Ohrenentzündungen bei der Katze

Katzen mit Ohrenentzündung zeigen Symptome wie Kopfschütteln oder eine Gleichgewichtstörung. Die Entzündungen werden mit Medikamenten behandelt.

Katze mit Ohrenentzündung © istockphoto, edwindejongh

Ohrenentzündungen gehören bei Katzen zu den häufig unterschätzten Krankheiten. Die oft eitrigen Entzündungen im Ohr der Katze können spontan auftreten, chronisch werden oder nach kurzer Besserung immer wiederkehren.

Vermehrtes Kratzen und Kopfschütteln zählen zu den ersten Anzeichen einer beginnenden Ohrenentzündung bei Katzen. Verschiedene Symptome weisen dabei auf Entzündungen in unterschiedlichen Bereichen des Katzenohrs hin. Ohrenentzündungen sollten frühzeitig behandelt werden, um das Wohlbefinden der Katze zu steigern und Folgeschäden zu verhindern.

Anzeichen einer Ohrenentzündung bei Katzen

Viele Katzen zeigen deutliche Symptome, wenn ihre Ohren entzündet sind. Die Anzeichen hängen von der Schwere und der Dauer der Krankheit und der genauen Lage der Entzündung ab. Nicht immer sind alle Bereiche des Ohres entzündet. Man unterscheidet zwischen Entzündungen im Außenohr, im Mittelohr und im Innenohr.

Symptome einer Entzündung im Außenohr

Zu den äußeren Bereichen des Katzenohres zählen die mit Fell bedeckten Ohrmuscheln und der sich in ins Innere erstreckende äußere Gehörgang. Eine Entzündung dieser Bereiche wird von Schmerz und Juckreiz begleitet. 

Folgende Symptome sind bei einer Katze mit einer Entzündung im Außenohr zu beobachten:

  • Kopfschütteln oder auch häufiges Kratzen an dem betroffenen Ohr, wodurch blutige Krusten entstehen können. 
  • Außer Blutspuren finden sich bei eitrigen Ohrenentzündungen des Öfteren auch Sekretspuren. 
  • Je nach Ursache der Entzündung tritt zusätzlich ein unangenehmer Geruch auf. 
  • Die erkrankten Katzen haben häufig Schmerzen und lassen sich nicht oder nur ungern an den Ohren anfassen.

Entzündungen im Mittelohr und Innenohr

Mitunter spielt sich die Ohrenentzündung bei Katzen in den von außen schwer zugänglichen Abschnitten des Ohres ab. Ein Anzeichen für eine Erkrankung des hinter dem Trommelfell gelegenen Mittelohres oder Innenohres der Katze kann eine Schädigung bestimmter Kopfnerven sein.

Manche Katzen entwickeln durch eine solche Nervenschädigung ein sogenanntes Horner Syndrom. Das Auge auf der entzündeten Seite erscheint im Seitenvergleich zurückgesunken, während das obere Augenlid hängt und die Pupille verengt ist. Je nach Ausmaß der Schädigung und den betroffenen Nerven kann die gesamte Gesichtshälfte mit dem Ohr schlaff herabhängen. Oft zeigt die Katze zusätzlich die bereits beschriebenen Symptome einer äußeren Ohrenentzündung.

Gleichgewichtsstörung als Symptom

Ohrenentzündungen, die sich auf das Innenohr der Katze ausweiten, ziehen auch das dort gelegene Gleichgewichtsorgan in Mitleidenschaft. Sie verursachen deshalb bei der betroffenen Katze eine Gleichgewichtsstörung. 

Diese wird häufig von auffälligen und durchaus typischen Symptomen einer Entzündung im Innenohr begleitet. Dazu gehören:

  • Schiefhaltung des Kopfes als wichtigstes Anzeichen
  • Kreisbewegungen der Katze 
  • unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen

Ursache durch Tierarzt abklären lassen

Treten bei einer Katze die typischen Symptome einer Ohrenentzündung auf, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann durch eine gründliche Untersuchung der Katze die Ursache der Entzündung bestimmen und die richtige Behandlungsmethode festlegen. 

Typische Ursachen für eine Ohrenentzündung bei Katzen sind:

  • Ohrmilben
  • Erkrankungen der Atemwege, die sich auf das Ohr ausweiten
  • seltener auch Hautentzündungen, zum Beispiel durch Futtermittelallergien

Bei Katzen sind in fast der Hälfte aller Fälle Milben für die Entzündung der äußeren Ohren verantwortlich. Unter dem Mikroskop können sie im Ohrsekret der Katze identifiziert werden. 

Krankheiten des Innen- oder Mittelohres entstehen oft infolge einer Entzündung des äußeren Ohres, bei manchen Atemwegserkrankungen oder auch ohne erkennbare Ursache. Sie entziehen sich der normalen äußerlichen Untersuchung am Ohr. In solchen Fällen stellt der Tierarzt die Diagnose mithilfe von Röntgenbildern oder modernen Methoden wie der Computertomographie (CT).

Ohrenentzündungen bei Katzen richtig behandeln

Eine Entzündung des Ohres ist für eine Katze immer unangenehm und oft schmerzhaft. Unbehandelt können sich über die Zeit dauerhafte Schäden entwickeln. Diese reichen von Taubheit bis hin zu einer lebensgefährlichen Ausbreitung der Entzündung auf nahegelegene Gehirnteile. 

Um dies zu vermeiden, ist eine zeitnahe Behandlung nötig. Dabei sollten sowohl die Ursachen der Entzündung beseitigt als auch der Schmerz und der Juckreiz gelindert werden.

