Wenn die Katze Durchfall hat

Zeigt eine Katze Durchfall und weichen Kot, besteht zunächst kein Grund zur Panik. Je nach Ursache können einige Hausmittel das Wohlbefinden der Katze steigern.

Katze leidet an Durchfall © istockphoto, Astakhova

Wie auch bei uns Menschen tritt bei Katzen gelegentlich Durchfall auf. Eine falsche Fütterung, ein Parasitenbefall mit Giardien oder Infektionen können zum Beispiel die Ursache sein, wenn Katzen an Durchfall leiden. Neben einer Untersuchung des betroffenen Tieres durch den Tierarzt können auch einige Hausmittel Katzen bei Durchfall helfen.

Warum ist Durchfall ein Problem?

Bei einer Durchfallerkrankung verliert die Katze zu viel Flüssigkeit über den Darm. Das spiegelt sich deutlich in dem geradezu flüssigen Kot der Katze wieder. Häufig erfolgt der Kotabsatz dann auch in kürzeren zeitlichen Abständen.

Schon dieser Flüssigkeitsverlust kann, wenn er länger anhält, den Wasserhaushalt der Katze durcheinanderbringen. Sie wird matt, frisst nicht wie gewohnt und nimmt ab. Im schlimmsten Fall werden dabei schließlich auch die Nieren der Katze in Mitleidenschaft gezogen. Da Katzen von Natur aus wenig trinken, reicht bei massivem Durchfall die normale Flüssigkeitsaufnahme nicht aus, um die Verluste im Wasserhaushalt über den Darm auszugleichen.

Gleichzeitig ist die Futterverwertung im Darm der Katze gestört. Zum einen wird das Futter regelrecht aus dem Darm ausgespült, bevor es in den Körper der Katze aufgenommen werden kann. Zum anderen liegt bei Durchfall oft eine Entzündung und Schädigung der Darmschleimhaut vor. Die normale Aufnahmetätigkeit der Darmzellen sinkt dadurch drastisch, sodass viele Nährstoffe ungenutzt bleiben. Dies erklärt den Gewichtsverlust von Katzen vor allem bei chronischem Durchfall.

Weicher Kot oder Durchfall?

Nicht jeder etwas weichere Kot ist problematisch. Gelegentlich setzen Katzen etwas weicheren Kot ab, der oft auch heller als üblich erscheint. Hält diese Veränderung nur vorübergehend, also etwa ein bis zwei Tage an, handelt es sich meist um eine kurzfristige Reaktion der Katze auf ihr Trockenfutter oder anderes Futter und muss nicht zwingend behandelt werden. 

Durchfall hingegen geht bei Katzen mit flüssigem bis nahezu wässerigem Kotabsatz einher. Durchfall hat zwar einen gewissen Reinigungseffekt auf den Darm, der durchaus vorteilhaft sein kann, kann aber nach mehr als zwei bis drei Tagen zu ernstzunehmenden Wasserverlusten mit durchaus schwerwiegenden Folgen führen.

Verschiedene Formen des Durchfalls bei Katzen

Manchmal ergibt sich bereits aus der Farbe und der Konsistenz des Durchfalls der Katze ein Hinweis auf die mögliche Ursache. Allerdings ersetzen diese Beobachtungen im Zweifelsfall keine umfassende tierärztliche Untersuchung. Dies sind verschiedene Formen des Durchfalls und deren typische Ursachen:

  • Schleimiger Durchfall: Beimengungen von Schleim sind oft ein Zeichen für Dickdarmerkrankungen, denn nur in diesem Darmabschnitt gibt es diese schleimproduzierenden Zellen. 
  • Bräunlicher Durchfall: Bräunlicher, wässriger Kot ist meist durch eine Entzündung im Dünndarm bedingt. Hier findet normalerweise die Wasseraufnahme aus dem Darminhalt statt, die nun gestört ist.
  • Übelriechender Durchfall: Stinkende Durchfälle werden häufig durch Bakterien wie Clostridien hervorgerufen.
  • Grauer Durchfall: Diese Verfärbung kann manchmal bei Katzen mit einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse beobachtet werden.
  • Gelber Durchfall: Ein Befall mit Giardien kann zu einer gelben Färbung des Kots führen, muss aber nicht immer die Ursache sein.
  • Schwarzer oder blutiger Durchfall: Tritt im vorderen Abschnitt des Darmes der Katze eine Blutung auf, wird das Blut beim Abtransport des Kotes mit verdaut und färbt den ausgeschiedenen Kot schwarz. Frische rötliche Blutspuren im Durchfall deuten eher auf eine Blutung im hinteren Dickdarm der Katze hin.

Durchfall bei Katzen: Was hilft?

