Metacam® – Dosierung, Wirkung & Nebenwirkungen des Schmerzmittels

Metacam® ist ein Schmerzmittel für Hunde, Katzen und Pferde. Die richtige Dosierung und Anwendung des Medikaments ist wichtig für den Behandlungserfolg.

Hund erhält Metacam®-Spritze © istockphoto, AndreyPopov

Entzündungen und Schmerzen gehören zu den häufigeren Problemen von Haustieren, mit denen Tierbesitzer konfrontiert werden. Um Schmerzen bei Hunden, Katzen oder Pferden effektiv zu behandeln, wurden verschiedene Schmerzmittel entwickelt, die – insbesondere bei Hunden – in Form von Tabletten oder Suspensionen angewendet werden können. Zu den am weitesten verbreiteten Schmerzmitteln gehört Metacam®, das bei einer Vielzahl von Beschwerden wie Prellungen oder chronischen Lahmheiten bei Hunden zum Einsatz kommt. Erfahren Sie hier, wie Sie Metacam® richtig anwenden und was Sie bei der Gabe von Metacam® beachten sollten. Die Informationen beziehen sich vorrangig auf die Anwendung beim Hund, doch auch Anwendungsfälle bei Katzen und Pferden werden behandelt.

Was ist Metacam®?

Metacam® ist ein in der Tiermedizin häufig verwendetes Medikament, das vor allem als Schmerzmittel für Hunde und zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt wird. Auch als Schmerzmittel für Katzen und Pferde findet Metacam® Anwendung. Der wichtigste medizinische Bestandteil von Metacam® ist der Wirkstoff Meloxicam.

Was bewirkt Metacam®?

Der in Metacam® enthaltene Wirkstoff Meloxicam gehört zu den nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAIDs). NSAIDs hemmen die Bildung bestimmter Entzündungsstoffe (Prostaglandine) im Körper. 

Prostaglandine spielen eine wesentliche Rolle bei vielen verschiedenen biochemischen Abläufen im Körper. Vor allem ihre entzündungsfördernde Wirkung ist für die Tiermedizin relevant. Während einer Entzündung werden vermehrt Prostaglandine im Körper ausgeschüttet und tragen maßgeblich zu den typischen Symptomen wie Wärme, Rötung und Schwellung bei. 

Prostaglandine führen außerdem über bestimmte chemische Prozesse zu einer Reizung der Nervenbahnen, die vom Tier als Schmerz wahrgenommen wird.

NSAIDs unterdrücken die Entstehung der Prostaglandine. Somit reduzieren sie die Entzündung und linderen auch die dabei empfundenen Schmerzen. 

Metacam® als Medikament für Hunde wirkt deshalb

  • schmerzlindernd und
  • entzündungshemmend.

Wann gibt man Metacam®?

Metacam® findet als Schmerzmittel für Hunde häufig Anwendung bei:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates, beispielsweise bei Verletzungen, Zerrungen, Prellungen oder auch Gelenksentzündungen
  • Schmerzen, vor allem bei Lahmheiten oder im Zuge einer Operation

Metacam® ist wenig geeignet zur Behandlung von Schmerzen, die durch Erkrankungen oder Entzündungen der inneren Organe entstehen (beispielsweise Schmerzen im Magen- oder Darmbereich). Diesen sogenannten visceralen Schmerz kann Metacam® grundsätzlich nicht effektiv lindern. Hier wirken andere Medikamente, die Opioide enthalten (beispielsweise Methadon oder Fentanyl), deutlich besser. 

Rimadyl® oder Metacam®?

Grundsätzlich haben die verschiedenen Wirkstoffe aus der Gruppe der NSAIDs ein ähnliches Anwendungsgebiet und eine vergleichbare Wirkung. In speziellen Fällen führen jedoch manche Wirkstoffe zu schnelleren Erfolgen und langfristig besseren Ergebnissen als andere. 

