Katzenseuche: Panleukopenie der Katze

Feline Panleukopenie oder Katzenseuche ist eine schwere Erkrankung, die bei jungen Katzen tödlich verlaufen kann. Ältere Katzen zeigen häufig keine Symptome.

Katzenseuche kann durch Nasenkontakt übertragen werden © istockphoto, Mariia17

Feline Panleukopenie, Katzenseuche, Katzenstaupe, Katzenpest oder infektiöse Enteritis – all dies sind Bezeichnungen für dieselbe schwere Erkrankung bei Katzen, die zu starkem Durchfall und häufig zum Tod führen kann. Ausgelöst wird die Katzenkrankheit durch einen Erreger, das feline Panleukopenie-Virus (FPV), auch felines Parvovirus genannt. Lesen Sie hier, welche Symptome die Katzenseuche verursacht, wie die Krankheit behandelt wird und welchen Schutz eine Impfung bieten kann.

Wie infiziert sich eine Katze mit der Katzenseuche?

Das FPV kann Katzen jeden Alters befallen – die typischen Symptome zeigen sich jedoch nur bei jungen Katzen von sechs Wochen bis vier Monaten. Ist die Mutterkatze gegen das feline Panleukopenie-Virus geimpft, gibt sie ihren Schutz durch die Muttermilch an die jungen Katzenwelpen weiter. Dieser hält jedoch nur wenige Wochen. Wird die junge Katze dann nicht geimpft, kann es zu einer Infektion kommen. 

Bei älteren Katzen, auch wenn sie nicht geimpft sind, verläuft eine FPV-Infektion häufig ohne Symptome. Für diese Katzen selbst ist die Infektion meist ungefährlich, sie scheiden aber dennoch Viren aus, an denen sich junge Katzen leicht anstecken können.

Unbemerkt kann das Virus über das Maul oder die Nase einer Katze eindringen und sich dort in der Schleimhaut vermehren. Die Übertragung findet direkt von Katze zu Katze, aber auch von Marder oder Waschbär zu Katze statt. Die Ansteckung erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Urin, Nasensekret oder auch über Kot. 

Außerdem gibt es eine indirekte Übertragung über mit Viren infizierte Katzenklos oder Liegeplätze und auch Parasiten und Insekten können Überträger sein. Eine Infektion von Hunden zu Katzen ist sehr selten.

Ausbreitung des Virus im Körper der Katze

Symptome der Katzenseuche treten bei Katzenwelpen schon nach drei bis fünf Tagen Inkubationszeit auf. Das Virus verteilt sich währenddessen über die Blutbahn und erreicht das Knochenmark, den Darm und die Organe der Immunabwehr, wie Lymphknoten. Dort kann es sich in Zellen stark vermehren und diese dabei zerstören. 

Der Darm und das Knochenmark werden besonders häufig durch die Vermehrung des Erregers im Körper geschädigt. Der Befall des Darms führt bei den betroffenen Katzen zu Durchfall.

Das befallene Knochenmark kann keine weißen Blutkörperchen mehr produzieren. Der dadurch verursachte Mangel von weißen Blutkörperchen heißt Panleukopenie und gibt der Erkrankung ihren Namen.

Wie erkenne ich eine feline Panleukopenie?

Bei jungen Katzen ist der Verlauf der Katzenseuche oft dramatisch. Die Anzeichen unterscheiden sich je nach Immunstärke der Katze und Menge des aufgenommenen Virus. 

Man unterscheidet drei Verlaufsformen der felinen Panleukopenie, die unterschiedliche Symptome verursachen:

  1. Perakuter Verlauf: Hierbei sterben junge, schwache Katzen innerhalb weniger Stunden, ohne vorher Symptome gezeigt zu haben.
  2. Akuter Verlauf: Die jungen Katzen wirken matt bis apathisch und fressen nicht mehr. Nach ein bis zwei Tagen kommt es zu dünnflüssigem Durchfall. Dadurch entsteht schnell ein starker Flüssigkeitsverlust, der häufig tödlich endet.
  3. Subakuter Verlauf: Ist eine junge Katze weniger stark vom felinen Panleukopenie-Virus betroffen, können sich milde Durchfälle über mehrere Wochen hinziehen. Das Tier wird immer schwächer und die Durchfälle enthalten große Mengen der Viren, an denen sich andere Katzen anstecken können. Die lange andauernden Durchfälle schädigen den Darm. Im vom Virus geschädigten Darm können sich zudem Bakterien ansiedeln und den Krankheitsverlauf verlängern.

Erkranken trächtige Katzen an Katzenseuche, kann es zu Kleinhirnmissbildungen der Katzenbabys im Mutterleib oder gar zu einem Verlust der Welpen kommen.

Durchfälle und Schwäche bei jungen Katzen können auch andere Ursachen haben. Andere mögliche Auslöser sind zum Beispiel Toxoplasmose oder feline Coronaviren. Ihr Tierarzt kann Ihnen hier helfen, genau zu unterscheiden, was Ihrer Katze fehlt.

Was tun bei Verdacht auf Katzenseuche?

Fallen junge Katzen mit Durchfall und Mattigkeit auf und ist die Mutterkatze nicht gegen FPV geimpft, sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Tierkliniken haben auch an Feiertagen und Wochenenden geöffnet. 

