Magendrehung beim Hund

Eine Magendrehung beim Hund ist eine gefährliche Erkrankung. Das rechtzeitige Erkennen der Anzeichen ermöglicht eine schnelle, oft lebensrettende Behandlung.

Hund mit Magendrehung beim Tierarzt © istockphoto, Nenov

Eine Magendrehung beim Hund ist eine schwere Erkrankung, die oft eine Operation nach sich zieht. Ohne die richtige Behandlung kann eine Magendrehung tödlich enden. Gelingt es, erste Anzeichen rechtzeitig zu erkennen und typische Symptome richtig zu deuten, kann beim Hund Erste Hilfe geleistet werden. Die Ursachen einer Magendrehung sind vielfältig. Große Hunde zwischen 5 und 9 Jahren sind besonders gefährdet.

Entstehung einer Magendrehung

Eine Magendrehung entsteht, wenn der Magen eines Hundes sich um die eigene Achse dreht. Da die Milz über ein Band an den Magen gebunden ist, dreht sie sich häufig mit, wodurch der Blutfluss zur Milz abgeschnürt wird.

Durch die Drehung des Magens werden dessen Eingang und Ausgang verschlossen. Der Mageninhalt bildet durch Gärung Gas, das nicht entweichen kann, und der Magen des Hundes dehnt sich dadurch aus.

Dehnt sich der Hundemagen zu stark, drückt er auf die große Hohlvene. Diese Vene läuft unterhalb der Wirbelsäule des Hundes und führt das Blut aus dem Körper zurück zum Herzen.

Zuerst wird das Herz versuchen, diese Einschränkung durch einen schnelleren Puls zu überwinden. Kann das Blut dennoch nicht mehr ausreichend fließen, kommt es beim Hund zu einem lebensbedrohlichen Schock.

Wichtige Organe des Hundes, wie die Milz, die Nieren und der Darm können dann nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Daher ist schnelles Handeln durch einen Tierarzt erforderlich.

Symptome: typische Anzeichen einer Magendrehung

Eine Magendrehung beim Hund kann man an typischen Symptomen erkennen:

  • So werden Hunde erst unruhig und beginnen zu speicheln, während sich der Magen aufbläht.
  • Hunde hecheln dann sehr stark und das Herz schlägt schnell und kräftig.
  • Auch deutliche Schmerzäußerungen sind erste Hinweise.
  • Sichere Anzeichen für eine Magendrehung beim Hund sind ein aufgeblähter Bauch und weiße oder blaue Maulschleimhäute.
  • Oft würgen Hunde mit einer Magendrehung, da sie durch die Drehung des Magens erfolglos versuchen, den Mageninhalt zu erbrechen.

Verdacht auf Magendrehung: Was tun?

Bei Verdacht auf eine Magendrehung beim Hund ist Eile geboten. Überprüfen Sie, ob Ihr Hund einen aufgeblähten Magen hat und ob er sich im Schock befindet:

  • Klopfen Sie mit einem Finger vorsichtig auf die seitliche Bauchwand Ihres Hundes. Klingt es hohl, wie ein prall gefüllter Luftballon, ist der Magen Ihres Hundes aufgebläht.
  • Heben Sie sachte eine Lefze Ihres Hundes an. Die Schleimhäute sollten rosa sein. Sind Sie weiß oder gar blau, deutet dies auf einen lebensbedrohlichen Schock hin. Achtung: Manche Hunde, wie etwa Shar Peis oder Chow Chows, haben schwarz pigmentierte Schleimhäute. Hier kann man einen Schock nicht an den Schleimhäuten erkennen.

Wann zum Tierarzt?

Ohne Sofortmaßnahmen durch einen Tierarzt können Hunde an einer Magendrehung sterben. Rufen Sie deshalb unverzüglich einen Tierarzt an, sollten Sie die oben genannten Symptome bei Ihrem Hund feststellen.

Auch nachts und am Wochenende steht Ihnen der Notdienst eines Tierarztes oder einer Tierklinik in Ihrer Nähe zur Verfügung. Sollte Ihr regulärer Tierarzt keinen Notdienst haben, können Sie in der Regel im Internet erfahren, welcher Tierarzt Dienst hat. Tierkliniken sind rund um die Uhr, auch an Feiertagen, besetzt.

Melden Sie sich telefonisch an, damit der Tierarzt sofort alles zur Rettung Ihres Hundes vorbereiten kann und befolgen Sie die Anweisungen, die der Tierarzt Ihnen gibt.

Behandlung einer Magendrehung beim Hund

Zuerst wird der Tierarzt dem betroffenen Hund Infusionen geben und anschließend den Magen des Hundes über eine Kanüle entgasen, um den Blutfluss im Körper wieder sicherzustellen.

Danach wird der Tierarzt überprüfen, ob der Magen des Hundes vollständig gedreht ist. Dafür wird er den Hund röntgen. Eine Magendrehung stellt sich auf dem Röntgenbild ähnlich einer Zipfelmütze dar.

Eventuell ist der Magen des Hundes nur überladen, zum Beispiel wenn eine Tüte Hundefutter unbemerkt komplett gefressen wurde. In diesem Fall reicht eine Magenspülung oft als Therapie aus. Eine Operation des Hundes kann in diesem Fall vermieden werden.

Erste Hilfe durch Operation

Bei einer vollständigen Drehung des Magens muss der Hund operiert werden. Hierbei wird der Bauch chirurgisch geöffnet und Magen und Milz werden wieder in ihre natürliche Position zurückgedreht.

