Was für Hunde giftig ist

Viele Lebensmittel, Pflanzen oder Medikamente sind für Hunde giftig. Hundebesitzer sollten diese Giftquellen kennen und wissen, was im Falle einer Vergiftung zu tun ist.

Hund frisst Eis © istockphoto, ChristinLola

Eine Vielzahl an Lebensmitteln, die für den Menschen keine Gefahr darstellen, ist für den Hund giftig. Dass Schokolade beispielsweise nicht an Hunde verfüttert werden darf, ist vielen Hundehaltern bewusst. Doch welche Nahrungsmittel sind noch für Hunde giftig? Auch Schädlingsbekämpfungsmittel, Medikamente und bestimmte Pflanzen können eine Gefahr für den Hund darstellen. Für all diese gilt jedoch: Die Dosis macht das Gift. 

Lebensmittel als Giftquellen für den Hund

Manche Lebensmittel, die für den Menschen unbedenklich sind, können für den Hund ab einer gewissen Dosis eine große Gefahr darstellen. 

Als wichtigste Nahrungsmittel sind hier Schokolade und Kakao zu nennen. Besonders gefährlich sind Zartbitterschokolade und Backschokolade, da diese sehr viel Theobromin enthalten, das für den Hund giftig ist. Vergiftungen mit Schokolade treten beim Hund besonders in den kalten Monaten von Oktober bis Februar auf, also in jener Zeit, in der oft viel Schokolade, unter anderem zum Backen, im Haushalt vorrätig ist.

Auch die Inhaltsstoffe von Kaffee, Koffeintabletten und schwarzem Tee (Koffein und Theopyhllin) sind für den Hund giftig und führen zu Erbrechen, Ruhelosigkeit und Herzrasen.

Knoblauch und Zwiebeln führen beim Hund nach Verzehr zu einer Blutarmut (Anämie), was man an den blassen oder gar weißen, porzellanfarbenen Schleimhäuten erkennen kann. Der Hund wirkt dann müde und schlapp, ist weniger aktiv und atmet eventuell auch schneller. Dabei ist eine ganze Knolle frischer Knoblauch oder eine mittelgroße Zwiebel ausreichend, um zu Vergiftungssymptomen (unter anderem Erbrechen, Durchfall und Blutarmut) zu führen. Besonders empfindlich für Zwiebeln sind anscheinend die Hunderassen Akita Inu und Shiba Inu. 

Trauben und Macadamia-Nüsse – tabu für den Hund

Weintrauben und Rosinen können beim Hund ebenfalls zu einer Vergiftung führen. Akutes Nierenversagen mit eventuell tödlichem Ausgang durch eine Vergiftung mit Trauben ist möglich.

Macadamia-Nüsse können zu einer vorübergehenden Steifheit sowie Problemen beim Laufen führen. Außerdem sind Schädigungen der Leber möglich. Auch Walnüsse sind für Hunde nur bedingt geeignet: Unreife oder ungeschälte Walnüsse können mit dem giftigen Pilz Penicillium crustosum befallen sein.

Gefahren durch Kerne und Samen

Frisst der Hund Kerne von Steinobst wie Aprikosen, Pflaumen oder Pfirsichen, so kann es durch die enthaltene Blausäure zum Atemstillstand kommen.

Auch beim Fressen von großen Mengen nassen Leinsamens kann es zu einer Blausäurevergiftung kommen. Wird Leinsamen hingegen in trockener Form gefüttert, so ist er ungefährlich.

Ob Avocados aufgrund ihres Inhaltsstoffes Persin für Hunde giftig sind, ist unter Tierärzten umstritten. Nicht zu unterschätzen ist jedoch auch die Gefahr, dass der Hund den Kern einer Avocado – oder von Steinobst – verschlucken und dadurch ersticken oder einen Darmverschluss erleiden könnte. 

Xylit als Risiko für Hunde

Das Süßungsmittel Xylitol (Xylit), zum Beispiel in zuckerfreien Kaugummis, Eisbonbons oder Zahnpasta enthalten, ist für den Hund giftig und führt zu Leberschäden sowie einem Abfall des Blutzuckerspiegels.

All diese gelisteten Lebensmittel sollten sicher aufbewahrt und nicht an den Hund verfüttert werden. Auch der Mülleimer sollte immer ordentlich verschlossen sein, damit der Hund diesen, wenn er alleine zu Hause ist, nicht plündern kann und dabei womöglich giftige Nahrungsmittel aufnimmt.