Rufen Sie dort an, bevor Sie sich auf den Weg machen, damit die Tierärzte alles für die Behandlung Ihre Katzen vorbereiten können.

Behandlung von Katzenseuche

Die Behandlung von feliner Panleukopenie ist sehr schwierig. Das Virus kann nicht mithilfe von Antibiotika bekämpft werden, da diese nur gegen Bakterien wirken. 

Betroffene Katzen müssen von einem Tierarzt unter strengen hygienischen Auflagen intensiv versorgt werden. Dadurch kann der Tod der jungen Katze eventuell verhindert werden. Eine vollständige Heilung ist nur möglich, wenn die medizinische Versorgung früh einsetzt und der Katzenwelpe nicht stark befallen ist.

Desinfektion kann Übertragung vorbeugen

Das feline Panleukopenie-Virus ist sehr resistent. Über Durchfall oder Körperflüssigkeiten ausgeschieden ist es unempfindlich gegenüber normalen Desinfektionsmittel. Eine Desinfektion muss mit speziellen gegen FPV wirksamen Desinfektionsmitteln durchgeführt werden. Ihr Tierarzt kann Sie beraten, welches Mittel geeignet ist. 

Ohne eine solche Desinfektion bleibt das Virus über ein Jahr lang ansteckend, sodass andere Katzen sich auch dann noch infizieren können. Erkrankte Katzen können auch nach einer Heilung noch mehrere Wochen lang Viren ausscheiden. 

Eine Desinfektion mit entsprechenden Mitteln sollte also immer Teil einer Behandlung von Katzenseuche sein. Alle Liegestellen und Fressplätze müssen dabei gründlich desinfiziert werden. Katzenkörbchen, Decken und Fressnäpfe sollten entsorgt werden. 

Bei einem Ausbruch von Katzenseuche bei einer Freigängerkatze sollten die Besitzer von benachbarten Katzen informiert werden, damit diese eine eventuell versäumte Impfung bei ihrem Tier rechtzeitig nachholen können.

Nicht ansteckend für Menschen und Hunde

Das feline Panleukopenie-Virus gehört zu der Familie der Parvoviren und ist verwandt mit dem Parvovirus, das bei Hunden Parvovirose verursacht. Früher nahm man an, dass beide Viren so eng miteinander verwandt sind, dass die Gefahr einer Ansteckung von Hunden mit FPV besteht. Neue Untersuchungen konnten jedoch zeigen, dass FPV nicht ansteckend für Hunde ist, obwohl sich die Viren sehr ähneln.

Für den Menschen ist das feline Panleukopenie-Virus ungefährlich. FPV ist damit keine Zoonose, also keine von Tier zu Mensch übertragbare Krankheit. 

Vorbeugen durch Impfung

Eine Impfung ist die beste Wahl zum Schutz vor feliner Panleukopenie. Es stehen verschiedene Impfstoffe zur Wahl. Generell unterscheidet man zwei Arten von Impfstoffen: 

  1. Attenuierte Lebendimpfstoffe: Für diese Impfstoffe wird das gesamte Virus so bearbeitet, dass es keine Erkrankung mehr auslösen kann. Durch attenuierte Lebenimpfstoffe entsteht sehr schnell eine starke Immunantwort und somit ein Schutz gegen die Katzenseuche. Sie sollten jedoch nicht bei tragenden Katzen eingesetzt werden, da es zu Entwicklungsstörungen der Katzenwelpen im Mutterleib kommen kann.
  2. Inaktivierte Impfstoffe: Bei inaktivierten Impfstoffen werden nur ungefährliche Bruchstücke des Virus verabreicht. Durch Fortschritte in der Impfstoffherstellung sind inaktivierte Impfstoffe gegen FPV heute fast genauso leistungsstark wie attenuierte Impfstoffe. Außerdem können inaktivierte Impfstoffe auch bei tragenden Tieren verwendet werden.

Impfungen gegen FPV sind sehr sicher. Das Auftreten von Nebenwirkungen ist sehr unwahrscheinlich. Dass es trotz Impfungen zu einem Ausbruch von feliner Panleukopenie kommt, ist selten.

Die Kosten einer solchen Impfung sind sehr gering – meist wird die Impfung gegen FPV in Verbindung mit einem Check-up und einer Entwurmung verabreicht.

Wann sollte ich meine Katze impfen?

Junge Katzen sollten im Alter von acht bis neun Wochen und erneut in der zwölften Woche geimpft werden. Nur wenn sehr viele Katzen zusammenleben, wie in Tierheimen, müssen sie ein drittes Mal geimpft werden. Danach folgt die jährliche Auffrischungsimpfung, die für alle Katzen empfohlen ist.

Die meisten verfügbaren Impfstoffe für Katzen enthalten Mischungen aus attenuierten Lebendimpfstoffen und inaktivierten Impfstoffen für mehrere Erkrankungen. So muss die junge Katze weniger Spritzen erhalten. Purevax® RCP ist ein Beispiel für eine solche Impfung.
 
Ihr Tierarzt berät Sie gerne, welcher Impfstoff für Ihre Katze am besten geeignet ist, um einer Infektion mit der Katzenseuche wirksam vorzubeugen.

Aktualisiert: 02.10.2017 – Autor: Karim Montasser

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