Es gibt kein Allheilmittel gegen Durchfall bei Katzen, da die Ursachen zu vielfältig sind. Ein paar grundlegende Tipps und Hausmittel helfen allerdings, kleinere Probleme mit Durchfall wieder in den Griff zu bekommen. 

Bei Unsicherheit, einem schlechten Allgemeinbefinden der Katze oder anhaltenden Problemen sollte dennoch unbedingt ein Tierarzt zurate gezogen werden. Je früher die Krankheit und ihre Ursache richtig erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen.

Je nachdem, welche Ursache der Durchfallerkrankung zugrunde liegt, schließt sich eine bestimmte Form der Behandlung von Katzen mit Durchfall an. Mit absteigender Häufigkeit existieren unter anderem folgende Ursachen:

  • Darmparasiten, oft Giardien
  • Futtermittelallergie oder Futterumstellung
  • Stress
  • Infektionen mit Bakterien
  • Vergiftungen
  • Behandlung mit Antibiotika oder Wurmmitteln

Durchfall aufgrund von Darmparasiten: Was tun?

Anders als bei Hunden spielen Bandwürmer bei Katzen als Ursache von Durchfall eher eine untergeordnete Rolle. Stattdessen tritt häufiger ein Befall mit Parasiten, besonders den sogenannten Giardien, auf. Giardien lösen milde bis schwere Durchfälle aus, die meist lange anhalten oder auch immer wieder auftreten. Mitunter ist der wässrige Durchfall gelblich verfärbt oder ähnelt einem Kuhfladen.

Bei jedem unstillbaren Durchfall sollte der Verdacht auf Giardien bestehen. Ein Tierarzt kann mittels mehrerer Kotproben den Befall feststellen. Giardien haben teilweise schon erhebliche Resistenzen entwickelt und sind für einige angewandte Medikamente nicht mehr so empfindlich. Zurzeit hat sich in der Praxis eine mehrmalige Behandlung mit Metronidazol durchgesetzt.

Außerdem gibt es einige homöopathische Mittel auf dem Markt, die Giardien wirksam bekämpfen sollen. Ihre Wirkung wurde nicht durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen, wird aber durch einige Käufer im Internet bestätigt. Der Tierarzt kann zu der Verwendung dieser Mittel beraten.

Wichtig: Manche Varianten der Giardien befallen neben den Tieren auch den Menschen und können Kopfschmerz und Durchfälle auslösen. Eine normale Hygiene mit regelmäßigem Händewaschen reicht grundsätzlich aber aus, um eine Ansteckung des Menschen zu verhindern.

Futterbestandteile als Ursache

Katzen sind nicht nur wählerisch hinsichtlich ihres Futters, sie reagieren manchmal auch tatsächlich auf Futterbestandteile, die im Darm eine Art allergischer Entzündung auslösen können.

Vor allem junge Katzen leiden häufiger an Durchfall. Bei Futterumstellung oder dem Absetzen von der Muttermilch auf festes handelsübliches Katzenfutter findet eine drastische Veränderung für den Darm statt, an die sich der Körper erst gewöhnen muss. Gerade bei jungen Tieren muss Durchfall, der länger als zwei bis drei Tage besteht, genau untersucht werden, da er lebensbedrohlich sein kann.

Bei älteren Katzen sind eher ungewohnte Futtermittel eine mögliche Ursache für Durchfall. Kuhmilch oder Tischreste wie gewürzte, fettige oder sehr salzige Speisen sind für den Verdauungstrakt der Katzen ungeeignet. Feucht- oder Trockenfutter, die viel Getreide enthalten, können bei manchen Katzen eine Unverträglichkeit erzeugen, die sich durch Durchfall äußert.

Was tun bei Durchfall aufgrund von Futter?

Leidet eine Katze an Durchfall, sollte zunächst die bisherige Fütterung gründlich auf eventuelle Veränderungen überprüft werden. Im einfachsten Fall schafft eine erneute Futterumstellung oder auch eine Ausschlussdiät mit einem Verzicht auf zusätzliche Leckerbissen Abhilfe.

Auch faserreiche Futtermittel können bei Katzen zur Behandlung von Durchfall unterstützend eingesetzt werden. Sie binden nicht nur das Wasser im Darm und festigen so den Kot, sondern haben indirekt auch noch einen positiven Einfluss auf die Darmschleimhaut. 

Solche speziellen Futtermittel für Katzen können im Handel oder beim Tierarzt erworben werden. Alternativ eignen sich als Hausmittel gekochte Kartoffeln oder gekochtes Hähnchenfleisch, deren Schmackhaftigkeit mit etwas Magerquark erhöht werden kann.