Unverträgliche Futtermittel für den Hund

Neben Lebensmitteln, die giftig für den Hund sind, gibt es außerdem jene, die zu einer Unverträglichkeit führen können, also bei regelmäßigem Verzehr schädlich sind:

  • Milch und Milchprodukte (auch Käse) können aufgrund des Milchzuckergehaltes (Laktose) bei erwachsenen Hunden zu Durchfall führen. Die verfütterten Mengen sollten deshalb möglichst gering gehalten werden. 
  • Stärkereiche Futtermittel wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis, die nicht ausreichend lange gekocht wurden, können ebenfalls Durchfall zur Folge haben.
  • Tomaten und Auberginen, die wie auch Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen gehören, dürfen nicht roh verfüttert werden, da dies Erbrechen und Durchfall zur Folge haben kann. In schlimmen Fällen kann es zu Störungen der Gehirnfunktion kommen.
  • Zu viel Salz und auch salzige Knabbereien wie Chips können beim Hund zu einer Störung des Elektrolythaushaltes und in der Folge zu Nierenproblemen führen.
  • Ananas darf aufgrund des hohen Säuregehaltes nur gelegentlich verfüttert werden und nur dann, wenn sie bereits überreif ist. 
  • Wassermelone sollte ohne Kerne und ohne Schale verfüttert werden, da es sonst beim Hund zu Durchfall kommen kann.
  • Katzenfutter ist für den Hund auf Dauer keine ausgewogene Ernährung, da es sehr viele Proteine, allerdings nur wenige Kohlenhydrate enthält und es zu einer Unterversorgung des Hundes kommt.

Lebensmittel wie Brot, Spargel oder auch Honig sind für den Hund nicht schädlich und können diesem gelegentlich verfüttert werden.

Giftige Pflanzen für Hunde in Garten und Zimmer

Bei giftigen Pflanzen muss man unterscheiden zwischen Zimmerpflanzen und Gartenpflanzen, wobei der Hund beim Fressen nicht zwischen gesund und giftig differenziert. Die Liste von für Hunde giftigen Pflanzen ist für beide Pflanzenarten sehr lang, weshalb im Folgenden nur einige wichtige aufgezählt werden.

Giftige Zimmerpflanzen: 

  • Brunfelsie
  • Dieffenbachie
  • Drachenlilie
  • Efeu
  • Ficus/Gummibaum
  • Philodendron
  • Weihnachtsstern

Giftige Gartenpflanzen:

  • Amaryllis
  • Azalee
  • Buchsbaum
  • Eibe
  • Fingerhut
  • Goldregen
  • Hortensie
  • Kirschlorbeer
  • Maiglöckchen
  • Misteln
  • Oleander
  • Rhododendron
  • Stechpalme
  • Thuja

Baldrian in Maßen ist für Hunde weder giftig noch schädlich. In Stresssituationen kann Baldrian nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hunden beruhigend wirken, aber er kann auch zu Durchfall oder Erbrechen führen. 

Da Hunde sehr unterschiedlich auf Baldrian reagieren, muss die Dosis bei jedem einzelnen Hund entsprechend gewählt werden, wobei mit einer niedrigen Dosis begonnen werden sollte, die dann bei Bedarf erhöht werden kann.

Vergiftungen durch Medikamente

Auch Medikamente spielen eine große Rolle bei Vergiftungen des Hundes. Dabei gibt es sowohl Fälle von Vergiftungen mit Medikamenten, die nur für den Menschen gedacht sind, als auch Vergiftungen mit Medikamenten, die beim Tier Anwendung finden.

Generell dürfen einem Hund niemals Medikamente verabreicht werden, die nur für den menschlichen Gebrauch zugelassen sind. Der Großteil an Vergiftungen beim Hund, die auf Medikamente zurückzuführen sind, wird durch Entzündungshemmer wie beispielsweise Ibuprofen verursacht. 

Sämtliche Medikamente, die der Hundebesitzer selbst einzunehmen hat, wie zum Beispiel Herzmedikamente, Schmerzmittel, Antidepressiva oder Antiallergika sowie Vitamine und Mineralstoffpräparate, müssen so aufbewahrt werden, dass der Hund keinen Zugang dazu hat. In den meisten Fällen nimmt ein Hund, wenn er allein zu Hause ist, unbeobachtet diese Tabletten auf, beispielsweise vom Tisch, einer Ablage oder aus der Handtasche heraus.

Medikamente für den Hund – die Dosis macht's

Doch auch Medikamente, die für den Hund zugelassen sind, können für diesen gefährlich werden. Deshalb ist stets die vom Tierarzt angegebene Dosis zu verabreichen, denn eine Überdosierung kann zu einer Vergiftung des Hundes führen. 

Auf keinen Fall dürfen Parasitenbekämpfungsmittel (Antiparasitika) mit dem Wirkstoff Avermectin bei Collies und verwandten Rassen sowie Collie-Mischlingen angewendet werden, da diese unter dem sogenannten MDR-1-Gendefekt leiden und der Wirkstoff in diesem Fall giftig für den Hund ist.

