Verstopfung bei Katzen erkennen & behandeln

Verstopfung tritt bei Katzen recht häufig auf und kann verschiedene Ursachen haben. Bei leichter Verstopfung können verschiedene Hausmittel helfen.

Katze mit Verstopfung auf Katzenklo © istockphoto, 5seconds

Verstopfung stellt bei Katzen ein häufiges Problem dar. Unter Verstopfung (Obstipation) versteht man die Verringerung des Kotabsatzes, sowohl in der Menge als auch in der Häufigkeit, bis zum kompletten Ausbleiben des Kotabsatzes. Verstopfung bei der Katze kann verschiedene Ursachen haben und kann dementsprechend leicht bis schwerwiegend oder sogar lebensbedrohlich sein. Wie kann man Verstopfung erkennen? Was tun, wenn die Katze Verstopfung hat? Hier finden Sie Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen zu Verstopfung bei Katzen.

Ursachen von Verstopfung bei der Katze erkennen

Wenn der Verdacht auf Verstopfung bei einer Katze besteht, sind eine vorsichtige Beobachtung der Symptome und des Verlaufs sowie eine genaue Analyse der Situation erforderlich, um der Katze richtig helfen zu können. Dazu gehört es, die Ursache der Verstopfung zu ermitteln, denn das Problem muss nicht zwingend auf eine innere Erkrankung zurückzuführen sein.

Psychische Ursachen ausschließen

Zunächst sollte klargestellt werden, worauf der Verdacht auf Verstopfung bei der Katze basiert. Wenn nur das Fehlen von Kot in der Katzentoilette beziehungsweise die Situation, dass die Katze die Toilette nicht besucht, beobachtet wird, dann kann auch eine psychische Ursache infrage kommen.

Die Katzentoilette sollte sich an einem ruhigen Ort befinden, damit die Katze beim Toilettenbesuch nicht durch Menschen oder andere Tiere gestört wird. Wenn mehrere Katzen im Haus leben, dann gilt die Faustregel: Stellen Sie eine Katzentoilette mehr auf, als es Katzen im Haushalt gibt.

Zudem sollte die verschmutzte Katzenstreu täglich entfernt werden. Die komplette Streu sollte bei Verdacht auf Verstopfung alle drei Tage gewechselt und die Katzentoilette mit warmen Wasser und Seife gereinigt werden. Es kann ebenfalls sinnvoll sein, die Sorte zu wechseln, denn allein die Beschaffenheit der Streu kann die Unzufriedenheit der Katze mit der Katzentoilette bewirken.

Fell als Ursache von Verstopfung

Eine leicht zu übersehende Ursache für scheinbare Verstopfung bei Katzen kann auch das Verfilzen des Fells im Bereich um den After herum sein. Diese Störung kann bei Katzen auftreten, die krankhaft übergewichtig oder chronisch krank sind, und somit in der täglichen Fellpflege behindert sind.

Dieses Problem tritt zudem eher bei Katzen mit langem Fell auf. Bei langhaarigen Katzenrassen sollte daher bei Verdacht auf eine Verstopfung der Bereich um den After kontrolliert werden. Ist das Fell dort verfilzt, kann dieser Bereich vorsichtig geschoren und gereinigt werden. Wenn die darunterliegende Haut gerötet, geschwollen und/oder schmerzhaft erscheint, dann sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, da eine Entzündung vorliegen könnte.

Eine andere Ursache für Verstopfung, die ebenfalls vom Fell ausgeht, sind Haarballen. Katzen verschlucken bei der Fellpflege Haare, die sie üblicherweise als Haarballen wieder erbrechen. Wenn die Haarballen aber nicht regelmäßig erbrochen werden, dann können sie eine Verstopfung auslösen. Dieses Problem kann vor allem bei langhaarigen Katzen öfter auftreten.

Verstopfung nach einer OP der Katze

Der Zeitpunkt der Verstopfung bei der Katze ist auch relevant. Wenn die Katze infolge einer Operation an Verstopfung leidet, ist das Problem sehr wahrscheinlich auf die Nachwirkung der Medikamente zurückzuführen, die für die Narkose eingesetzt werden.

