Während des Fellwechsels empfiehlt es sich also, die Futtergabe durch zusätzliche Elemente zu ergänzen.

Dabei sind vor allem Proteine und Öle in hochwertiger Form geeignet. Die Eiweißstoffe fördern die Fellneubildung und die Öle haben eine Schutzfunktion, die wasserabweisend wirkt. Wichtig ist es, bei der zusätzlichen Ölfütterung, das kaltgepresste Öl zu Beginn nur Esslöffelweise zuzuführen und die Tagesmenge dann allmählich auf bis zu maximal 50 ml zu erhöhen. Bei übergewichtigen, leberkranken und jungen Pferden wird von einer Ölfütterung in jedem Fall abgeraten. Eine weitere wirkungsvolle Ergänzung sind Leinsamen, denn diese liefern nämlich noch zusätzliche Energie.

Die richtige Pflege

Sie können ihr Pferd selbstverständlich beim Abhaaren unterstützen. Mit einem passenden Fellkratzer können die abgestoßenen Harre entfernt werden. Empfehlenswert ist, für empfindliche Stellen besondere Klingen zu verwenden. Danach kann Ihr Pferd wie gewohnt geputzt werden. Es sollte sehr darauf geachtet werden, dass beim Kämmen keine Nässe von außen nach innen ins Fell gedrückt wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, das nasse Haar erst mit einem Schweißmesser trocken zu ziehen und es im Anschluss aufzubürsten. Hierdurch wird es schneller trocken.

Durch eine Massage können Sie nicht nur den Fellwechsel unterstützen, sondern Ihrem Pferd auch etwas gutes tun! Sie schaffen somit Abhilfe gegen lose juckende Haare und regen außerdem die Durchblutung und die Stoffwechselaktivität der Haut an, was die Neubildung der Haare erleichtert.

Vorsicht bei kranken Pferden

Kranke oder chronisch kranke Pferde tendieren dazu im Fellwechsel besonders zu leiden. Der Grund ist die hohe Belastung des Stoffwechsels, was das Immunsystem schwächt. Vor allem über die Lunge reagieren viele Pferde sensibel im Fellwechsel und beginnen zu Husten. Wenn Ihnen bewusst ist, dass Ihr Pferd auf den Fellwechsel vermehrt empfindlich reagiert, sollten Sie das Immunsystem rechtzeitig fördern. Bei einem Husten können fein abgestimmte Kräutermischungen unterstützend für die Atemwege wirken. Hierfür ist es definitiv ratsam, den Tierarzt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und sich Ratschläge zu der richtigen Ernährung Ihres Pferdes einzuholen.

Aktualisiert: 15.10.2019

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