Schädlingsbekämpfungsmittel als Giftquellen für den Hund

Eine sehr häufige Ursache von Vergiftungen beim Hund sind Schädlingsbekämpfungsmittel. Schneckenkorn (Inhaltsstoff: Metaldehyd) stellt besonders in den Sommermonaten Mai bis September eine große Gefahr für Hunde dar, die Zugang zu einem Garten haben, in dem Schneckenkorn ausgestreut wurde. Hundebesitzern wird von der Verwendung von Schneckenkorn dringend abgeraten, zum Wohle und Schutz des eigenen Vierbeiners. Auch wenn der eigene Garten frei von Schneckenkorn ist, so gilt dies nicht für die Gärten von Bekannten oder Verwandten, weshalb der Hund dort bei Besuchen gut beaufsichtigt werden muss.

Nicht zu verwechseln ist das üblicherweise blaue Schneckenkorn mit dem Blaukorn. Bei Blaukorn handelt es sich um einen mineralischen Kunstdünger mit hohem Nitratgehalt. Löst sich dieser Dünger zum Beispiel in Pfützen neben einem Feld, aus denen der Hund anschließend trinkt, kann dies in hohen Dosen durchaus giftig sein. 

Auch Rattengift (Cumarin), Ameisengift und Insektizide (Organophosphate oder Carbamate), also Insektenbekämpfungsmittel, sind giftig für Hunde. Auf deren Einsatz sollte bei gleichzeitiger Hundehaltung verzichtet werden, beziehungsweise müssen diese so gelagert werden, dass sie auf keinen Fall vom Hund erreicht werden können.

Weitere Gefahrenquellen für den Hund

Die meisten Frostschutzmittel für das Auto enthalten den Wirkstoff Ethylenglykol, der einen süßen Geschmack hat und Hunde deshalb dazu verleitet, das Mittel aufzunehmen. Allgemeine Vergiftungssymptome sowie schwere akute Nierenschäden, die bei Hunden oftmals zum Tod führen, sind die Folge. Deshalb darf Frostschutzmittel nicht offen in der Garage stehen, sondern muss verschlossen und außerhalb der Reichweite des Hundes sicher aufbewahrt werden.

Blumen- und Rasendünger können für den Hund durchaus gefährlich werden, wobei die Auswahl an verschiedenen Produkten groß ist. Deshalb sollte man sich im Fachhandel ausführlich beraten lassen, welcher Dünger sich tatsächlich eignet, wenn ein Hund im Haushalt lebt.

Vergiftung beim Hund: Wie erkennen und was tun?

Hat ein Hund etwas Giftiges gefressen, so ist meistens Erbrechen eines der Symptome. Außerdem kann es je nach Art des aufgenommenen Giftes zu Durchfall, Herz-Kreislauf-Problemen, Atemproblemen, Krämpfen, Speicheln, Bauchschmerzen oder Fieber kommen. Auch Erregungszustände oder Apathie und abwesendes Verhalten können vorkommen.

Hat man den Hund beim Fressen eines Giftes beobachtet oder war abwesend und hat nach Rückkehr den Verdacht, dass der Hund vergiftet ist, dann muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Auf keinen Fall darf zu Hause versucht werden, den Hund zum Erbrechen zu bringen. Die verdächtige Giftquelle sollte (wenn möglich mit Verpackung) mit zum Tierarzt gebracht werden, ebenso wie Material, das angefressen oder eventuell bereits erbrochen wurde.

Die Therapie erfolgt anschließend beim Tierarzt, wobei die Prognose abhängig ist von der Art und Menge des aufgenommenen Giftes sowie der Dauer zwischen Aufnahme des Giftes und Behandlung beim Tierarzt.

In Deutschland gibt es derzeit neun Giftnotrufzentralen, die rund um die Uhr besetzt sind und Auskunft geben. Auch an diese Zentralen kann man sich jederzeit wenden, die entsprechenden Telefonnummern sind hier zu finden. 

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine vollständige Liste aller möglichen Vergiftungsquellen für Hunde darstellt. Möchten Sie wissen, ob bestimmte Lebensmittel oder Pflanzen für Hunde giftig sind, kann die Giftdatenbank der Universität Zürich oftmals hilfreiche Informationen liefern.

Augen auf beim Spaziergang

Auch wenn der eigene Haushalt frei von oben genannten Giften ist und der Hund keinen Zugang zu giftigen Lebensmitteln hat, so sollte man als Hundehalter doch stets gewappnet sein. Beim Spaziergang stecken Hunde ihre Nase in alles, was interessant riecht und unterscheiden dabei nicht zwischen gesund oder giftig. 

Wichtig ist also eine gute Erziehung, sodass der Hund beim Spaziergang nicht alles frisst, was ihm vor die Schnauze kommt. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Hunden, die ohne Leine laufen, und Welpen geboten.

Aktualisiert: 20.08.2018 – Autor: Theresa Heimerl

Weitere Artikel

Nach oben