Husten beim Pferd – Ursachen und Behandlung

Husten kann bei Pferden aus verschiedenen Gründen auftreten. Mögliche Ursachen sind Infektionen oder Allergien. Die Behandlung richtet sich nach dem Auslöser.

Pferd hustet © istockphoto, virgonira

Husten ist bei Pferden ein weitverbreitetes Problem mit vielen möglichen Ursachen und noch mehr möglichen Behandlungsansätzen. Hier erfahren Sie, wie Sie den Grund für das Husten Ihres Pferdes erkennen, wann der Tierarzt gerufen werden sollte und welche Möglichkeiten zur Therapie bei Pferdehusten bestehen.

Chronischer oder akuter Husten?

Hustet ein Pferd, benötigt der Tierarzt Informationen zur Dauer und Art des Hustens sowie zu den konkreten Situationen, in denen der Husten auftritt. Dies kann helfen, die Ursache zu finden und so die richtige Behandlung festzulegen.

Zuerst sollte geklärt werden, ob der Husten erst seit kurzem auftritt (akuter Husten), oder ob das Problem schon länger besteht (chronischer Husten). Wenn der Husten schon seit längerer Zeit bemerkt wird, ist es auch wichtig, dem Tierarzt zu sagen, ob sich der Husten in dem Zeitraum verändert hat, da auch dies zur Bestimmung der Ursache beitragen kann.

Trockener Husten oder mit Auswurf?

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Suche nach der Ursache des Pferdehustens ist, ob der Husten eher trocken klingt, oder ob das Pferd dabei Schleim abhustet, der dann entweder in der näheren Umgebung oder noch an der Pferdenase zu finden ist. 

Dies wird als "Husten mit Auswurf" bezeichnet und kann auf eine bakterielle Infektion, eine chronisch obstruktive Bronchitis oder andere Ursachen hindeuten. Dies ist wiederum von der Art des Auswurfs abhängig.

Wann tritt der Husten beim Pferd auf?

Wenn Sie die Ursache für den Husten herausfinden wollen, ist es wichtig, sich klarzumachen, in welchen Situationen das Pferd hustet. Hustet es also eher wenn es gerade Futter bekommen hat oder vor allem bei Anstrengung, zum Beispiel beim Reiten? Tritt der Husten immer mal wieder oder sogar fast durchgehend auf?

Zudem sollten Sie beobachten, ob das Pferd nur einmal abhustet und dann nicht mehr, wie zum Beispiel häufiger zu Beginn von Bewegungseinheiten (was in der Regel kein Problem darstellt), oder ob es regelrechte Hustenanfälle hat, beispielsweise wenn gerade Heu verteilt wurde.

Wann man besonders aufpassen sollte

In manchen Situationen sollte man besonders wachsam sein. Wenn das Pferd vermehrt Stress hat sowie bei abrupten Wetterumschwüngen oder Umstellungen der Haltungsbedingungen ist es ratsam, häufiger auf Husten zu achten, um eine schnelle Erkennung zu gewährleisten.

Es ist also gut, wenn man das Pferd in verschiedenen Situationen, beispielsweise während und unmittelbar nach dem Füttern, beim Reiten und oder Weidegang noch etwas beobachtet, um im Falle von auftretendem Husten schnell reagieren zu können.

Auch nach einer Impfung oder im Fellwechsel ist ein Pferd immer anfälliger für jegliche Erkrankungen, häufig auch für Husten.

Was tun, wenn das Pferd hustet?

Grundsätzlich sind die Beobachtungen durch den Besitzer für die Suche der Ursache und die Behandlung bei Pferdehusten besonders wichtig. Sobald Sie bemerken, dass Ihr Pferd mehr hustet als es normalerweise der Fall sein sollte, ist es ratsam, einen Tierarzt hinzuzuziehen. Er kann Ihnen bei der Unterscheidung der verschiedenen Arten von Husten helfen und wenn nötig die passende Therapie einleiten. 

Ursachen und Behandlung von Pferdehusten

Es gibt verschiedene Ursachen für Husten beim Pferd. Dazu gehören:

  • Allergien (chronisch obstruktive Bronchitis, Pollenallergie etc.)
  • virale Infektionen
  • bakterielle Infektionen

Die Therapie richtet sich stets nach den Ursachen. Zu den häufigsten Formen der Behandlungen von Pferdehusten zählen:

  • Weitstellen der Bronchien (also Lockern der verkrampften Bronchienmuskulatur) mithilfe von Medikamenten (Wirkstoff: Clenbuterol)
  • Schleim lösen mithilfe von Medikamenten (Wirkstoff: Dembrexin) oder Kräutern (Fenchel)

Allergischer Husten beim Pferd

Der allergische Husten tritt oft bei Pferden mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COB) auf. Hierbei reagiert das Pferd auf Umweltallergene, die vor allem in Futter auftreten. Eine große Rolle spielen hierbei Pilze und Bakterien, die meist in staubigem Heu zu finden sind.

Allergischer Husten ist in der Regel ein chronischer Husten, der eher trocken ist und vermehrt nach der Fütterung von trockenem, staubigem Heu auftritt. 