Für die Behandlung chronischer, degenerativer Gelenksentzündungen bei Hunden (Osteoarthritis) hat sich beispielsweise Rimadyl® mit dem Wirkstoff Carprofen als erste Wahl in der Tiermedizin etabliert. Rimadyl® wird von Hunden auch bei längerer Gabe gut vertragen und lindert Schmerzen effektiv.

Wo kann man Metacam® kaufen?

Metacam® ist ein verschreibungspflichtiges Tierarzneimittel und als solches entweder direkt vom Tierarzt zu beziehen oder in Apotheken gegen Vorlage eines tierärztlichen Rezeptes zu kaufen. Mittlerweile bieten auch Versandapotheken Metacam® online an. Das Medikament wird jedoch grundsätzlich nicht rezeptfrei an Tierbesitzer abgegeben. 

Die Preise für Metacam® variieren je nach Herstellungsart (Tabletten oder Suspension). Eine Packung mit 84 Kautabletten für Hunde zu je 1 mg Wirkstoff kostet etwa 40 Euro. 

Verwenden Sie keine für den menschlichen Gebrauch hergestellten Medikamente für Hunde oder Katzen. Manche Schmerzmittel, die für den Menschen geeignet sind, werden von Tieren nicht vertragen. Paracetamol beispielsweise führt bei Katzen zu schweren Vergiftungen und mitunter zum Tod.

Dosierung von Metacam® – wie viel und wie oft?

Die Dosierung und die Häufigkeit der Gabe von Metacam® als Schmerzmittel hängen von der Art der Erkrankung und dem Ausmaß eventueller Entzündungen und Verletzungen ab. Generell wird für Hunde eine Dosierung von 0,2 mg pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Das entspricht zwei Tabletten (eine Tablette enthält meist 1 mg Meloxicam, siehe Verpackung) für einen 10 Kilogramm schweren Hund, einmal täglich. 

Die meisten Tabletten lassen sich gut halbieren, um die Dosis individuell anzupassen. Alternativ ist Metacam® auch als eine Suspension für Hunde erhältlich, die sich besonders für kleine Hunde noch besser dosieren lässt. Tierärzte verwenden häufig auch eine Injektionslösung für die Erstbehandlung.

Wie kann man das Medikament verabreichen?

Kautabletten mit Metacam® lassen sich den Hunden gut direkt ins Maul oder wie die Suspension über das Futter verabreichen. Je nach Herstellungsart des Medikamentes, Anweisung des Tierarztes und Gewicht des Hundes liegt die tägliche Menge meist bei 1 bis 2 Tabletten. 

Wie lange muss Metacam® verabreicht werden?

Eine Behandlung mit Metacam® dauert in der Regel mindestens drei bis vier Tage. In diesem Zeitraum sollte bereits eine Besserung zu beobachten sein. Zeigt der Hund auch nach etwa 10 Tagen Behandlung keine Besserung, sollte die Behandlung abgebrochen und mit dem Tierarzt über eine alternative Therapie mit anderen Medikamenten gesprochen werden.

Nebenwirkungen von Metacam® sind eher selten

Da Prostaglandine nicht nur bei der Entstehung von Schmerzen und Entzündungen, sondern auch bei der ausreichenden Durchblutung von Nieren und Magenschleimhaut eine wichtige Rolle spielen, kann eine überhöhte und lange Anwendung von NSAIDs wie Meloxicam zu einer Schädigung dieser Organe führen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Metacam® bei Hunden gehören daher:

  • Magengeschwüre
  • Nierenentzündungen
  • akutes Nierenversagen

Unerwünschte Wirkungen nach der Gabe von Metacam® treten bei Hunden eher selten und erst bei wiederholten, sehr hohen Dosierungen auf. Metacam® wirkt bis zu einem gewissen Grad selektiv. Das Medikament hemmt dadurch hauptsächlich die Bildung entzündungsfördernder Prostaglandine. Die Synthese anderer, für die Durchblutung der Organe wichtiger Prostaglandine wird hingegen weniger oder kaum gestört. Nebenwirkungen sollen dadurch deutlich reduzieren werden, auch wenn manche Studien keinen großen Unterschied zwischen selektiven und nicht selektiven NSAIDs finden konnten.