Ohrentropfen als Medikament bei der Katze

Ohrenentzündungen bei Katzen verlangen nach einer gründlichen Behandlung. Diese orientiert sich an der Ursache der Entzündung und ganz individuell an der erkrankten Katze.

Häufig verwendete Medikamente bei Ohrenentzündungen sind Ohrentropfen, die aus einer Kombination von Wirkstoffen bestehen. Hier eigenen sich Präparate wie Surolan®, Panolog® oder Aurizon®. Neben einem Entzündungshemmer enthalten diese Ohrentropfen jeweils verschiedene Antibiotika und zusätzlich auch Antimykotika, die gegen Pilze wirken. 

Ihr Einsatz ist nur sinnvoll, wenn der Tierarzt eine bakterielle, eitrige Ohrenentzündung oder einen Pilzbefall bei der Katze feststellt. Milben lassen sich auf diese Weise nicht wirksam entfernen. Für Entzündungen im Mittel- oder Innenohr reichen Ohrentropfen oft nicht aus und sollten durch die Gabe weiterer Medikamente unterstützt werden.

Homöopathie bei Ohrenentzündungen

In der Homöopathie stehen verschiedene Präparate und Globuli zur Verfügung, um Entzündungen bei Katzen zu lindern. Je nach Ursache der Ohrenentzündung bietet es sich an, sie als Unterstützung zu einer antibiotischen oder antimykotischen Behandlung einzusetzen. Der Tierarzt kann im Einzelfall dazu beraten.

Hausmittel bei Ohrenentzündungen der Katze

In vielen Fällen kann eine Spülung des äußeren Ohres die Behandlung von Ohrenentzündungen bei der Katze durchaus sinnvoll ergänzen. Sie ist aber unbedingt mit dem Tierarzt abzusprechen und wenn nötig in Narkose durchzuführen.

Wird die Reinigung oder Spülung der Ohren als Hausmittel bei einer Ohrenentzündung nicht fachgerecht durchgeführt, kann sie mitunter mehr schaden als nutzen. Viele Katzen wehren sich gegen das unangenehme Gefühl im Ohr und fügen sich oder dem Menschen bei den Abwehrbewegungen Verletzungen zu. Meist ist es daher nicht möglich, das entzündete Ohr so gründlich zu reinigen, wie es nötig und in einer Narkose möglich ist.

Zudem kann zu häufiges oder falsches Reinigen das Katzenohr reizen und die Entzündung noch verschlimmern oder gar erst hervorrufen. Hinzu kommt, dass das Hausmittel auch nicht bei jeder Art von Ohrenentzündung sinnvoll ist. Besonders Erkrankungen im Mittel- oder Innenohr lassen sich nicht durch Spülungen von außen behandeln. 

Dauer der Behandlung

Die Verabreichung von Antibiotika bei Ohrenentzündungen empfiehlt sich meist für eine Dauer von mehreren Wochen. Der Tierarzt entscheidet nach der Untersuchung der Katze über die Art und Dauer der Therapie. Dabei berücksichtigt er auch das Allgemeinbefinden der Katze. 

Gehen Ohrenentzündungen mit anderen Katzenkrankheiten, beispielsweise Erkrankungen der Haut und der Atemwege einher, sollten diese ebenfalls behandelt werden.

Chronische und wiederkehrende Ohrenentzündungen

Einige Katzen leiden trotz einer Behandlung unter Ohrenentzündungen, die über mehrere Tage und oder sogar Wochen andauern und als chronisch bezeichnet werden. Zeigt die erste Behandlung keinen Erfolg, sollte eine weitere Untersuchung erfolgen.

Möglicherweise erfordert die Bekämpfung der vorhandenen Bakterien ein anderes Antibiotikum. Außerdem kann ein Pilzbefall vorliegen, der zu Beginn nicht nachgewiesen wurde. 

Eine zu kurz oder nicht konsequent durchgeführte Behandlung, besonders bei eitrigen Ohrenentzündungen durch Bakterien, kann ein Grund für wiederkehrende Entzündungen bei Katzen sein. Vor allem Mittelohrentzündungen neigen dazu, nach anfänglicher Besserung immer wieder aufzutreten, da sie für Medikamente schwer zu erreichen sind.

Bei der Behandlung chronischer oder immer wiederkehrender Ohrenentzündungen kann in bestimmten Fällen auch ein chirurgischer Eingriff erfolgen. Die Gabe von Medikamenten wird hierbei durch eine Operation in Narkose unterstützt, um etwa betroffene knöcherne Ohranteile für eine Spülung zu öffnen oder Zubildungen im Gehörgang zu entfernen. 

Ist eine Ohrenentzündung ansteckend?

Ob Ohrenentzündungen bei Katzen ansteckend sind, ist abhängig von der Ursache.

Bei einer Entzündung durch Ohrmilben können andere Katzen ebenfalls erkranken. Daher empfiehlt es sich, zusätzlich zur Behandlung der Katze benutzte Decken und Unterlagen heiß zu waschen, um die Parasiten zu entfernen. So lässt sich zudem die Gefahr einer erneuten Ansteckung der behandelten Katze verringern. Auch für Hunde sind die Ohrmilben ansteckend, jedoch weitaus weniger als für Katzen. 

Bakterielle Entzündungen, die sich meist vor allem auf das innere Ohr der Katze beschränken, sind in der Regel nicht ansteckend.

Aktualisiert: 15.06.2018 – Autor: Nicole Kreutzfeldt

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