Katzenleukose – Behandlung von FeLV

Leukose bei Katzen (FeLV) ist nicht heilbar. Dennoch kann die richtige Behandlung helfen, Folgeinfektionen vorzubeugen und die Lebenserwartung zu erhöhen.

Katze mit FeLV erhält Interferon-Injektion © istockphoto, demaerre

Eine Heilung von Katzenleukose ist nicht möglich, da die DNA des Felinen Leukosevirus (FeLV) unwiderruflich in die DNA der Körperzellen der erkrankten Katze eingebaut wird. Einmal angesteckt, tragen Katzen den Erreger lebenslang in sich. Ihre Lebenserwartung beträgt durchschnittlich drei Jahre.

Die Behandlung von an Leukose erkrankten Katzen ist deshalb auf die Bekämpfung der zahlreichen Folgeerkrankungen beschränkt. Das Behandeln gestaltet sich ebenso vielfältig und höchst individuell, wie es die zahllosen Infektionen sind, die sich aufgrund des geschwächten Immunsystems ausbreiten können. Therapie und Pflege dienen einzig dem Zweck, die Lebensqualität der Katze zu verbessern und im besten Fall die Lebenserwartung zu erhöhen.

Haltung von Katzen mit Leukose

Aufgrund ihres geschwächten Immunsystems sind Katzen mit Leukose um ein Vielfaches anfälliger für alle möglichen Infektionen. So infizieren sie sich häufig mit zahlreichen Umweltkeimen, die bei gesunden Katzen keine Krankheit auslösen würden. Zum Schutz der FeLV-positiven Katzen selbst, aber auch, um andere Tiere vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen, sollte die Haltung dementsprechend gestaltet werden.

Größere Gruppen von Katzen – beispielsweise in Tierheimen, Haushalten mit mehreren Katzen oder Zuchten – sollten zunächst systematisch auf FeLV getestet werden. Neue Tiere sollten hier immer erst unter Quarantäne gestellt und einem Test unterzogen werden, bevor sie den anderen Tieren zugeführt werden. Katzen, die positiv auf Leukose getestet wurden, sollten unbedingt aus der Gruppe entfernt werden.

Wohnungshaltung bei Katzenleukose

Katzen mit Feliner Leukose, die also das Feline Leukosevirus ausscheiden, sollten am besten als reine Wohnungskatzen ohne jede Möglichkeit zu beaufsichtigtem oder unbeaufsichtigtem Freigang gehalten werden. Da FeLV zumindest theoretisch (dies wurde bislang nur unter Laborbedingungen nachgewiesen) auch auf andere Haustiere übertragbar ist, empfiehlt sich außerdem eine Isolation von Hunden, Nerzen und kleinen Heimtieren.

Die reine Wohnungshaltung bringt hierbei mehrere Vorteile mit sich. Zum einen ist die Gefahr, sich mit verschiedensten Haus- und Umweltkeimen zu infizieren für immungeschwächte Katzen an sich deutlich erhöht – durch den Aufenthalt im Freien würde sie noch vervielfacht. Zum anderen stellt eine infizierte Katze eine erhebliche Ansteckungsgefahr dar und sollte deshalb auch zum Schutz anderer Tiere isoliert gehalten werden.

Zusätzlich ist eine Kontrolle von regelmäßiger Futter- und Wasseraufnahme bei Wohnungskatzen weitaus besser möglich. Dies ist vor allem bei Katzen mit Appetitlosigkeit sehr wichtig, um gefährliche Hungerzustände und Abmagerung zu verhindern. Auch die regelmäßige Gabe von Medikamenten wird bedeutend erleichtert.

Pflegerisch sollte kranken Katzen immer möglichst viel Ruhe und Zuwendung zuteilwerden, Stress ist bestmöglich zu vermeiden.

Zum Schutz vor Ansteckung anderer Katzen sollte die Wohnung möglichst sauber und hygienisch gehalten werden. Regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Futternäpfen, Katzentoilette, Kratzbaum, Decken, Spielzeug etc. sind ratsam. Da der Erreger der Leukose in der Umwelt nicht besonders lange überleben kann, sind gewöhnliche Haushaltsmittel bestens geeignet.

Schulmedizinische Therapie bei Leukose

Einen gewissen Erfolg bei der Therapie von Katzenleukose erzielten in der Schulmedizin verschiedene Präparate. Bei der Behandlung von an Leukose erkrankten Katzen werden allgemein gegen Viren wirkende Substanzen eingesetzt, die die klinischen Symptome mildern können, allerdings auch Nebenwirkungen mit sich bringen.

Durch die Gabe von Staphylococcus-aureus-Protein A werden Immunkomplexe, bestehend aus Antikörpern und Viren, aus dem Kreislauf der Katze geschwemmt. Das Mittel verhindert die Ablagerung dieser Verklumpungen in besonders engen Gefäßen, wie sie in der Niere oder den Augen vorkommen. Dort könnten sie zu Gefäßverstopfung und Mangeldurchblutung des Gewebes führen – die Folgen wären Funktionsstörungen, unumkehrbare Schäden und vollständiges Versagen der Organe, beispielsweise Niereninsuffizienz oder Blindheit.

Interferon zur Behandlung von Katzenleukose

Die Behandlung mit Interferon hat eine deutliche Verbesserung der Überlebenschancen von Katzen mit Leukose zur Folge. Es handelt sich hierbei um einen Botenstoff des Körpers, der von verschiedenen Zellen bei Virusinfektionen und der Entstehung von Krebs ausgeschüttet wird.

Interferon bewirkt die Herstellung von bestimmten Proteinen, die gegen Viren wirksam sind. Außerdem bilden virusinfizierte Zellen unter Interferon-Einfluss verstärkt bestimmte Signalproteine, die ein besseres Erkennen und Bekämpfen der Erreger durch Immunzellen zur Folge haben.

Die Therapie von Katzenleukose mit Interferonen kann allerdings zahlreiche Nebenwirkungen zur Folge haben. Dazu gehören:

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Gelenksschmerzen
  • Leberinsuffizienz
  • Autoimmunerkrankungen
  • Angst- und Aggressionszustände

Die möglichen Nebenwirkungen von Interferon reichen bis hin zu einem extrem nachteiligen Knochenmarksschwund. Dieser hat eine weitere Reduktion der Immunzellen und folglich eine umso stärkere Schwächung des Abwehrsystems der Katze zur Folge.

Aktualisiert: 10.10.2018 – Autor: Marion Schmitt

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