Gräser, Kräuter & Blumen: Welche für Pferde giftig sind

Pferde in giftigem Adlerfarn © istockphoto, romorgan

Die größte Gefahr in puncto Giftpflanzen für Pferde stellen wohl Gräser und Wiesenpflanzen dar. Im hohen Gras der Pferdeweide werden Giftpflanzen nicht nur vom Menschen leicht übersehen, sondern auch von den Pferden gegebenenfalls versehentlich mitgefressen. Zudem ist bei diesen Pflanzen und Kräutern die Wahrscheinlichkeit, dass sie unbeabsichtigt ins Heu gelangen, am größten.

Adlerfarn – Vitamin B1-Mangel als Folge

Adlerfarn beinhaltet Blausäureglycoside, Saponine und Thiaminasen, welche bei Pferden das Vitamin B1 im Körper zerstören. Schon geringe Mengen rufen Symptome hervor.

Symptome eines Vitamin B1- Mangels beim Pferd sind:

  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Ataxie (Koordinationsstörungen)

Bei Pferden gilt eine Dosis von zwei Kilogramm Adlerfarn über mehrere Tage aufgenommen als tödlich. Die Glycoside gelten außerdem als krebserregend.

Johanniskraut: verschiedene giftige Inhaltsstoffe

Johanniskraut enthält mehrere für Pferde toxisch wirksame Substanzen, unter anderem ätherische Öle, Gerbstoffe und das phototoxische Hypericin. Dieser Stoff verursacht die sogenannte Photosensibilität, eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Licht.

Das Fressen von Johanniskraut hat bei Pferden folgende Symptome zur Folge:

  • Schwellung, Rötung und Entzündung der Haut an Kinn und Lippen
  • Unruhe

Jakobskreuzkraut: Gefahr im Heu

Die Wiesenpflanze Jakobskreuzkraut stellt vor allem dann eine Gefahr für Pferde dar, wenn sie über einen längeren Zeitraum, etwa mit dem Heu, aufgenommen wird, da es dann zur Leberschädigung kommt.

Weitere Symptome einer Vergiftung mit Jakobskreuzkraut sind:

  • Apathie und Depression (Lustlosigkeit)
  • Appetit- und Gewichtsverlust

Hirtentäschel: homöopathische Anwendung

Hirtentäschel enthält unter anderem ätherische Öle und Gerbstoffe. Die Pflanze gilt für Pferde in großen Mengen als leicht giftig und wehenfördernd, wird aber vor allem auch in der Homöopathie eingesetzt.

Hahnenfuß: Reizende Butterblume

Diese, wohl besser unter dem umgangssprachlichen Namen "Butterblume" bekannte, Pflanze enthält Protoanemonin. Die reizend wirkende Substanz kann, neben einigen anderen, bei Pferden die sogenannte Wiesendermatitis auslösen.

Symptome der Wiesendermatitis bei Pferden sind:

  • gereizte Haut und Schleimhaut
  • Entzündung der Mundschleimhäute

Weitere Symptome einer Vergiftung mit Hahnenfuß in großen Mengen sind:

  • Durchfall
  • Störungen des zentralen Nervensystems

Löwenzahn: weit verbreitet, aber nicht ungefährlich

Die in Löwenzahn enthaltenen Bitterstoffe, zum Beispiel Taraxacin, werden vor allem mit dem weiß-milchigen Saft freigesetzt, der beim Abknicken des Stängels austritt.

Folgende Symptome können infolge des Verzehrs von Löwenzahn bei Pferden auftreten:

  • entzündliche Hautreaktion
  • harntreibende Wirkung
  • bei großen Mengen Leberschäden

Herbstzeitlose: sehr giftig und weit verbreitet

Diese Pflanze findet man häufig auf Weiden und auch im Heu. Das Gift der Herbstzeitlose heißt Colchicin und hat Ähnlichkeiten zu dem bekannteren Arsen. Es ist schon in geringen Mengen giftig und kann bei höherer Dosis sogar tödlich sein.

Typische Symptome einer Vergiftung mit Herbstzeitlosen beim Pferd sind:

  • Nahrungsverweigerung
  • vermehrter Speichelfluss
  • Schwitzen
  • Koliken 
  • blutiger Durchfall
  • Kreislaufstörungen
  • Tod durch Atemlähmung

Roter Fingerhut: im Heu besonders gefährlich

Die im roten Fingerhut enthaltenen Digitalisglycoside rufen folgende Vergiftungserscheinungen bei Pferden hervor:

  • Blutiger Durchfall
  • Herzrhythmusstörungen bis zum Herzstillstand

In getrocknetem Zustand ist der rote Fingerhut noch gefährlicher. Daher sollte er auf keinen Fall ins Heu gelangen, sondern vor dem Mähen unbedingt entfernt werden. Fingerhut wächst vor allem auf Waldlichtungen und wird als Zierpflanze in Gärten angepflanzt.

Weitere Giftpflanzen

Generell sollte man bei Zierpflanzen und nicht heimischen Arten vorsichtig sein. Diese sollten auf der Pferdeweide und rund um den Stall möglichst nicht vorkommen.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass auch unsere Kulturpflanzen eine giftige Wirkung auf Tiere haben können, vor allem in rohem Zustand. Giftig für Pferde sind zum Beispiel Gartenbohnen, aber auch Tomaten. Kartoffeln sind roh ebenfalls giftig. Sie enthalten in Blättern, Stängeln und Früchten (vor allem Keime und Schale) das giftige Alkaloid Solanin.

Aktualisiert: 22.05.2017 – Autor: Malin Held

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