Wichtig: Der Katze muss bei faserreicher Fütterung ständig ausreichend Wasser angeboten werden, um Verstopfungen vorzubeugen. Wenn der Durchfall nach dem Absetzen des Futters erneut auftritt oder der allgemeine Zustand der Katze sich verschlechtert, sollte ein Tierarzt zurate gezogen werden. Dies gilt auch, wenn eine Futterumstellung keine Wirkung bei der weiter von Durchfall geplagten Katze zeigt.

Durchfall durch Stress bei Katzen

Wenn Katzen in ungewohnte Situationen gebracht werden, kann dies wie bei anderen Tieren und dem Menschen zu Aufregung, Stress und Durchfall führen. Fremde Personen oder Tiere im Haushalt, ungewohnte und laute Geräusche durch Bauarbeiten oder gar ein Umzug können kurzfristig Durchfall bei Katzen auslösen. 

In diesem Fall lässt sich die Ursache manchmal nicht beseitigen. Um die Katze während der Durchfallerkrankung zu unterstützen, kann ausreichend Wasser und qualitätsvolles Feucht- oder Trockenfutter angeboten werden. Ein möglichst normaler und ruhiger Umgang mit der Katze mildert den Stress und den dadurch ausgelösten Durchfall. Bessert sich der Durchfall nicht innerhalb von etwa zwei Tagen, sollte ein Tierarzt mögliche andere Ursachen für die Durchfallerkrankung abklären und entsprechend behandeln.

Durchfall aufgrund einer Infektion mit Bakterien

Ein durch Bakterien wie Clostridien oder Salmonellen bedingter Durchfall ist bei Katzen verhältnismäßig selten. Gerade wenn jedoch zusätzlich zu wässrigem, teils stinkendem Kotabsatz auch noch Fieber und Mattigkeit auftreten, ist an eine bakterielle Infektion zu denken. 

Bei Verdacht auf bakterielle Erreger sollte die Katze sorgfältig von einem Tierarzt untersucht und je nach Krankheitsbild mit antibiotischen Medikamenten und Infusionen behandelt werden. Eine faserreiche Fütterung kann auch in diesem Fall nützen, wenn sie mit dem Tierarzt abgesprochen wird.

Vergiftungen als Ursache von Durchfall

Vergiftungen umfassen ein weites Feld an möglichen giftigen Stoffen, die von Katzen aufgenommen werden können. Pflanzendünger, Desinfektions- oder Putzmittel verursachen je nach Menge und Art der Chemikalie eher mildere bis schwere Allgemeinstörungen. Neben Durchfall treten häufig auch Fieber, Schwäche, blasse Schleimhäute, Erbrechen und eine erhöhte Herzfrequenz als typische Anzeichen einer Vergiftung auf. 

Bei Verdacht auf Vergiftungen sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Hilfreich ist es, wenn das vermutlich aufgenommene Mittel oder dessen Verpackung mitgebracht werden kann. 

Die Gabe von Kohletabletten ist bei Vergiftungen weit verbreitet, ohne dass ihre Wirksamkeit letztendlich bewiesen ist. Das Prinzip beruht darauf, die im Darm vorhandenen Giftstoffe zu binden, um ihre schädigende Wirkung zu verhindern. Daher müssen die Tabletten bereits in den ersten Stunden nach der Vergiftung verabreicht werden, bevor die Chemikalien in die Schleimhaut aufgenommen worden sind.

Durchfall nach Antibiotika und Wurmkur

Antibiotika können auch bei Katzen die natürliche Darmflora durcheinanderbringen. Durch Antibiotika werden Bakterien, die im Darm bei der Verdauung helfen, abgetötet und durch andere Keime verdrängt. Daraus kann bei Katzen eine Verdauungsstörung mit Durchfall oder gar eine Infektion mit Durchfallerregern resultieren. Ähnliches spielt sich bei der Behandlung von Katzen mit Wurmmitteln ab. Auch nach einer Wurmkur treten bei Katzen manchmal eine Schleimhautreizung und auch Durchfall auf.

Entwurmungen sind wichtig und sollten unbedingt auch bei Hauskatzen regelmäßig nach Absprache mit dem Tierarzt durchgeführt werden. Zeigt eine Katze sich empfindlich auf ein Wurmmittel, ist es möglicherweise sinnvoll, dieses zu wechseln.

Grundsätzlich kann auch, ebenso wie nach längerer oder hochdosierter Gabe von Antibiotika, nach der Entwurmung eine Darmsanierung durchgeführt werden. Hierbei werden durch spezielle, teils auch homöopathische Präparate die Regeneration der Schleimhaut und das Wachstum der normalen Darmflora unterstützt. Ein Tierarzt kann dazu beraten.

Aktualisiert: 25.05.2018 – Autor: Nicole Kreutzfeldt

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