Symptome bei Nebenwirkungen von Metacam®

Besonders bei lang andauernder Behandlung mit Metacam® sollten Sie auf mögliche Nebenwirkungen bei Ihrem Hund achten. Folgende Symptome können bei Hunden auf eine von Metacam® oder anderen NSAIDs verursachte Erkrankung hindeuten:

Die meisten Nebenwirkungen treten ungefähr ein bis zwei Wochen nach Beginn der Behandlung mit Metacam® oder anderen NSAIDs auf und verschwinden wieder, sobald die Behandlung abgebrochen wird. 

Wann sollte man Metacam® nicht anwenden?

Wenn möglich, sollten Sie Metacam® nicht anwenden bei:

  • Hunden mit bestehenden Nieren- oder Leberproblemen, oder solchen mit einem empfindlichen Magen
  • Hunden mit starkem Blut- oder Flüssigkeitsverlust (Anämie beziehungsweise Dehydration)
  • Hunden, bei denen eine Überempfindlichkeit gegen Metacam® nachgewiesen ist
  • Hunden, die jünger als sechs Wochen sind oder bei Hunden mit einem Körpergewicht unter vier Kilogramm
  • sehr alten Hunden, da diese generell anfälliger für eine Schädigung der Niere sind. Sollte eine Behandlung trotzdem nötig sein, ist eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion durch Blutuntersuchungen sinnvoll.

Vermeiden Sie die gleichzeitige Gabe von Metacam® mit anderen NSAIDs, da in diesen Fällen verstärkte oder zusätzliche Nebenwirkungen auftreten können. Die Medikamente für Hunde sind nicht immer für Katzen geeignet. Verwenden Sie daher kein für Hunde verschriebenes Metacam® bei Katzen, ohne zuvor Rücksprache mit einem Tierarzt zu halten.

Metacam® für Katzen, Pferde und Kaninchen

Das Medikament Metacam® wird auch bei Heimtieren wie Kaninchen sowie bei Katzen und Pferden ähnlich wie beim Hund zur Schmerzbekämpfung eingesetzt. Auch bei diesen Tieren steht die Behandlung von Lahmheiten und generell Schmerzen des Bewegungsapparates im Vordergrund. 

Dabei unterscheiden sich die Dosierung und zum Teil auch die Art der Verabreichung des Medikamentes:

  • Bei Kaninchen wird Metacam® nicht intravenös, sondern oral (ins Maul oder über das Futter) oder unter die Haut (subkutan) verabreicht. Die Dosierung von Metacam® bei Kaninchen ist nicht einheitlich. Tierärzte verwenden zwischen 0,3 mg und 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht als Tagesdosis.
  • Metacam® wird bei Katzen meist oral oder auch subkutan gegeben. Die üblichen Dosierungen entsprechen etwa denen bei Hunden und liegen bei 0,1 mg bis 0,2 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Langzeittherapie sollte bei Katzen unbedingt unter Kontrolle der Blut- und Nierenwerte erfolgen.
  • Metacam® spielt bei der Behandlung von Pferden im Vergleich zu anderen NSAIDs (zum Beispiel Flunixin-Meglumin, Phenylbutazon oder Metamizol) eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch wird Metacam® auch bei Pferden zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Häufig erfolgt die erste Gabe vom Tierarzt intravenös und wird anschließend mit einem oral zu verabreichenden Präparat fortgesetzt. Die übliche Dosierung liegt bei etwa 0,6 mg pro Kilogramm Körpergewicht.
Aktualisiert: 04.09.2018 – Autor: Nicole Kreutzfeldt

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