Opiate wie Morphin oder Buprenorphin, die üblicherweise während einer OP zur Betäubung von Katzen verwendet werden, bewirken eine verringerte Aktivität des Verdauungstraktes und somit eine vorübergehende Verstopfung. Diese ist eine normale Nebenwirkung der Narkose, die einige Tagen nach der Operation wieder verschwindet.

Grad der Verstopfung einschätzen

Es gibt verschiedene Grade der Verstopfung, die auf unterschiedlich ernsthafte Probleme hindeuten. Wann man mit der Katze zum Tierarzt muss, ist stark abhängig von der Schwere der Verstopfung. Während eine leichte Verstopfung zunächst selbst behandelt werden kann, sollte man bei einer schweren Verstopfung sofort den Tierarzt aufsuchen.

Die Schwere der Verstopfung lässt sich anhand der auftretenden Symptome einschätzen:

  • Leichte Verstopfung: Absetzen von kleinen, harten Kotkugeln und leicht aufgeblähter Bauch
  • Schwere Verstopfung: Ausbleiben des Kotabsatzes, stark aufgeblähter Bauch, Mattigkeit, Schmerz, Erbrechen

Leichte Verstopfung der Katze mit Hausmitteln behandeln

Zeigt die Katze die Symptome einer leichten Verstopfung, kann versucht werden, diese mit Hausmitteln zu lösen.

Wie bei Menschen können bei der Katze gegen leichte Verstopfung altbewährte ballaststoffreiche Hausmittel wie Leinsamen, Weizenkleie oder auch faserreiches Gemüse helfen. Katzen nehmen zum Beispiel Kürbis aufgrund des leicht süßen Geschmacks gut an, dabei ist Kürbis aus dem Glas völlig ausreichend.

Ein Esslöffel des gewählten Abführmittels kann dreimal am Tag einer üblichen Portion Nassfutter untergemischt werden.

Öl als Abführmittel für Katzen

Am besten mischt man das Katzenfutter zudem mit einem Teelöffel Olivenöl oder anderen Speiseölen, denn Öle wirken ebenfalls als leichte Abführmittel. Es kommt allerdings vor, dass einige Katzen Speiseöle aufgrund des ausgeprägten Geschmacks nicht akzeptieren.

In solchen Fällen können Mineralöle wie Paraffinöl eingesetzt werden, denn diese sind geschmacklos und können sehr gut helfen, eine leichte Verstopfung zu lösen.

Paraffinöl als Abführmittel kann übrigens auch zur Vorbeugung einer neuen Verstopfung eingesetzt werden – zu diesem Zweck wird ein Teelöffel an Tag empfohlen.

Milchzucker als Hausmittel gegen Verstopfung

Zusätzlich zu den Mahlzeiten kann der an einer leichten Verstopfung leidenden Katze stets Milch angeboten werden, denn eine erwachsene Katze ist laktoseintolerant. Das bedeutet, dass das Enzym Laktase, welches für die Verdauung des Milchzuckers benötigt wird, im erwachsenen Alter im Darm nicht mehr vorhanden ist. Wenn Stoffe im Darm nicht verdaut werden können, kommt es zu Durchfällen – und genau dies kann man sich bei Verstopfung zunutze machen.

Wenn die Katze keine Milch trinkt, kann man ihr alternativ zweimal am Tag einen Teelöffel Sahne geben. Durch die tägliche Gabe von nicht mehr als einer Tasse Milch kann man übrigens sehr gut einer weiteren Verstopfung vorbeugen. Sahne als Abführmittel sollte der Katze allerdings nur bis zur Besserung der akuten Verstopfung gefüttert werden, da sonst die Gefahr einer Gewichtszunahme droht.

Auch Milchzucker aus der Drogerie kann eingesetzt werden, der süße Geschmack wird von Katzen in der Regel gut akzeptiert. Mischen Sie dafür einen Teelöffel Milchzucker mit ungefähr 200 Millilitern Wasser.

Medizinische Hilfe gegen Verstopfung bei der Katze

Auf genau dem gleichen Prinzip wie Milch, Sahne oder Milchzucker als Abführmittel beruht die Wirkung der in der Apotheke erhältlichen Laktulose. Dies ist eine synthetische Zuckerart, die aus Milchzucker gewonnen wird und daher ebenfalls unverdaulich ist und als Abführmittel eingesetzt werden kann.