Zur Lagestabilisierung wird unter Umständen der Magen von innen an der Bauchwand festgenäht. So verhindert man, dass es in Zukunft erneut zu einer Magendrehung kommen kann.

Kosten der Behandlung

Wie teuer die Behandlung eines Hundes mit einer Magendrehung genau ist, hängt unter anderem davon ab, ob eine Operation durchgeführt werden muss, ob eine Notdienstgebühr anfällt und ob ein stationärer Aufenthalt notwendig ist.

Daher kann eine Behandlung zwischen 100 und 1.500 Euro kosten. Über die genauen Kosten der Therapie kann Sie Ihr Tierarzt informieren, scheuen Sie sich nicht, danach zu fragen.

Nachsorge: Das ist nach einer Magendrehung wichtig

Hatte Ihr Hund eine Magendrehung und wurde eventuell sogar operiert, muss er noch für einige Stunden bis Tage beim Tierarzt bleiben. Dieser kann genau überwachen, wie Ihr Hund die Narkose vertragen hat und gegebenenfalls eingreifen.

Ist Ihr Hund dann wieder zu Hause, sollten alle Anweisungen des Tierarztes befolgt werden, um Wundinfektionen oder Magenproblemen vorzubeugen.

Auch Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um zum Beispiel zu überprüfen, ob die Naht gut verheilt. Überprüfen Sie die Hautnaht regelmäßig. Bei Anzeichen einer Entzündung, wie starker Rötung, Eiterbildung oder starken Schmerzen, informieren Sie den Tierarzt.

Füttern Sie Ihrem Hund nach einer überstandenen Magendrehung Schonkost und mehrmals am Tag kleine Portionen. Es ist wichtig, dass Ihr Hund nach jeder Mahlzeit in Ruhe verdauen kann. Warten Sie mit einem Spaziergang mindestens 30 Minuten.

Magendrehung meist in bestimmtem Alter

Meistens tritt eine Magendrehung bei Hunden im Alter zwischen 5 und 9 Jahren auf, aber auch jüngere Hunde sind manchmal betroffen. Alte Hunde sind zwar seltener von einer Magendrehung betroffen, dafür ist bei ihnen das Narkoserisiko höher. Eventuell bedarf es daher vor einer Operation einer ausgiebigeren Stabilisation als bei einem jungen Hund.

Große Hunde häufiger betroffen

Noch ist ungeklärt, warum manche Hunde eine Magendrehung bekommen und andere nicht. Besonders tiefbrüstige, große Hunde, wie Doggen, Bernhardiner und Deutsche Schäferhunde, sind häufig betroffen.

Grund hierfür ist, dass sich der Magen bei diesen Rassen freier drehen kann als bei kleinen Hunden. Während kleinere Rassen seltener betroffen sind, haben manche Doggenlinien gar eine genetische Neigung zur Magendrehung.

Welpen eher selten betroffen

Welpen sind dagegen selten von einer Magendrehung betroffen. Bei Welpen kann es zu anderen Verdauungsproblemen kommen, die ebenfalls zu einem aufgeblähten Bauch führen.

Verträgt ein Welpe beispielsweise die Umstellung auf feste Nahrung nicht, können die Symptome ähnlich wie bei einer Magendrehung sein. Auch hier sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

Häufige Ursachen einer Magendrehung

Die Ursachen einer Magendrehung beim Hund sind vielfältig. Entzündliche Erkrankungen des Magens über einen längeren Zeitraum können die Entstehung einer Magendrehung begünstigen.

Solche entzündlichen Erkrankungen des Magens werden zum Beispiel durch Futtermittelunverträglichkeiten ausgelöst. Auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann zu einer chronischen Magenentzündung führen. Magenprobleme, Durchfall oder Erbrechen begleiten den Hund bei diesen Erkrankungen häufig.

Generell gilt, dass nicht ein Grund alleine zu einer Magendrehung beim Hund führt. Erst wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, steigt das Risiko für eine Magendrehung.

Risikofaktoren für eine Magendrehung

Die Risikofaktoren, die zu einer Magendrehung führen können, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Alter zwischen 5 und 9 Jahren
  • tiefbrüstige, große Hunderassen
  • chronische Entzündungen des Magens
  • Aktivität nach einer Mahlzeit
  • genetische Neigung

Die Art des Futters und eine erhöhte Position des Fressnapfes beeinflussen das Risiko einer Magendrehung dagegen nicht.

Fütterung und Magendrehung – so senken Sie das Risiko

Ursache für eine Magendrehung kann das Fressverhalten eines Hundes sein. Welches Hundefutter gefüttert wird, hat keinen Einfluss auf die Gefährdung für eine Magendrehung. BARF ist zur Vorbeugung einer Magendrehung genauso wirksam, wie andere kommerziell erhältliche Futter.

Frisst ein Hund jedoch sehr schnell große Mengen Futter, ist er stärker gefährdet. Bei großen, tiefbrüstigen Hunden sollte nach jeder Mahlzeit einige Zeit auf Aktivitäten verzichtet werden.

Warten Sie mit dem Spiel oder einem Spaziergang, bis die Mahlzeit im Hundekörper an den Dünndarm weitergeleitet wurde. Lassen Sie Ihren Hund mindestens 30 Minuten ruhen, um dann gestärkt durchstarten zu können. So können Sie aktiv dazu beitragen, eine Magendrehung bei Ihrem Hund zu verhindern.

Aktualisiert: 13.07.2018 – Autor: Karim Montasser

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