Behandlung von allergischem Husten

Die Behandlung eines durch Allergie verursachten Hustens ist meist schwierig und konzentriert sich vor allem auf die Haltung des Pferdes. Es sollte möglichst staubarm gehalten werden, das Heu sollte vor dem Füttern gewässert werden und das Pferd sollte viel frische Luft ohne Zugluft bekommen.

Eine Behandlung mit Antihistaminika oder eine Desensibilisierung sind beim Pferd nur als letztes Mittel zu empfehlen. Da die meisten Pferde auf Antihistaminika nur schlecht oder gar nicht reagieren, sollte dies nur versucht werden, wenn schon alle anderen Therapien erfolglos geblieben sind. 

Die Desensibilisierung gilt zurzeit für Pferde als noch nicht ausgereift, denn die hierfür benötigten Stoffe sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht weit genug aufgeschlüsselt. Daher sollte auch die Desensibilisierung nur versucht werden, wenn alles andere ohne Erfolg geblieben ist.

Akuter Husten mit Auswurf

Plötzlich auftretender Husten mit Auswurf und einem verschlechterten Allgemeinzustand des Pferdes sprechen eher für eine Infektion. Hier sind also oft Erreger wie Bakterien, Viren oder auch Lungenwürmer Ursache des Hustens.

In solchen Fällen verschreibt der Tierarzt meist Medikamente. Bei einer bakteriellen Infektion ist es sinnvoll, ein Antibiotikum zu geben. Wenn ein Pferd hustet und dabei Schleim bemerkt wird oder der Husten feucht klingt, wird zudem oft ein Schleimlöser wie Sputolysin® als Hustenmittel verabreicht. 

Allerdings wird dringend geraten, vor der Gabe eines Hustenmittels den Tierarzt zurate zu ziehen. Ein Pferd mit Husten ohne Rücksprache selbst zu behandeln, ist nicht empfehlenswert. Denn so werden vielleicht die notwendige Gabe eines Antibiotikums oder weitere Untersuchungen, zum Beispiel des Kehlkopfes, hinausgezögert.

Besonders die eigenständige Gabe von ACC oder auch normalem Hustensaft ist als Mittel gegen Pferdehusten nicht zu empfehlen, da die meisten Wirkstoffe bei Pferden anders verstoffwechselt werden als bei Menschen, sodass sie beim Pferd nicht richtig wirken können. 

Hausmittel zur Unterstützung der Behandlung

Natürlich kann der Pferdebesitzer die Behandlung des Hustens nach klarer Diagnose durch den Tierarzt mit Hausmitteln unterstützen – allerdings nur, wenn dies mit dem Tierarzt abgesprochen ist. Um den Schleim zu lösen, kann beispielsweise Tee zur Therapie des Tierarztes dazu gegeben werden. Fencheltee ist hierfür besonders gut geeignet.

Aber auch andere Kräuter eignen sich zur Unterstützung der Therapie von Pferdehusten. Bei Reizhusten oder einer Kehlkopfentzündung kann Kamille zur Beruhigung des Gewebes beitragen. Schwarzkümmelöl soll das Immunsystem stärken und könnte daher ebenfalls ein nützliches Mittel zur Unterstützung der Behandlung sein.

In Bezug auf Kräuter ist jedoch auch Vorsicht geboten. Häufig werden Zwiebeln in unterschiedlicher Verarbeitung, zum Beispiel als Zwiebelsaft, zur Behandlung von Husten empfohlen. Dies mag bei Menschen oft ein gutes Hausmittel gegen Husten sein, es ist aber wichtig zu beachten, dass Zwiebeln für Pferde giftig sind. Daher sollte von Zwiebelsaft oder ähnlichem unbedingt Abstand genommen werden.

Homöopathie gegen Pferdehusten

Homöopathie kann in Form von Globuli oder anderen Instrumenten ebenfalls unterstützend zur Therapie des Hustens eingesetzt werden. Doch auch homöopathische Mittel dürfen erst verabreicht werden, nachdem der Tierarzt eine Diagnose gestellt hat, da Pferde sehr empfindlich in Bezug auf Atemwegserkrankungen sind und die falsche Behandlung die Krankheit verschlimmern kann.

Schüßler-Salze® gegen Husten beim Pferd

Auch Schüßler-Salze® können unterstützend zur Therapie des Pferdehustens eingesetzt werden. Sie sollten jedoch genau wie die Homöopathie nicht als alleinige Therapie eingesetzt werden, da sie bei schweren Erkrankungen nicht ausreichend sind. 

Was tun, wenn der Husten nicht besser wird?

Wird trotz Behandlung der Husten des Pferdes nicht besser, sollte erneut der Tierarzt zurate gezogen werden.

In einem solchen Fall ist dann eventuell eine Bronchoskopie erforderlich, bei der eine sogenannte Spülprobe aus der Lunge entnommen wird (Bronchoalveoläre Lavage). Manchmal ist sogar die Entnahme einer Biopsie (Probe vom Lungengewebe) notwendig, um die Ursache des Hustens zu bestimmen und eine geeignete Behandlung des Pferdes zu ermöglichen.

Aktualisiert: 28.09.2018 – Autor: Ann Christin Leitow

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