Diesen Behandlungsversuch können Sie bei leichten Fällen zu Hause vornehmen. Die Dosierungsempfehlung für eine erwachsene Katze beträgt 0,5 Milliliter pro Kilogramm einmal am Tag bis zur Besserung der Verstopfung.

Bitte beachten Sie, dass Behandlungsversuche mit Homöopathie bei Fällen von Verstopfung bei der Katze in der Regel erfolglos bleiben.

Ein Einlauf kann Verstopfungen lösen

Zusätzlich zu der Fütterung von Hausmitteln kann bei der Katze ein Einlauf durchgeführt werden, um den Kot aufzuweichen und somit die Darmpassage der harten Kotkugeln zu erleichtern. Bitte versuchen Sie niemals, den Einlauf bei Ihrer Katze selbst durchzuführen, da das Verletzungsrisiko hoch ist. Der Eingriff sollte unbedingt vom Tierarzt durchgeführt werden.

Verstopfung bei Katzenbabys nicht selbst behandeln

Wenn Verstopfung bei Katzenbabys auftritt, ist die Herangehensweise etwas anders als bei erwachsenen Katzen. Erstens muss man beachten, dass bei Katzenbabys selten Kotabsatz beobachtet werden kann, da die Mutterkatze in den ersten Wochen den Analbereich der Welpen stets ableckt und somit den Kot beseitigt. Nach ungefähr zwei Wochen sollten die Katzenbabys selbstständig Kot absetzen.

Wenn die typischen Symptome wie ein aufgeblähter Bauch, fehlenden Kotabsatz und Schmerzlaute gezeigt werden, sollten die Katzenbabys von einem Tierarzt untersucht werden, um die Ursache der Verstopfung zu klären und die richtige Behandlung zu wählen.

Auch bei Katzenbabys kann zum Lösen einer Vorstopfung einen Einlauf durchgeführt werden. Nur der Tierarzt kann die Größe des benötigten Schlauchs bestimmen und das Jungtier richtig behandeln, denn bei Jungtieren ist die Verletzungsgefahr noch höher als bei erwachsenen Katzen.

Bei Katzenbabys werden zudem eigene Therapieversuche durch Fütterung von Hausmitteln nicht empfohlen, denn die Wirkung ist nicht so kontrollierbar wie bei erwachsenen Katzen.

Bei schwerer Verstopfung zum Tierarzt

Es ist wichtig zu wissen, dass die oben vorgeschlagenen Therapieversuche mit Hausmitteln nur durchgeführt werden dürfen, wenn die Katze normal Futter zu sich nimmt, etwas Kot absetzt und munter ist.

Wenn die Katze aber

  • nicht frisst
  • keinen Kot absetzt
  • einen aufgeblähten Bauch hat
  • matt ist
  • erbricht
  • und sogar vor Schmerz schreit

dann handelt es sich um eine vollständige Verstopfung des Darmes.

Bei diesem Grad der Verstopfung sollte dringend ein Tierarzt aufgesucht werden, um die Ursache der Verstopfung zu klären. 

Mögliche Ursachen der hochgradigen Verstopfung können orthopädische oder innere Störungen sein. Gegebenenfalls muss die Ursache der Verstopfung pharmakologisch, also mithilfe von Medikamenten, oder chirurgisch (durch eine Operation) beseitigt werden.

Tipps zur Verstopfung bei einer Katze

Zusammenfassend gilt bei der Verstopfung einer Katze:

  • Bewahren Sie bei Verdacht auf Verstopfung bei einer Katze Ruhe. 
  • Beobachten Sie die Katze und achten Sie auf die genannten Symptome. 
  • Eigene Therapieversuche dürfen nur bei erwachsenen Katzen und bei leichter Verstopfung ohne Schmerzanzeichen durchgeführt werden.

Als Faustregel gilt: Wenn nach zwei Tagen keine Besserung erfolgt, dann muss die Katze zum Tierarzt gebracht werden, denn nur er kann eine der Verstopfung zugrundeliegende Erkrankung fachgemäß diagnostizieren und behandeln.

Aktualisiert: 01.09.2017 – Autor: Marie Cauzard

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